Zeichenlust und Nachtmahr

Das Museum Wilhelm Busch zeigt Karikaturen und Skizzen von F. K. Waechter unter dem Thema "Zeichenlust" und Johann-Heinrich Füssli mit seinen Werken wie dem berühmten Gemälde” Nachtmahr".

F. K. Waechter beschäftigt sich mit der Rolle des Humors in all seinen ihm zur Verfügung stehenden Facetten. So mit „Adele zeigt  ihre  Brüsten den Männern“, und er forderte als die Bundesrepublik durch die Nachrüstungsdebatte im Jahr 1983 nachhaltig bewegt wurde zeichnerisch zotig: „Sommer-Feten trotz Raketen“.

Das Museum widmet dem Zeichner und Karikaturisten nun eine Ausstellung mit sehr, sehr persönlichen Skizzen und Notizen. Zum 80. Geburtstag von F.K. Waechter, *1937, werden bisher unveröffentlichte Werke des 2005 verstorbenen Künstlers unter dem Titel „Zeichenlust“ gezeigt.

Das Augenmerk liegt auf den Skizzen- und Notizbüchern, Zeichenstudien aber auch Gemälden und Kunstwerken, denn Waechters Erben überliessen dem Museum hunderte von Notizbüchern und Kladden in welcher Waechter mit den verschiedensten Zeichenmethoden und Materialien gearbeitet hatte, und die einen tiefen und auch einen sehr persönlichen Einblick in die Entwicklung des in Danzig geborenen Künstlers geben. Neben den Zeichnungen und Karikaturen sind auch viele Selbstporträts von F.K. Waechter zu finden.

Friedrich Karl Waechter wurde mit seinen Beiträgen für die Satirezeitschrift „Titanic“ und das „Zeit-Magazin“ bekannt – er veröffentlichte unter anderem auch zahlreiche Bücher.

Mit der Ausstellung erhalte man einen intimeren Blick auf die Persönlichkeit und das Schaffen des Künstlers, sagt die Direktorin des Museums Wilhelm Busch, Gisela Vetter-Liebenow.. Während sich der Humor in anderen Ländern nach dem Krieg weiterentwickelte, habe er im Nachkriegsdeutschland erst einmal wieder erfunden werden müssen, so die Museums-Direktorin. Waechter habe sich diesem Ziel gewidmet.

Das Museum stellt rund 130 Werke von ihm aus. Bereits 2009 hatte es eine Ausstellung mit Werken von F. K. Waechter unter dem Titel „Zeichenkunst“ gezeigt.

Ganz schön schräg: F.K. Waechter lässt den Kasper im Haifischbecken tauchen! Ohne Titel. 1976, Aquarell. Tusche/Pinsel, Bleistift auf Karton, 35,1 x 26,1 cm

Der Katalog zur Ausstellung enthält neben Reproduktionen der ausgestellten Werke einen Essay von Karl Jahnke (170 Seiten, 27,90 Euro im Museumsshop und Buchhandel)

Zeitgleich werden in dem Museum für Karikaturen & Zeichenkunst die Werke von Johann Heinrich Füssli (1741 - 1825) in der Schau „Vom Sublimen zum Lächerlichen“ gezeigt

Die Ausstellung rankt sich um eins der berühmten Bilder der „schwarzen Romantik“: das Gemälde "Nachtmahr", eine Leihgabe des Frankfurter Goethe-Museums.

Johann Heinrich Füssli, Der Nachtmahr, 1790/91, Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe Museum. Ein fetter Kobold hämisch grinsend auf dem Körper einer Schlafenden und ein geisterhaft anmutendes Pferd zerteilt mit seinem Kopf den Vorhang.  Foto: David Hall

Das Frankfurter Goethe-Museum hat für die Ausstellung im Museum Wilhelm Busch rund 100 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Bücher zur Verfügung gestellt. Sie alle nehmen ein Thema auf: das Ausgeliefertsein in einem Albtraum, „Die  Dämonen“, mit denen das Unterbewusstsein kämpft. Aber auch Erotik, die der Betrachter in der Schlafenden sieht.

Füssli: Die wahnsinnige Kate, 1806/07, Öl auf Leinwand, 91 X 71 cm, Freies Deutsches Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum. Foto Ursula Edelmann

Gezeigt werden auch in einer Nische hinter einem Vorhang (nicht jugendfrei) Filmausschnitte wie aus Murnaus „Nosferatu“ bis hin zum „Nachtmahr“ von Akiz.

Der reichbebilderte Katalog zu dieser Ausstellung mit einem Essays von u.a. der Kuratoren Werner Busch und Petra Maisak sowie Erläuterungen zu den Exponaten (248 Seiten, 27 Euro, erschienen im Imhoff Verlag, erhältlich im Museumsshop und Buchhandel)

Es gibt zahlreiche attraktive Begleitveranstaltungen zu beiden Ausstellungen.

Öffnungszeiten: Di.-So. von 11 bis 18 Uhr, Eintritt: 6, ermäßigt 4, Familienkarte 14 Euro

Beide  Ausstellungen sind bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

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In den oberen Sammlungsräumen findet regelmäßig ein "Szenenwechsel“ statt.

Zu sehen ist ein Querschnitt durch das Bildergeschichtenœuvre von Wilhelm Busch mit Zeichnungen aus bekannten Geschichten wie »Die Haarbeutel« oder »Fipps der Affe« sowie weniger bekannte Werke wie »Der hinterlistige Heinrich«.

Bei der Präsentation von Buschs malerischem Œuvre stehen Interieurs und Genreszenen im Mittelpunkt.

Der Streifzug durch die Sammlung Karikatur widmet sich der Gesellschaftskritik vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Eine eigene Abteilung ist dem Kinderbuch gewidmet. Hier treiben »Max und Moritz« ihr Unwesen, Volker Kriegels trötender Nasenbär Erwin reist um die Welt, und auch hier ist F. K. Waechter vertreten: Aus seinem „Anti-Struwwelpeter“ sind die Abenteuer des „Fliegenden Robert“ zu sehen.

 

 Der Palaisgarten im Museum Wilhelm Busch wird zum Genussgarten:

 23. September, 17 Uhr: Whisky trifft Schokolade - Die Schokoladen-Sommelière Michaela Schupp  (Foto) bringt sechs feinste dunkle Schokoladen aus Frankreich mit sechs hochwertigen Single Malt Whiskys aus Schottland zusammen.

Karten im VVK an der Museumskasse oder unter 0511/69999-11 sowie per mail(at)karikatur-museum.de.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe