KUNSTFESTSPIELE HERRENHAUSEN 2019


Festspiele in Herrenhausen trumpfen mit vielen internationalen Künstlern auf

Zum 10. Jubiläum ein Shakespeare-Marathon, der süchtig macht

Da ist nicht nur ein cooler Shakespeare-Marathon, der macht auch süchtig, verspricht Metzmacher.

Weiter geht es mit Videoinstallationen, einem Filmkonzert, Performances, der begehbaren Skulptur des auf den Kopf gestellten Schlosses (Modellfoto). Na ja, das gehört sich auch für das abgefahrenste Kunstfestival der Stadt Hannover - Christoph Schlingensief und Vivienne Westwood inszenierten auch schon in unserer Stadt!

Zu erleben ist auch das Frank Zappa-Konzert am 18. Mai mit dem Ensemble Modern, dirigiert von Ingo Metzmacher - ein absolutes Highlight.

Die Starregisseure Peter Sellars und Romeo Castellucci, die Performancelegende Sylvia Palacios Whitman, die Weltklasse-Musiker Pierre-Laurent Aimard, Håkan Hardenberger und Gidon Kremer sowie die Komponistinnen Rebecca Saunders und Brigitta Muntendorf kommen neben vielen anderen zur Jubiläumsausgabe nach Hannover.

Insgesamt gehen rund 90 Veranstaltungen vom 10. bis 26. Mai über die Bühnen in Herrenhausen, in der Niedersachsenhalle im HCC und beim Kulturzentrum Faust.

Land (Stadt Fluss): Eine eigenwillige Landkomme zieht mit einem Stück Wiese, Instrumenten, etwas zu Essen - und einen Film in die Orangerie, da kann sich das Publikum das "Landleben" am 17. Mai von 18 bis 23 Uhr zu Gemüte führen.

Selbstverständlich ist auch das wunderbare Festival-Zelt mit von der Partie, das musikalisch wieder von Feinkost Lampe und kulinarisch von der Freitagsküche betreut wird.

Da treffen sich Besucher zu einem zwanglosen Tischgespräch beim Dinner. Ein beliebtes Festival-Format: Die Tischgespräche im Festivalzelt, bei dem sich Gäste mit Künstlern treffen (Foto lks.). 

Festivaltickets gibt es unter eventim, Tel. 01806/570070 und im Künstlerhaus, Tel. 0511/168-49994.

eventim/artist/kunstfestspiele-herrenhausen/


Die KunstFestSpiele bringen Frank Zappa zurück nach Hannover

Die Festspiele starten mit einem Frank Zappa-Konzert des Ensemble Modern

Bereits vor rund 40 Jahren, 1979, begeisterte der legendäre amerikanische Musiker und Multimediakünstler Frank Zappa rund 4.000 Besucher in der Eilenriedehalle, der damals wichtigsten Konzerthalle Hannovers.

Unter der Leitung des Dirigenten und Intendanten der Kunstfestspiele Ingo Metzmacher spielt am Samstag, 18. Mai 2019, das Frankfurter Ensemble Modern an gleicher Stelle Musik aus den Alben The Yellow Shark und Greggery Peccary & Other Persuasions.

The Yellow Shark ist das letzte Album Zappas, das er vor 25 Jahren, im November 1993, nach einer langen und intensiven Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern herausbrachte. Im Dezember 1993 starb Frank Zappa mit 52 Jahren in Kalifornien.

Die 10. Ausgabe der KunstFestSpiele Herrenhausen findet noch bis 26. Mai 2019 statt. Das Gesamtprogramm ist veröffentlicht  und als Printexemplar und im Internet abrufbar,
kunstfestspiele

Der Vorverkauf läuft, Tickets im Künstlerhaus, unter eventim und eventim-Hotline +49(0)1860 / 570070.  

Sigrid Lappe, Hannover Woche / Ute Micha, Presse Dienst Nord


KONZERTE IN HERRENHAUSEN

Darker than Black - Kunstfestspiele

Mit dem Ensemble Ictus auf eine musikalische Reise durch eine Welt der Melancholie

Die klare vibratolose Stimme von Theresa Dlouhy, die akustische und elektrische Gitarre von Tom Pauwels und Eva Reiters subtile Art, die Gambe zu spielen – all dies bildet ein Mosaik poetischer Miniaturen: Kurze, bittersüße Melodien, Klagelieder im Stil Purcells, Popsongs, hundertfach verlangsamt, nächtliche Geständnisse.

