Das Top-Ausflugsziel Schloss Marienburg hat viel zu bieten

Öffnungszeiten:  Im Sept. + Okt. Di. bis So. 10 – 18 Uhr, Nov. + Dez. Mi. bis So. 11 bis 16 Uhr. An Feier- und Brückentagen auch montags geöffnet. Vom 24.12. 2018 bis 1.1.2019 ist geschlossen, Eintritt inkl. obligatorischer Führung: Erwachsene 7, Kinder/Jugendliche 6-17 Jahre 6 Euro, Kinder bis 5 Jahre frei.

Tipp: Sparen mit dem Kombiticket (Schlossführung + Jubiläumsausstellung) Erwachsene 13, Kinder 6 bis 17 Jahre 11 Euro.

Der Eintritt in den Innenhof mit Schlossrestaurant ist frei.

Mit dem regiobus aus Hannover und dem Metronom über Nordstemmen ist Schloss Marienburg bequem erreichbar 

Kostümführungen: Erleben Sie die Geschichte Schloss Marienburgs in der klassischen Schlossführung, begleitet von einer historischen gewandeten Schlossführerin in der Rolle von Königin Friederike von Hannover, Prinzessin Mary von Hannover oder Sophie Dorothea Prinzessin von Ahlden (Foto links).

Termine bis November 2018 jeweils dienstags und samstags und feiertags zu unterschiedlichen Uhrzeiten.

Halloween-Gruselführung für Kinder

Das Schloss birgt Geheimnisse, die es nur nachts lüftet. Zusammen mit den nachterprobten Schlossführern streifen die Kleinen durch die Gemächer - ohne Erwachsene! Sie erfahren, wie die königliche Familie wohnte und erleben das Schloss, als wäre die Zeit stehen geblieben. Da ist ein Triptrap zu hören und war da nicht eben ein Licht? Wieso setzt sich die Spieluhr plötzlich in Bewegung? Passend zu Halloween sollten die Kinder verkleidet kommen. Ein Grusel-Spaß für Kinder von 6 bis 10 Jahren ohne Eltern.

Termine: 2. und 4. sowie 9. bis 11. Oktober 2018, jeweils um 18.30 Uhr, Dauer ca. 60 Min. Preise: pro Kind 12,50 €.  Maximal 20 Teilnehmer, Anmeldung erforderlich. 

Führungen durch die Sonderausstellung „200 Jahre Marie und Georg von Hannover - Mal amüsant, mal tragisch–Königliche Geschichte(n)“ Di. - So. 10.30 – 17 Uhr.  Marie und ihrem blinden Gemahl, König Georg V., ist die Ausstellung mit historischen Dokumenten und Exponaten aus dem Privatleben des königlichen Paares gewidmet.

Theaterführungen durch die Sonderausstellung siehe unten. 

Theaterführung „Das Familienportrait“ zur Ausstellung zum 200. Geburtstag, kann zum Preis von 19 Euro pro Person gebucht werden. Bei der multimedialen und interaktiven Führung erleben die Besucher eine Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte. Königin Marie steigt heraus aus dem kolossalen Familienportrait und begegnet zahlreichen Persönlichkeiten vergangener Jahrhunderte. Sie weiß mit Musik und Gesang, aber auch durch Film und Hörspiel viel Spannendes, Romantisches, Tragisches und fast Geheimes aus dem Leben diverser Welfencharaktere zu erzählen. Dabei wird man auch die Stimme von Hörspielstars Oliver Rohrbeck wiedererkennen.

Ab 14 Jahre, ca. 90 Minuten, Anmeldung erforderlich: Tel. 05069-348000

Für diese Theaterführung gibt es erst wieder freie Termine am  4., 12. und  24. Oktober, 7. und 23. November, jeweils 19.30 Uhr.  


