Agritechnica 2017

Innovative Technologien für die Zukunft

der Landwirtschaft

Agritechnica 2017 zeigt Lösungen – Internationale Stimmung von Zuversicht geprägt – Weltleitmesse für Landtechnik mit mehr als 2.800 Ausstellern aus 53 Ländern – Messegelände ausgebucht – Mehr als 400.000 Besucher erwartet

 

(DLG). Für die vom 12. bis 18. November 2017 (Exklusivtage am 12. und 13. November) auf dem Messegelände in Hannover stattfindende Weltleitmesse für Landtechnik, die Agritechnica, verzeichnet der Veranstalter DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V.) wieder ein hervorragendes Anmeldeergebnis: Mehr als 2.800 Aussteller aus 53 Ländern werden unter dem diesjährigen Leitmotiv „Green Future – Smart Technology“ ihre Neuheiten und aktuellen Weiterentwicklungen präsentieren. Mit einer Ausstellungsfläche von rund 40 Hektar ist das Messegelände ausgebucht. Alle führenden Unternehmen der Branche werden mit einem vollständigen Angebot vertreten sein. Die Agritechnica unterstreicht damit eindrucksvoll ihre ungebrochene, hohe Attraktivität und ihre Stellung als die weltweit bedeutendste Ausstellung für Landtechnik. Die DLG erwartet auch in diesem Jahr wieder mehr als 400.000 Besucher, darunter rund 100.000 aus dem Ausland.

Internationaler denn je

Die Agritechnica ist internationaler denn je. Nahezu 1.700 (59 Prozent) Aussteller kommen aus dem Ausland. Dies entspricht einem neuen Höchststand. Die meisten Auslandsunternehmen rekrutieren sich aus Italien (370 Unternehmen), China (110), den Niederlanden (109), der Türkei (107), aus Frankreich (102), Österreich (67), Polen (67), Großbritannien (57), Kanada (56), Spanien (55), Dänemark (49), Finnland (47) und aus den USA (46). Zudem haben 13 Länder Gemeinschaftsbeteiligungen angemeldet, darunter erstmals aus Dänemark und Irland.

Dr. Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), Frankfurt am Main

Foto: G.Lachmann / neues24

„Green Future – Smart Technologie“

Der Trend zur weiteren Automatisierung von Prozessen, verbunden mit intelligenten Datenmanagement-Systemen zur Optimierung der Regelung und Steuerung von Maschinen, Logistik, Dokumentation, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit, schreitet in der Landwirtschaft voran. Analog zur Industrie 4.0 gewinnt auch die Digitalisierung und Vernetzung der Wertschöpfungskette in der Landwirtschaft zunehmende Bedeutung. Cloud Computing und Big Data sind feste Begriffe geworden. Auf der Agritechnica, die unter dem Leitmotov „Green Future – Smart Technologie“ steht, zeigen die Hersteller vielfältige Lösungen. Diese versetzen die Landwirte in die Lage, noch effizienter und Ressourcen schonender zu produzieren. Dies ist aus den bei der DLG eingegangenen mehr als 320 Neuheitenanmeldungen von insgesamt 175 Ausstellern aus 24 Ländern abzulesen. Hieraus hat eine von der DLG eingesetzte, neutrale Expertenkommission zwei Neuheiten mit dem Innovation Award in Gold und 29 Neuheiten mit dem Innovation Award in Silber ausgezeichnet.

Konjunkturwende fast weltweit sichtbar

Hannover, 6. September 2017 – Die europäischen Agrartechnikhersteller ha- ben derzeit allen Grund für gute Laune. „Wir erleben seit einigen Monaten auf zahlreichen Märkten ein konjunkturelles Comeback“, sagte VDMA-Geschäfts- führer Dr. Bernd Scherer auf der Vorpressekonferenz der weltgrößten Bran- chenmesse Agritechnica, die vom 12. bis 18. November in Hannover stattfin- den wird. Zweistellige Zuwachsraten im Auftragseingang aus dem In- und Ausland seien „ein wichtiger Indikator für einen tragfähigen Aufschwung“.
Für das Gesamtjahr 2017 erwartet der VDMA ein Umsatzvolumen aus deut- scher Produktion von 7,5 Milliarden Euro. Dies entspräche einem Plus von 4 Prozent zum Vorjahr. Dass sich diese positive Entwicklung auch 2018 fort- setzen werde, sei nicht unwahrscheinlich, sagte Scherer.

Im ersten Halbjahr 2017 konnten die deutschen Landmaschinen- und Trakto- renhersteller ihren Umsatz um 7 Prozent auf gut 4,5 Milliarden Euro steigern. Die Kapazitätsauslastung der Fabriken lag im Frühjahr bei nahezu drei Mona- ten, was einem Spitzenwert entspricht, wie er zuletzt im Ausnahmejahr 2013 gemessen wurde. Nachdem sich das Wachstum im ersten Quartal noch vor- wiegend auf den deutschen Markt beschränkt hatte, haben die Auslandsum- sätze im zweiten Quartal mit einem Plus von 14 Prozent deutlich nachgezo- gen. „Das ist genau das Signal, auf das wir gewartet haben“, sagte Scherer. Schließlich sei die deutsche Agrartechnikindustrie mit einer Exportquote von durchschnittlich 75 Prozent darauf angewiesen, „auch auf internationalem Par- kett zu punkten“

Digitalisierung steigert Profitabilität
Dass Investitionsanreize im Agribusiness eng mit dem technischen Fortschritt verbunden sind, betonte Scherer ausdrücklich. „Die Kaufbereitschaft der Landwirte beruht in erster Linie auf einem Effizienzversprechen unserer In- dustrie und ist damit technikgetrieben. Im Ergebnis sollen digitale Vernet- zungsangebote dazu beitragen, die betriebliche Profitabilität signifikant zu stei- gern. Dies gilt übrigens unabhängig von Betriebsform und -größe.“
Zugute kommt den landtechnischen Lösungen, dass Digitalisierung und Ver- netzung für die Landmaschinen- und Traktorenhersteller alles andere als Neu- land sind. „Vor mehr als 30 Jahren haben wir mit dem ISOBUS-Standard be- gonnen, Konnektivität zu einem markenübergreifenden Thema zu machen. Das zahlt sich heute aus, wo die Komplexität der Maschinen und Systeme un- gleich größer ist und weiter zunimmt. Wir sind insofern echte Digital Natives“, betonte Scherer.


Vernetzung als Effizienzturbo
Kluge Vernetzung sei ein „regelrechter Effizienzturbo“, der auch ehrgeizige ökologische Ziele erreichbar mache. „Geht es etwa um die politisch brisante Frage der CO2- und Stickstoffemissionen, so darf die Antwort nicht mehr am einzelnen Traktor oder der Erntemaschine festgemacht werden“, sagte Sche- rer.
Aus Sicht des VDMA muss der Blick auf den gesamten Produktionsprozess gerichtet werden. Das groß angelegte Forschungsprojekt „EKoTech“ unter- sucht derzeit unter Federführung des VDMA, wie die optimale Weizen-Pro- zesskette von morgen aussehen könnte. Ein Projektetat von 5 Millionen Euro, der größtenteils aus Mitteln des Bundeslandwirtschaftsministeriums finanziert wird, steht dafür zur Verfügung. „Wir setzen darauf, dass sich ganzheitliche Lösungen durchsetzen. Daher ist es sinnvoll, den CO2-Fußabdruck einer mo- bilen Arbeitsmaschine ergebnisorientiert an ihrer Prozess-Leistung zu mes- sen, nicht am schlichten Dieselverbrauch“, erläuterte Scherer.

Foto: G.Lachmann / neues24

Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung

Die digital unterstützte Landtechnik ist bereits im Ackerbau angekommen: Selbstlenkende Traktoren, Applikationstechniken mit variabler Dosierung für Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie automatische Ertragskartierungen beim Mähdrescher sind Beispiele hierfür. Auch in der Tierproduktion unterstützen schon längst Melkroboter, Sensoren, Datenbanken und diverse digitale Hilfsgeräte den Landwirt.

Die digitale Landwirtschaft geht darüber hinaus und steht für die durchgängige interne und externe informationstechnische Vernetzung bisher isolierter Einzelsysteme des landwirtschaftlichen Betriebes. Im Zustand der Vernetzung geht die Interaktion zwischen Maschinen und Produktionsprozessen weit über den ISOBUS-Standard hinaus. Dadurch entstehen insgesamt sehr komplexe Produktionssysteme. Ermöglicht wird dies durch mobile Telekommunikation und internetbasierte Portale. Vielversprechend sind solche Systeme, da sie ein großes Potenzial aufweisen, um vielfältige Optimierungen im Landbau voranzubringen.

Es bedeutet allerdings nicht, dass mit den digitalen Möglichkeiten dann alles vollautomatisch wie in einer Fabrikhalle abläuft. Landwirtschaft ist nicht gleich Industrie. Das liegt daran, dass in der industriellen Produktion in Gebäuden und Hallen an jedem Tag des Jahres dieselben Produktionsbedingungen herrschen. Die Landwirte hingegen arbeiten unter Freilandbedingungen mit einer großen Abhängigkeit vom Wetter. Wechselnde, sich gegenseitig beeinflussende und zufällige Variable prägen den landwirtschaftlichen Produktionsprozess. Deshalb wird auch in Zukunft der Landwirt mit seiner Erfahrung unverzichtbar sein. Er muss korrigierend eingreifen oder zwischen Varianten entscheiden, die eventuell ein digitales System ihm anbiete

Unter Precision Farming verstehen wir heute hauptsächlich Systeme zur Teilschlagtechnik und allgemein zur Automatisierung. Die Teilschlagtechnik rückt ab von der einheitlichen Dosiermenge und passt diese den wechselnden Bedingungen innerhalb des Schlages an. Bei der Automatisierung werden beispielsweise über automatische Lenksysteme und Teilbreitenschaltungen erhebliche Einsparungen von Betriebsmitteln, Energie und Einsatzzeit erreicht. Smart Farming hat Precision Farming erweitert um eine stärkere Nutzung von Echtzeitsensorik inklusive der Datenfusion zur Entscheidungsunterstützung.

Bei der digitalen Landwirtschaft oder Digital Farming stehen wir am Anfang der Entwicklungen. Hier werden neue Komponenten wie die Maschine-Maschine-Kommunikation (Internet of Things), das Cloudcomputing und Techniken des Big-Data zur Anwendung kommen, um bestehende Optimierungspotenziale der komplexen landwirtschaftlichen Produktionssysteme zu nutzen.

Die Teilschlagtechnik scheitert heute häufig daran, dass sich bei den bisher verfügbaren Verfahren des Precision Farming die Informationsmenge nicht mehr manuell bewältigen lässt. Hinzu kommt, dass beispielsweise die Dosiermenge des Düngers, basierend nur auf einem Parameter, verändert wird, obwohl häufig mehrere Parameter berücksichtigt werden müssten. Diese Defizite lassen sich aber zukünftig vermeiden, wenn karten- und sensorbasierte Systeme stärker verschmelzen und automatisiert in Echtzeit arbeiten. Dann werden immer mehrere relevante Parameter - kartiert oder aktuell gemessen - berücksichtigt. Dies könnte eine neue Lösung sein, der Teilschlagtechnik des Precision Farming zum Durchbruch zu verhelfen.

Foto: G.Lachmann / neues24

Weltleitmesse Agritechnica: Neues für Aussteller und Besucher

Die Agritechnica ist die weltweit führende Fachausstellung für Landtechnik. In diesem Jahr präsentieren mehr als 2.800 Aussteller aus 53 Ländern ihre Neu- und Weiterentwicklungen auf dem Messegelände in Hannover. Ein einmaliges Differenzierungsmerkmal der Agritechnica ist ihr klares Fachgruppenkonzept. Dieses ermöglicht den Besuchern, sich schnell zurechtzufinden und Produkte gezielt anzulaufen. Das Fachgruppenkonzept wurde für die diesjährige Agritechnica weiter optimiert.

Die wichtigsten Veränderungen sind:

Neue Fachgruppen in der Halle 21: Diese umfassen Traktoren, Ministerien, Verbände, Organisationen sowie die DLG inklusive Campus & Career und der International Visitors‘ Lounge. 

Technik für die organische Düngung ist in den Hallen 22 und 23 platziert.

Um dem zunehmenden Angebot im Bereich Technik für Precision Farming und Agrarsoftware mehr Raum zu bieten, wurde der Südbereich der Halle 15 vergrößert.

 Im Gegenzug ist die Systems & Components in den Norden gezogen und belegt in diesem Jahr die Hallen 15 (Nordbereich), 16, 17 und 18.

 Der Bereich Energie hat eine neue Plattform auf der in diesem Jahr stattfindenden BIOGAS Convention & Trade Fair in Nürnberg sowie auf der EnergyDecentral 2018 in Hannover gefunden.

Mit der konsequenten und übersichtlichen Gliederung der einzelnen Ausstellungsfachgruppen garantiert die DLG den Besuchern eine gute Übersicht, eine leichte Orientierung und eine optimale Ausnutzung des Messetages entsprechend den eigenen Prioritäten. Zudem steht den Besuchern für das gezielte und schnelle Aufsuchen von Hallen ein kostenloser Bustransfer auf dem Gelände zur Verfügun

Special „Zukunft Pflanzenschutz - Verantwortung braucht Ideen“

Die Anforderungen an eine nachhaltige Landwirtschaft bestehen darin, Produktivität mit Ressourcen- und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Dazu brauchen Landwirte weltweit entsprechendes Know-how und Technologien, um diese Ziele in ihren Betrieben effizient umzusetzen. In einer zunehmend digitalisierten Welt steht dafür eine Vielzahl innovativer Technologien zur Verfügung. Die Agritechnica präsentiert unter dem Leitthema „Green Future – Smart Technology“ die aktuellen Technologien und Trends, die eine nachhaltige Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft sichern. Hierzu zählen insbesondere auch neueste Entwicklungen im Bereich des Pflanzenschutzes. Prognosemodelle, Düsentechnik, mechanische Pflanzenschutztechnik und GPS-Steuerung tragen ebenso wie die Drohnen- und Roboter-Technologie dazu bei, gesunde und ausreichende Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Rohstoffe zu produzieren. Im Special „Zukunft Pflanzenschutz - Verantwortung braucht Ideen“ zeigen 14 Hersteller, Institutionen und Fachpartner in der Halle 15 neueste Technologien und Systeme zum mechanischen und chemischen Pflanzenschutz. In Forumsveranstaltungen greifen Experten einzelne Themen auf und stellen diese zur Diskussion. Mit dem Special-Angebot erhalten die Besucher eine einzigartige Informationsplattform, um an einem Ort Systeme und Angebote zu vergleichen und mit Fachleuten in einen intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu treten

Marie Servais, Projektleiterin Agritechnica, DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), Frankfurt am Main

Foto: G.Lachmann

„Systems & Components“

Zum dritten Mal findet die Spezialmesse „Systems & Components“ für Systeme, Module, Komponenten und Zubehör für Landtechnik und verwandte Industrien unter dem Dach der Agritechnica statt. Rund 700 Unternehmen präsentieren in den Hallen 15, 16, 17 und 18 Innovationen und Lösungen aus den Bereichen Motoren, Hydraulik, Achsen, Antriebstechnik, Kabinen, Elektronik, Ersatz- und Verschleißteile. Unter dem diesjährigen Leitmotiv „Stay connected!“ greift die Systems & Components unter anderem aktuelle Trends, wie Digitale Transformation und Big Data, auf und bietet anspruchsvollen Wissensaustausch zwischen Ausstellern und Besuchern. „Connectivity“ ist nicht nur die Voraussetzung für die Feinabstimmung moderner, hochkomplexer Systeme aus mechanischen, hydraulischen, elektrischen und elektronischen Komponenten, sondern auch zwischen Mensch und Maschine. Eine „Future Lounge“ an fünf Messetagen (Montag bis Freitag) lädt in das Auditorium des speziell eingerichteten Zentrums der Halle 17 ein. Alle Veranstaltungen der „Future Lounge“ orientieren sich am täglich wechselnden Thema: Am Montag geht es um „Smart Maintenance“, es folgt am nächsten Tag „Smart Materials“,