KONZERTE - MUSIKALISCHES


Auf zu neuen Ufern - die Reise geht noch weiter

Er bleibt! - Andrew Manze ist bis 2023 Chef der NDR-Radiophilharmonie

Yes, die Mannschaft bleibt zusammen: Dirigent Andrew Manze bleibt bis zum Sommer 2023 in der Landeshauptstadt und Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie. Im kleinen Sendesaal unterschrieb der beliebte und hoch geschätzte Dirigent vorzeitig die Vertragsverlängerung - der laufende Vertrag ist knapp zur Hälfte erfüllt. Und das sind richtig gute Nachrichten!

„Ich habe noch soviel hier vor“, sagte Manze. Das ist seine Erklärung, obwohl der international begehrte Dirigent hier in Hannover bleibt und Angebote von weltbekannten Orchestern abgelehnt hat. „Gemeinsam mit meinen Musikerinnen und Musikern bin ich in den letzten Jahren weit gereist - musikalisch und auch geografisch. Und das Orchester ist lebendiger denn je und klingt wunderbar.“

Hochzufrieden: Joachim Knuth, Andrew Manze und Lars Ramberg freuen sich über Manzes Vertragsverlängerung. Foto NDR 

Und die Reise wird noch weiter gehen - im Focus hat der Ausnahmedirigentz das sinfonische Hochgebirge! 

Andrew Manze ist seit 2014 in Hannover und arbeitet mit der Radiophilharmonie und hat mit dem Orchester ein nie dagewesenes hohes Niveau erreicht. Das auch  international anerkannt wird. Das Orchester hat sich in Salzburg (Felsenreitschule), Wien (Musikverein) oder wie mit dem großen „War Requiem“ in Hannover und Liverpool präsentiert. Das Royal Liverpool Philharmonic hat ihn zum „Principal Guest Conductor“ ernannt - eine besondere Auszeichnung für Andrew Manze. Er spielte schon mit dem Leipziger Gewandhausorchester, dem Amsterdamer Concertegebouw-Orchester sowie dem Los Angeles Philharmonic Orchestra zusammen. Er wird in diesem Jahr auch das renommierte Boston Symphoniy Orchestra dirigieren und seine Erfahrungen dann wiederum für Hannover nutzen können.

Große Freude zeigte auch das NDR-Intendant Lutz Marmor über die vorzeitige Unterschrift: „Andrew Manze ist ein inspirierender Musiker, ein überzeugender Motivator und Kommunikator.“ Der Meinung war auch Hörfunk-Direktor Joachim Knuth: „Andrew Manze lebt Musik.“ Er sei ein Dirigent, der die Musikerinnen und Musiker zu Spitzenleistungen führt - durch eine „glückhafte Beziehung“, die hier entstanden ist.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 23.2.2019


Das Ereignis - Händel live in Herrenhausen

Musica Alta Ripa, Joanne Lunn und der Knabenchor zündeten ein musikalisches Feuerwerk

Franz Rainer Ernste als Georg Friedrich Händel war begeisternd überzeugend! 

Es war vom Feinsten: Ein Spitzentreffen musikalischer Akteure fand im Galeriegebäude Herrenhausen statt: Das Barockensemble Musica Alta Ripa, der Knabenchor Hannover,  die Sopranistin Joanne Lunn und Georg Friedrich Händel beehrte höchstpersönlich das erlauchte Publikum.

Er war hannöverscher Hofkapellmeister und ihm hauchte Franz Rainer Ernste  Leben ein. Mit Kniebundhose, edlem Gehrock und Allongeperücke führte er durch das Leben und den Abend des großen und einmaligen Komponisten. 

 

Franz Rainer Enste (Händel), Anne Röhrig (Musica Alta Ripa), Jörg Breiding (Gesamtleitung), Joanne Lunn (Sopran), Bernward Lohr, Leitung Knabenchor Hannover (v.l.)

Rund 20 musikalische Visitenkarten aus allen Schaffensperioden und seinen Lebensstationen wie Halle, Hannover, Hamburg, London, wo er unter den Welfenkönigen zum britischen Nationalkomponisten avancierte.

Franz Rainer Ernste war in seinem früheren Leben Doktor der Rechte und Regierungssprecher. Er verkörperte Händel einmalig und lud zu Hofe, präsentiert huld- und gestenreich die von „ihm“ geschriebenen Oratorien, Suiten, Opern sowie höfische Jubelstücke. „Er" zeigt sich selbstbewusst und macht aus seinem Alter keinen Hehl.

Es war ein berauschendes Ankommen in der Händel-Zeit, und dafür sorgte Jörg Breiding mit seinen 90 „Knaben“. Die Stimmen erklangen hell, zart aber auch wuchtig - der berühmte Chor wirkt einmalig präsent. Dem Dirigenten Breiding gelingt es auch, das Orchester sehr gut auszubalancieren, ohne daß es sich in den Vordergrund drängt.

Und Musica Alta Ripa ist auf der Höhe der historischen Spielpraxis angelangt: dezent, klar und wiederum zupackend. Mit Naturinstrumenten zu spielen, birgt immer ein kleines Risiko. Gleich in der Feuerwerksmusik trat es zu Tage. Kann der Zuhörer aber ohne Probleme verschmerzen. Passierte nur einmal.

Sopranistin Joanne Lunn aus Großbritannien ist ein besonderer Gast beim Spitzentreffen. Ihre Sopranarien wie „Ombra mai fu" – das berühmte Beerdigungslargo, bestechen durch warme und tiefe Register und auch durch kräftig-gestochen scharfe Koloraturen. Und das zusammen mit Trompete oder Oboe verweben sie Töne mit wohl temperierter Virtuosität.

Ernste schildert eindrucksvoll, wie tief Händel in der britischen Tradition und im

höfischen Pomp mittlerweile verwurzelt war. Seine Krönungshymne und auch sein Halleluja aus dem „Messias" hört man nach wie vor in England ehrfürchtig im Stehen. Das kann das hannoversche Publikum ebenso in dem ausverkauften Galeriegebäude in Herrenhausen!

Das Publikum war unbeschreiblich aufmerksam und spendeten begeisterten, lang anhaltenden Beifall.

Ein wahrlich musikalisches Gipfeltreffen!

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Schostakowitsch, Prokofjew und Bartók beim 4. Sinfoniekonzert

Politische Krisen des 20. Jahrhunderts finden sich wieder in den Kompositionen

Beim 4. Sinfoniekonzert der Saison am 24. und 25. Februar stehen Komponisten auf dem Programm, die von den politischen Krisen des 20. Jahrhunderts persönlich und künstlerisch beeinflusst wurden.

Béla Bartók flüchtete 1940 ins Exil nach Amerika und gab dort zeitweise das Komponieren auf, bis er vom Boston Symphony Orchestra beauftragt wurde, das „Konzert für Orchester“ zu komponieren - ein höchst virtuoses Werk.

Im französischen Exil entstand der 1. Satz von Sergei Prokofjews 2. Violinkonzert. Der Komponist begab sich auf die Suche nach einer neuen musikalischen Heimat und fand diese in der „Neuen Einfachheit“. Interpretiert wird die anspruchsvolle, virtuose Solopartie des Violinkonzerts von dem russischen Violinisten Boris Brovtsyn (Foto).

In einem inneren Exil befand sich in den 1940er Jahren Dmitri Schostakowitsch, dessen drei Ballette „Das goldene Zeitalter“, „Der helle Bach“ und „Der Bolzen“ inhaltlich zwar unverfänglich waren, doch galt deren Musik unter Stalin als westlich-dekadent und formalistisch.

Unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Ivan Repušić musiziert das Niedersächsische Staatsorchester Hannover.

Tickets für das 4. Sinfoniekonzert sind an den Kassen der Staatstheater Hannover oder per Telefon unter 0511 99 99 1111 erhältlich

Staatsoper / Ute Micha, PreDiNo / Sigrid Lappe, HaWo

veröffenticht 19.2.2019


Filmkonzert „Fantasy“

Das Filmkonzert in der Reihe Freistil dreht sich diesmal um das Thema Fantasy

 Das Filmkonzert in der Reihe Freistil dreht sich diesmal um das Thema Fantasy: Unter der Leitung des Filmmusik-Experten Frank Strobel präsentiert die NDR Radiophilharmonie Musik aus „The Shape of Water“, „Harry Potter“, „Twilight“ u.a.

Die Moderation dieser Konzerte übernimmt Julia Westlake vom Kulturjournal des NDR Fernsehens.
Aufführungstermine: Do., 28.02., Fr., 01.03. und Sa., 02.03., jeweils 20 Uhr im Großen NDR- Funkhaussaal

Frank Strobel (Foto lks.) hat bereits etliche Filmmusik-Projekte mit der NDR Radiophilharmonie aufgeführt.

Karten beim NDR Ticketshop, Tel. 0511- 27 78 98 99, sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online unter ndrticketshop.de


„Minimal Music“ - US-Komponist Steve Reich besingt die Schönheit der Wüste

Dieses Jahr widmet sich das Festival „Klangbrücken“ dem US-Komponisten Steve Reich

Denn der US-Komponist gehört zu den wichtigsten zeitgenössichen Komponisten und ist gleichzeitig Entwickler einer ganz eigenen Musiksprache, der „Minimal Music“. Steve Reich steht in diesem Jahr im Vordergrund des Festivals „Klangbrücken“ vom 1. bis 7. Mai. Das Programm wurde in der Staatsoper Hannover vorgestellt.

Das Festival wird eröffnet im Ballhof mit „Pulse of Nature“, mit dem Werk will Dirigent Thorsten Enke ausdrücklich die Auswirkungen des Klimawandels anmahnen. „Pulse“ wird erweitert durch Live-Videos. Es ist eine Veranstaltung von musica assoluta.

Mittlerweile ist Steve Reich 82 Jahre alt und freut sich unbändig über das ihm gewidmete Festival „Klangbrücken", kann aber leider nicht dabei sein, weil er zur selben Zeit in Los Angeles eine Uraufführung betreut.

Steve Reich

Im Mittelpunkt steht das großartige Riesenwerk „Desert Music“ und „Three Movements" (5. Mai), für das das Staatsorchester extra einen Spezialchor holt: ChorWerk Ruhr. Dieses 6. Sinfoniekonzert dirigiert Jonathan Stockhammer.

Reich war schon 2016 in Hannover - bei den Kunstfestspielen Herrenhausen mit der Videooper „Three Tales“ - auch konnte er sich in das Goldene Buch der Stadt Hannover eintragen.

Ganz stark ist in diesem Jahr das Sprengel Museum im Konzertprogramm vertreten. (Gabriele Sand, dort zuständig für die Veranstaltungen: „Wir entwickeln uns immer mehr auch zum Konzertraum“). Am 4. Mai holt das Museum das Ensemble S für das hypnotische Reich Stück „Drumming" an den Maschsee: Der Abend ist als Wandelkonzert angelegt, das im Auditorium endet. Und am 5. Mai kommt für „In C – Zwischen den Zeiten“ das Ensemble Megaphon und Gästen mit Werken von Reich, Terry Riley und Morton Feldmann in den Calder-Saal.

Dann gibt es noch im Calder-Saal unter dem Titel „Minimal Art" Reichs berühmte „Different Trains", die sich in geschichtlichen Epochen bewegen, gewidmet.

Mit einem Reich-Werk ist auch die Musikhochschule beim Festival vertreten: Die „Music for 18 Musicians" ist am 3. Mai im Richard-Jacoby-Saal zu geniessen.

„Wir wollen die Ohren öffnen für alles, was uns umgibt", sagt Opernintendant Michael Klügl über den Sinn des  Festivals, das überwiegend von hannoverschen Kräften bestritten wird: „Erstaunlich, was man hier durch Vernetzung erreichen kann“. Auch betont er die Verantwortung des Hauses für die Öffnung für außergewöhnliche Musik- und Theaterformen.

Info: staatstheater-hannover.de/oper/klangbruecken

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Die KunstFestSpiele bringen Frank Zappa zurück nach Hannover

Die Festspiele starten mit einem Frank Zappa-Konzert des Ensemble Modern

Bereits vor rund 40 Jahren, 1979, begeisterte der legendäre amerikanische Musiker und Multimediakünstler Frank Zappa rund 4.000 Besucher in der Eilenriedehalle, der damals wichtigsten Konzerthalle Hannovers.

Unter der Leitung des Dirigenten und Intendanten der Kunstfestspiele Ingo Metzmacher spielt am Samstag, 18. Mai 2019, das Frankfurter Ensemble Modern an gleicher Stelle Musik aus den Alben The Yellow Shark und Greggery Peccary & Other Persuasions.

The Yellow Shark ist das letzte Album Zappas, das er vor 25 Jahren, im November 1993, nach einer langen und intensiven Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern herausbrachte. Im Dezember 1993 starb Frank Zappa mit 52 Jahren in Kalifornien.

 Die 10. Ausgabe der KunstFestSpiele Herrenhausen findet vom 10. bis 26. Mai 2019 statt. Das Gesamtprogramm wird am 16. Januar 2019 veröffentlicht.
Der Vorverkauf läuft schon. 
www.kunstfestspiele.de

Sigrid Lappe, Hannover Woche / Ute Micha, Presse Dienst Nord