Das Top-Ausflugsziel Schloss Marienburg hat noch viel zu bieten

Führung im Schloss und durch die Ausstellung „Der Weg zur Krone“ - Das Königreich Hannover und seine Herrscher

Nach dem überwältigenden Erfolg der ersten großen Ausstellung auf Schloss Marienburg im vergangenen Jahr wurde "Der Weg zur Krone" bis 23. Dezember 2017 verlängert.

2014 wurde das 300-jährige Jubiläum der Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien gefeiert und auch die Erhebung Hannovers zum Königreich jährte sich zum 200sten Mal.

Das Schloss hat diese beiden Jubiläen zum Anlass genommen, die Geschichte des Hauses Hannover in einer eigenen Ausstellung zu präsentieren. Hier wird der Weg der Welfen vom Kurfürstentum bis zum österreichischen Exil des letzten Königs in Gemälden und einzigartigen Gegenständen aus dem Besitz der Welfenherrscher nachvollzogen.

Höhepunkt sind die Insignien des Königreichs Hannover, die als Ensemble zum ersten Mal öffentlich gezeigt werden: die Königskrone mit Zepter sowie die Brautkrone (Foto Patrice Kunte).

Besucher wandeln während der Führung durch die sonst nicht zugänglichen Räume des Königinnenflügels im ersten Obergeschoss und haben einen wunderbaren Ausblick ins Leinetal. Die Ausstellung kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden, Dauer ca. 45 Min. (nicht barrierefrei).

Bis dato haben ca. 100 000 Menschen den „Weg zur Krone“ gefunden. Anmeldung unter Tel. 05069 - 34 800 0 wird empfohlen.

Weitere Führungen und Besichtigungen im Schloss:

bis 23. Dezember mittwochs bis sonntags 11 bis 16 Uhr.

Schloss Restaurant Marienburg:

Bis 23, Dezember mittwochs bis sonntags 10 - 16 Uhr, an Feier- und Brückentagen auch montags und dienstags geöffnet.

Sonntagsbrunch 10 bis 14 Uhr, Anmeldung erforderlich, Tel. 05069-3480040 und office@schloss-marienburg.de

Kontakt:  EAC GmbH, Schloss Marienburg, Marienberg 1, 30982 Pattensen,  Tel. +49 (0) 5069 34800-0,  office@schloss-marienburg.de, www.schloss-marienburg.de 

Marie wird 200, Geheimnisse des Familienporträts und der Hexer

Schloss Marienburg-Programm 2018 ist voller Highlights

Während man sich auf Schloss Marienburg nach einem ereignisreichen Sommer für die Wintersaison rüstet, ist der Kartenvorverkauf für die Open-Air-Highlights des Jahres 2018 angelaufen.

Das Jahresprogramm 2018 für die Veranstaltungen und Führungen auf Norddeutschlands einzigem Königsschloss ist ab sofort im Schloss oder online unter www.schloss-marienburg.de erhältlich.

Im kommenden Sommer werden zehn Open-air-Veranstaltungen im romantischen Innenhof des Welfenschlosses auf dem Programm stehen. Wie bisher ist zu erwarten, dass die meisten schnell ausverkauft sein werden.

Erste Vorschau auf 2018: Nach dem traditionellen Schloss Marienburg Tattoo im Juli folgen im August und September die grandiosen Livehörspiele der Lauscherlounge, Märchentheater und Stars der Kleinkunstszene beim Best of „Kleines Fest!“. Mit Marsch- und Blasmusik, eingebettet in effektvolle Choreographien, beeindruckt das Schloss Marienburg Tattoo am 6. und 7. Juli  vor der filmreifen Kulisse des Schlossinnenhofs seine Fans. Nunmehr im 10. Jahr geben Drums’n Pipes und Dudelsack hier den Ton an.

Auch die Macher der „drei ???“ aus Berlin sind wieder dabei und liefern dann im sechsten Jahr wieder beste Unterhaltung mit hohem Gruselfaktor. Erstmals werden auf Schloss Marienburg „Der Hexer“ (24. August) und „Die Legende von Sleepy Hollow“ (25.August) mit dem unheimlichen hessischen Söldner ohne Kopf zu erleben sein. Besucher der Hörspielabende im vergangenen Sommer hatten für diese beiden Stücke votiert. Um den berühmtesten Kater der Märchenwelt geht es am 26. August. Die „stillen hunde“ aus Göttingen bringen den „Gestiefelten Kater“ für die Familie auf die Bühne.

Das Best of „Kleines Fest“!, ein weiterer Publikumsrenner, geht wieder an fünf Abenden (29. bis 31. August, 1. und 2. September) über die Bühne. Mittlerweile im achten Jahr machen Publikumslieblinge von Hannovers Kultfestival das Königsschloss zum Kleinkunst-Hotspot.

 

Märchenhochzeit im Königsschloss

Seit fünf Jahren werden auf Schloss Marienburg standesamtliche Trauungen durchgeführt. Auch im Jahr 2018 werden sich heiratswillige Paare auf Norddeutschlands einzigem Königsschloss das Jawort geben. Das Trauzimmer befindet sich in den ehemaligen Räumen des Kronprinzen, die im Jahr 2014 aufwendig restauriert wurden und erst seitdem für standesamtliche Trauungen genutzt werden.

Seit dem 1. November 2017 hat das Standesamt Pattensen die Termine für das Jahr 2018 unter www.pattensen.de bekannt gegeben. An den Terminen, für die es erfahrungsgemäß eine große Nachfrage gibt, können sich die Paare jeweils um 11, um 12 und 13 Uhr von Mai bis September im hochherrschaftlichen Ambiente trauen lassen. Interessierte Paare können sich im Standesamt Pattensen unter Telefon 05101-1001-305 beraten und ihren Wunschtermin persönlich oder telefonisch reservieren lassen.

Seit 2012 steht Heiratswilligen als romantische Kulisse für den schönsten Tag im die romantische Schlosskapelle nach dem Vorbild der Sainte Chapelle in Paris für kirchliche Trauungen zur Verfügung. Für Hochzeitsfeiern, -empfänge und - partys stehen Säle und Räume des Schlosses sowie das Schloss Restaurant den festlichen Rahmen. Informationen zur Verfügbarkeit und Reservierung der Kapelle sowie sonstiger Räumlichkeiten des Schlosses erhält man auch direkt bei der Schlossverwaltung unter der Telefon 0 50 69 34 80 00.

 

Im Jahr 2018 jährt sich der 200. Geburtstag von Königin Marie von Hannover. Bei der neuen Theaterführung „Das Familienporträt“ tritt die Gattin des letzten hannoverschen Königs aus dem monumentalen Gemälde heraus und macht die Besucher mit Musik und Gesang, aber auch mit Film und Hörspiel mit diversen Charakteren des Welfenhauses und ihrem Schicksal bekannt. Die neue Führung gehört zu sechs verschiedenen Theater- und Themenführungen, die zusätzlich zu den regelmäßigen Schlossführungen angeboten werden.

Tickets für die Veranstaltungen sind erhältlich bei den reservix-Vorverkaufsstellen, unter www.reservix.de und bei der Schlossverwaltung unter Tel. 05069 34800 0.

Die wichtigsten Termine beinhaltet die Programmbroschüre 2018. Die vollständige Terminübersicht ist jeweils aktuell unter www.schloss-marienburg.de zu finden.

Für die Themen- und Theaterführungen ist die Anmeldung unter Tel. 05069 34800 0 erforderlich.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe

Zur spannenden Geschichte

Zur spannenden Geschichte des Schlosses: Die Königin geht ins Exil

Vor 150 Jahren fiel Schloss Marienburg in seinen Dornröschenschlaf    

Vor 150 Jahren, am 22. Juli 1867, versammelte die letzte Königin des Königreichs Hannover ihren 40-köpfigen Hofstaat um sich, um ihren Getreuen Adieu zu sagen und ihr geliebtes Schloss gen Österreich zu verlassen. Im Alter von 49 Jahren folgte sie ihrem Gemahl, König Georg V, nach langem Zögern ins Exil. Der König war nach Österreich ins Exil gegangen, nachdem das Königreich Hannover von den Preußen annektiert worden war. Auf seine Bitte war die Familie im Königreich geblieben, das er seit 1851 regiert hatte.

Doch im Sommer 1867 verlangten die Preußen, dass die Königin einen preußischen Hofstaat erhalten sollte. Man hoffte, die Demütigung, mit dem Feind unter einem Dach leben zu müssen, würde auch die Königin bewegen, das Land zu verlassen. So kam es dann auch.     

In der Nacht zum 23. Juli 1867 trat die Königin mit Prinzessin Mary die Flucht an. Prinzessin Friederike war schon vor Weihnachten zu Vater und Bruder nach Wien gereist. Nach der Überlieferung soll sie zu Pferde den Marienberg hinunter über die Leinebrücke zum königlichen Bahnhof Nordstemmen geprescht sein. Dabei soll das Pferd ein Hufeisen verloren haben, das der Hausmeister fand und als Erinnerung an das Nordosttor nagelte. Im Schutz der Nacht sollen Königin Marie und Prinzessin Mary unerkannt den Zug bestiegen und über Göttingen nach Wien gereist sein.

Nach dieser Nacht fiel die Sommerresidenz der Welfen in einen fast 80 Jahre währenden Dornröschenschlaf. 

Die treue Magd Helene verhilft der Königin zu Flucht. Foto: Patrice Kunte

Marie von Sachsen-Altenburg (1818-1907) war die älteste von sechs Schwestern, geboren im thüringischen Hildburghausen. Im Alter von 21 Jahren lernte die fromme Protestantin den blinden Kronprinzen und späteren König Georg V. in seiner Sommerresidenz Schloss Monbrillant in Hannover kennen. Die beiden verliebten sich unsterblich bei einem Sommerurlaub auf der Insel Norderney - die heute noch von dem Glanz der Welfenkrone profitiert -  ineinander. Sie heirateten am 18. Februar 1843 in der Schlosskirche von Hannover.

Die Kronprinzessin war dem Pietismus zugeneigt, womit sie mit ihrem Schwiegervater in Widerspruch geriet. Das junge Paar lebte zurückgezogen und bescheiden, was König Ernst August als zu bürgerlich empfand. Da Marie ihre Kinder selbst stillte, wofür einer Adligen gewöhnlich Ammen weigerte sich ihr Schwiegervater, mit ihr an einer Tafel zu speisen. Außerdem missbilligte er, dass Marie und Georg zusammen in einer Kutsche fuhren.

In der Bevölkerung war das Kronprinzenpaar jedoch äußerst beliebt. So gilt als überliefert, dass Marie ihren Gatten zärtlich „mein Männi“ oder „Engelsmann“ nannte und daraus keinen Hehl machte.

Von 1851 bis 1866 war Marie an der Seite ihres Mannes die letzte Königin auf Hannovers Thron.

In diesen Jahren erlebten das höfische und das bürgerliche Musikleben Hannovers einen großen Aufschwung. König Georg gab als Pianist und Komponist dazu entscheidende Anregungen. Und auch die Königin liebte und förderte die Musik. Wie fortschrittlich und bürgernah sie war, zeigte sich auch in ihrem karitativen Wirken. Im Jahr 1859 legte sie den Grundstein für das evangelisch-lutherische Diakonissenmutterhaus mit angeschlossenem Krankenhaus in Hannover.

In Gedenken an ihre Großmutter nannte sie es Henriettenstiftung. Das Krankenhaus finanzierte sie weitestgehend aus ihren privaten Mitteln, aus dem Erbe ihrer Großmutter Henriette von Württemberg, der „Diakonissin im Fürstengewand“. Auch ist Marie Namenspatronin des Marienhospital Osnabrück, das sie zu seiner Gründung im Jahr 1859 und darüber hinaus finanziell unterstützte. Zusammen  mit ihrem Gemahl war sie Namensgeberin der heutigen Stadt Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Als die Königin dem König am 23. Juli 1867 ins Exil folgte, konnte noch niemand ahnen, dass der Liebesbeweis ihres Gemahls eines Tages zu den eindrucksvollsten neugotischen Baudenkmälern Deutschlands gehören würde.

In Österreich lebte die königliche Familie zunächst in Wien, bald schon wurde Gmunden am Traunsee zur neuen Heimat der Familie. Nach dem Tod Georgs V. (1878) wählte Königin Marie die Villa Thun in Gmunden als ihren Witwensitz, seither wird diese Villa „Königin von Hannover“ oder einfach „Königinvilla“ genannt. Die Villa befindet sich trotz der preußischen Annexion immer noch im Privatbesitz des Welfenhauses. 1907 starb Königin Marie in Gmunden, sie wurde in einem Mausoleum neben Schloss Cumberland beigesetzt, wo drei Jahre vor ihr auch ihr Nesthäkchen, Tochter Mary, ihre letzte Ruhe fand.

Seit einigen Jahren, erwacht aus seinem langen Dornröschenschlaf, verzaubert Schloss Marienburg seine Besucher immer wieder aufs Neue. Es beeindruckt mit seiner märchenhaften Erscheinung, seiner nahezu vollständig erhaltenen Innenausstattung und den unzähligen Türmchen und Zinnen. Das Schloss befindet sich heute im Besitz des Urururenkels von Königin Marie und König Georg V., S.K.H. Ernst August Erbprinz von Hannover.         

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe