Landesmuseum: Das Forum für das was uns umtreibt

Auf den Spuren von MT6

Das Museum zeigt ausgestopften „Kurti“ und möchte mit der Präsentation mit Vorurteilen und Klischees aufräumen

Der erlegte „Problemwolf Kurti“ ist eine tierische Berühmtheit und im Landesmuseum zu sehen. Der kunstvoll präparierte Kurti, der postmortal nun als Museumsstück zu bewundern ist, stellt ein Highlight der Ausstellung „Der Wolf – ein Wildtier kehrt zurück“ zu sehen.

Am 27. April 2016 wurde Kurti von einem Scharfschützen in der Heide erlegt. Der wunderschöne Rüde trägt die amtliche Bezeichnung MT6, er ist der erste Wolf, der seit Rückkehr der lange ausgerotteten Wildtiere erschossen wurde. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), der 2016 den Abschuss von Kurti angeordnet hatte, stellte die recht interaktive Ausstellung im Bereich „NaturWelten“ im Landesmuseum mit Direktorin Katja Lembke und Kuratorin Christiane Schilling vor.   

 Kurtis letzter Auftritt

MT6,  ein wunderschöner Rüde ist der Star der Schau im Erdgeschoss, die erst in den letzten Tagen nach vielen Monaten und Hunderten Stunden Arbeit fertig präpariert sich den Besuchern vorstellt. Vermutet wird, dass das zwei Jahre alte Tier angefüttert wurde und sich ohne Scheu dann immer wieder in die Nähe der Menschen wagte.

„Die Schau ist ein interessanter Lernort. Denn Wolf und Mensch haben sich seit Jahrtausenden ihren Lebensraum geteilt, aber viel Wissen darüber ist einfach verloren gegangen. Das Landesmuseum möchte nun mit dieser Ausstellung anschaulich die Bedeutung des Tieres im Ökosystem und damit verbundenen Herausforderungen darzustellen“, so Wenzel,

 

Die staatsanwaltlichen Ermittlungen wurden eingestellt. Mehrere Dutzend Bürger hatten den Umweltminister nach dem Abschuss von Kurti angezeigt – meist wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Museumsdirektorin Katja Lembke sagte: „Wir präsentieren Fakten, die nicht verharmlosen, aber auch nicht übertreiben“. 

Ein Wolf mit Sender    Foto: Jörgen Borris

Nach Auskunft des Umweltministers leben rund 100 Wölfe in Niedersachsen, in ganz Deutschland sind es 400. Für den Naturschutz sei es ein gutes Zeichen, sagte der Minister, schließlich gingen die Bestände an Singvögeln und Insekten teils dramatisch zurück. „Zugleich sind mit der Rückkehr der Wölfe große Herausforderungen verbunden“, räumte er ein – wohl wissend, das Singvögel oder Insekten nicht soviel Aufmerksamkeit erregen wie ein Wolf in der Nachbarschaft.

Die Wanderausstellung, die auch in Lüneburg und im Emsland gezeigt wird, ist eine Charmeoffensive zugunsten der Wildtiere; sie will mit Vorurteilen aufräumen.

„Der Wolf“ ist bis zum 15. Oktober zu sehen.

„Glanzlichter – Naturfotografien 2017“:

                                                                  

 

Wir freuen uns schon auf „Glanzlichter – Naturfotografien 2017“:  Die im Rahmen des Projekts „Natur und Fotografie“ Fotoausstellungsreihe  zeigt die Gewinnerfotos des internationalen Naturfotowettbewerbs – mit Landschafts, Tier- und Pflanzenaufnahmen in teils dokumentarisch-konkreter, teils auch künstlerisch-abstrakter Weise. Die Schau läuft vom 17. September bis 19. November.

Silberglanz - von der Kunst des Alters

Mit der Ausstellung “Silberglanz - von der Kunst des Alters” greift das Museum aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auf - wie etwa die aktive Generation 60+, aber auch die Auseinandersetzung mit Krankheit, Altersarmut und Ausgrenzung im Alter und setzt sie in Beziehung zur Kulturgeschichte.

Gemälde, Skulpturen über alle Kunstepochen zeigen unterschiedliche Blickwinkel und verdeutlichen den Wandel, den Altersbildnisse im Laufe der Zeit und in unterschiedlichen Kulturen vollzogen haben.

(2. September 2017 bis 18. Februar 2018)

Ein Portrait von Lovis Corinth in der Landesgalerie des Museums.

Sommerpause in den MenschenWelten

Bis in den September werden Teile der Dauerausstellung “MenschenWelten”geschlossen. Der Bereich “Evolution” bleibt durchgehend geöffnet

 

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Wer noch Glanzlichter

Wer noch Glanzlichter des Landesmuseums in Buchform für sich haben möchte, kann auf eine Publikation zurückgreifen: „Best of - 111 Geschichten aus dem Weltenmuseum“

Mit dieser Publikation wird erstmals wieder seit 17 Jahren ein Überblick über die Bestände gewährt.

(Sandstein-Verlag, 260 Seiten, 24 Euro) schildert die spektakulärsten Objekte aus der Sammlung des Hauses.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe