Kommt endlich in die Gänge!

Warnstreik auch an der Medizinischen Hochschule Hannover

Unter dem Motto "Patient todkrank - Arzt todmüde" ruft der Marburger Bund für Dienstag Ärztinnen und Ärzte an bundesweit 23 Universitätskliniken zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Davon betroffen ist die Medizinische Hochschule Hannover (MHH).

Ein Notdienst sichert die Versorgung von Patienten.

Vor der dritten Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) machen die Ärzte mit einer Demonstration und Kundgebung Druck auf die bestehenden unhaltbaren Zustände. Beginn ist 12 Uhr, Treffpunkt vor dem Hauptbahnhof. Protest und Warnstreik sollen das klare Signal an die Arbeitgeber sein: "Kommt endlich in die Gänge!"

Der Marburger Bund nennt eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen "unabdingbar".  "In den beiden bisherigen Verhandlungsrunden haben die Länder jedoch keine Bereitschaft erkennen lassen, konkrete Maßnahmen zur Entlastung der  Ärzte zu vereinbaren", sagt Vizechef Andreas Botzlar. Man befürchte, durch verbindliche Regelungen  zur Begrenzung der Dienstbelastung könnten betriebliche Abläufe gestört werden.

Denn zu den Forderungen gehören eine manipulationsfreie Arbeitszeiterfassung. Dienst an maximal zwei Wochenenden im Monat, eine verlässliche Dienstplangestaltung sowie klare Höchstgrenzen für Bereitschaftsdienste. Der Marburger Bund forderte weiterhin sechs Prozent mehr Gehalt, bezogen auf ein Jahr und eine Neuregelung des Zusatzurlaubs für Nachtarbeit.

Andreas Hammerschmidt, 2. Landesvorsitzender des Marburger Bundes in Niedersachsen, sagte dazu: "Das Verheizen der Ärzte in der Universitätsmedizin muss ein Ende haben. "Der auszuhandelnde Tarifvertrag (TV-Ärzte) gilt für rund 20 000 Ärzte in bundesweit 23 Universitätskliniken.

Weitere Informationen zu den Forderungen des Marburger Bundes unter tdl-tarifrunde.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche 01.02.2020