John Dowlands (*1563) schwermütige Songs stehen direkt neben den grenzüberschreitenden Kompositionen von Bernhard Gander (*1959) und der großen Gestik der Musik von Francesco Filidei (*1973). Daneben verbinden sich die Lautenlieder des Musikers und Arztes Thomas Campian (*1567) mit den feinsinnigen Dowland-Adaptionen von Burkhard Stangl (*1960).

Theresa Dlouhy (links), Tom Pauwels (Gitarre) und Eva Reiters © Tom Pauwels

19. Mai, 18 bis 19 Uhr, in der Galerie 

Auch so können Kunstfestspiele

Stummfilm und Konzert

Mit dem sensationellen Erfolg der Stummfilmserie von 1913/14 wurde Fantômas zu einem der berüchtigsten Schurken der Filmgeschichte. Die experimentierfreudige isländische Band amiina greift am 21. Mai (19.30 bis 20.40 Uhr) in der Galerie die düstere Faszination dieser Filmserie des französischen Regisseurs Louis Feuillade auf und verleiht ihr mit ihrer Musik eine zeitgenössische Dimension.

In „Juve gegen Fantômas“, wird die Jagd zwischen Inspektor Juve und dem Verbrecher fortgesetzt. In der Titelrolle René Navarre, der Kriminelle und Mörder, der am Ende mal wieder spektakulär entkommt.

2013 feierte dieses Film-Musik-Spektakel im Théâtre du Châtelet in Paris Premiere. Mit ihrer vielschichtigen Sound-Palette und ihrem außergewöhnlichen Instrumentarium flechten die Isländer*innen ein packendes Klangbild.

Die isländische Band Amiina © Amiina

Die Band Amiina - ursprünglich ein Streichquartett - entwickelten ihre eigenständige Klangwelt aus einer Ansammlung von ungewöhnlichen Instrumenten: von singenden Sägen über Kalimbas und Spieluhren bis hin zu fast allem, was gezupft, gestrichen oder getrommelt werden kann. Sie beeinflussten wesentlich den ikonografischen Sound und Erfolg von Sigur Rós, veröffentlichten mehrere hochgelobte EPs und Alben und sind international in vielen genreübergreifenden Kooperationen aktiv.

Besetzung: Violine, Metallophon und Zither, María Huld Markan Sigfúsdóttir, Violoncello und Metallophon Sólrún Sumarlidadóttir, Schlagzeug und Percussion Magnús Trygvason Eliassen, Electronics und Ukulel, Gudmundur Vignir Karlsson.

Einer der bedeutensten Geiger unserer Zeit

Mittwoch, 22. Mai: Gidon Kremer (Violine) spielt Weinberg und Chopin im Rahmen der KunstFestSpiele Herrenhausen

Bei seinem Konzert in der Galerie bringt Kremer zusammen mit der Cellistin Giedre Dirvanauskaite und dem Pianisten Georgijs Osokins Werke des sowjetischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg und das selten zu hörende Klaviertrio von Frederic Chopin zur Aufführung. Kremer beschreibt Weinberg als "eine Quelle unbegrenzter Inspiration".  

Die 24 Präludien für Violoncello, von Kremer für Violine arrangiert, werden von Projektionen der Bilder des litauischen Fotografen Antanas Sutkus begleitet, einem der bedeutenden Fotografen Europas, der 2017 den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie erhielt. Weinbergs Cello-Präludien und Sutkus’ kraftvolle Bilder sind etwa zur gleichen Zeit entstanden, nämlich um 1960. Mit seinen ungeschönten Bildern aus der geografischen Mitte Europas bewegte sich Sutkus politisch auf dünnem Eis, ähnlich wie Weinberg, der trotz totalitärer Unterdrückung unter Stalin stets Integrität bewahren konnte.

Gidon Kremer © Giedre Dirvanauskaite