200 Jahre Marie und Georg - „Mal amüsant, mal tragisch – Königliche Geschichte(n)“

Anlässlich des 200. Geburtstages von Königin Marie, das wäre am 14. April 2018, widmet Schloss Marienburg der letzten hannoverschen Königin und ihrem Mann König Georg V., der im nächsten Jahr 200 Jahre geworden wäre, eine Jubiläumsausstellung. So lernt man Marie und Georg näher kennen: als Herrschende, Bauherren und Privatpersonen.

Kleine Geschichten und mediale Elemente zeichnen die facettenreichen Persönlichkeiten des Paares nach. Historische Dokumente und persönliche Besitztümer zeugen von der dramatischen Erblindung eines zukünftigen Königs, dem Erblühen einer jungen Liebe und dem Leben einer königlichen Familie. Da freut man sich über zahlreiche persönliche Gegenstände, Kinderspielzeuge und vor Allem den Briefwechsel zwischen Marie und Georg, durch den man einen Einblick in das Leben am hannoverschen Hof erlangt. 

Ein Großteil der über 50 Exponate sind erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen. Eines der spektakulärsten Ausstellungsstücke ist sicherlich die kostbar verzierte Schenkungsurkunde, mit der König Georg V. seiner Gemahlin an ihrem 40. Geburtstag die Marienburg zum Geschenk machte. Sie erhalten Antworten auf Fragen wie „Woher kamen diese facettenreichen Persönlichkeiten?“, „Warum erblindete Georg?“ „Und wieso konnte er trotzdem König werden?“, „Wie lernten sich Marie und Georg kennen?“, „und was prägte ihr Leben bis zum Gang ins Exil im Jahr 1866?“

Der stolze Urururenkel stellte die Ausstellung persönlich vor. Foto Wegener 

50 Minuten wandelt man mit kompetenter Führung durch die Räume des Obergeschosses im Königinnenflügel (Termine siehe oben).


Zur spannenden Geschichte des Schlosses: Die Königin geht ins Exil

Vor 150 Jahren fiel Schloss Marienburg in seinen Dornröschenschlaf    

Vor 150 Jahren, am 22. Juli 1867, versammelte die letzte Königin des Königreichs Hannover ihren 40-köpfigen Hofstaat um sich, um ihren Getreuen Adieu zu sagen und ihr geliebtes Schloss gen Österreich zu verlassen. Im Alter von 49 Jahren folgte sie ihrem Gemahl, König Georg V, nach langem Zögern ins Exil. Der König war nach Österreich ins Exil gegangen, nachdem das Königreich Hannover von den Preußen annektiert worden war. Auf seine Bitte war die Familie im Königreich geblieben, das er seit 1851 regiert hatte.

Doch im Sommer 1867 verlangten die Preußen, dass die Königin einen preußischen Hofstaat erhalten sollte. Man hoffte, die Demütigung, mit dem Feind unter einem Dach leben zu müssen, würde auch die Königin bewegen, das Land zu verlassen. So kam es dann auch.     

In der Nacht zum 23. Juli 1867 trat die Königin mit Prinzessin Mary die Flucht an. Prinzessin Friederike war schon vor Weihnachten zu Vater und Bruder nach Wien gereist. Nach der Überlieferung soll sie zu Pferde den Marienberg hinunter über die Leinebrücke zum königlichen Bahnhof Nordstemmen geprescht sein. Dabei soll das Pferd ein Hufeisen verloren haben, das der Hausmeister fand und als Erinnerung an das Nordosttor nagelte.

Im Schutz der Nacht sollen Königin Marie und Prinzessin Mary unerkannt den Zug bestiegen und über Göttingen nach Wien gereist sein. 

Die treue Magd Helene verhilft der Königin zu Flucht. Foto: Patrice Kunte

Nach dieser Nacht fiel die Sommerresidenz der Welfen in einen fast 80 Jahre währenden Dornröschenschlaf.

Marie von Sachsen-Altenburg (1818-1907) war die älteste von sechs Schwestern, geboren im thüringischen Hildburghausen. Im Alter von 21 Jahren lernte die fromme Protestantin den blinden Kronprinzen und späteren König Georg V. in seiner Sommerresidenz Schloss Monbrillant in Hannover kennen. Die beiden verliebten sich unsterblich bei einem Sommerurlaub auf der Insel Norderney - die heute noch von dem Glanz der Welfenkrone profitiert -  ineinander. Sie heirateten am 18. Februar 1843 in der Schlosskirche von Hannover.

Die Kronprinzessin war dem Pietismus zugeneigt, womit sie mit ihrem Schwiegervater in Widerspruch geriet. Das junge Paar lebte zurückgezogen und bescheiden, was König Ernst August als zu bürgerlich empfand. Da Marie ihre Kinder selbst stillte, wofür einer Adligen gewöhnlich Ammen weigerte sich ihr Schwiegervater, mit ihr an einer Tafel zu speisen. Außerdem missbilligte er, dass Marie und Georg zusammen in einer Kutsche fuhren.

In der Bevölkerung war das Kronprinzenpaar jedoch äußerst beliebt. So gilt als überliefert, dass Marie ihren Gatten zärtlich „mein Männi“ oder „Engelsmann“ nannte und daraus keinen Hehl machte.

Von 1851 bis 1866 war Marie an der Seite ihres Mannes die letzte Königin auf Hannovers Thron.

In diesen Jahren erlebten das höfische und das bürgerliche Musikleben Hannovers einen großen Aufschwung. König Georg gab als Pianist und Komponist dazu entscheidende Anregungen. Und auch die Königin liebte und förderte die Musik. Wie fortschrittlich und bürgernah sie war, zeigte sich auch in ihrem karitativen Wirken. Im Jahr 1859 legte sie den Grundstein für das evangelisch-lutherische Diakonissenmutterhaus mit angeschlossenem Krankenhaus in Hannover.

In Gedenken an ihre Großmutter nannte sie es Henriettenstiftung. Das Krankenhaus finanzierte sie weitestgehend aus ihren privaten Mitteln, aus dem Erbe ihrer Großmutter Henriette von Württemberg, der „Diakonissin im Fürstengewand“. Auch ist Marie Namenspatronin des Marienhospital Osnabrück, das sie zu seiner Gründung im Jahr 1859 und darüber hinaus finanziell unterstützte. Zusammen  mit ihrem Gemahl war sie Namensgeberin der heutigen Stadt Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Als die Königin dem König am 23. Juli 1867 ins Exil folgte, konnte noch niemand ahnen, dass der Liebesbeweis ihres Gemahls eines Tages zu den eindrucksvollsten neugotischen Baudenkmälern Deutschlands gehören würde.

In Österreich lebte die königliche Familie zunächst in Wien, bald schon wurde Gmunden am Traunsee zur neuen Heimat der Familie. Nach dem Tod Georgs V. (1878) wählte Königin Marie die Villa Thun in Gmunden als ihren Witwensitz, seither wird diese Villa „Königin von Hannover“ oder einfach „Königinvilla“ genannt. Die Villa befindet sich trotz der preußischen Annexion immer noch im Privatbesitz des Welfenhauses. 1907 starb Königin Marie in Gmunden, sie wurde in einem Mausoleum neben Schloss Cumberland beigesetzt, wo drei Jahre vor ihr auch ihr Nesthäkchen, Tochter Mary, ihre letzte Ruhe fand.

Seit einigen Jahren, erwacht aus seinem langen Dornröschenschlaf, verzaubert Schloss Marienburg seine Besucher immer wieder aufs Neue. Es beeindruckt mit seiner märchenhaften Erscheinung, seiner nahezu vollständig erhaltenen Innenausstattung und den unzähligen Türmchen und Zinnen. Das Schloss befindet sich heute im Besitz des Urururenkels von Königin Marie und König Georg V., S.K.H. Ernst August Erbprinz von Hannover.         

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe