130 % mehr Sprengel

Unter dem „Slogan 130% Sprengel“ hat das Museum richtig was zu bieten

Sprengel-Direktor Reinhard Spieler  setzt  auf  große Ausstellungen, möchte  aber auch mit kleineren und feineren Exponaten punkten. Das Museum bietet auch ein vielfältiges Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm.

Öffnungszeiten
Dienstags 10 - 20 Uhr, mittwochs bis sonntags 10 - 18 Uhr, montags geschlossen.


Unverhofft kommt doch

Sprengel Museum ist „Museum des Jahres 2017“

Das war eine große Überraschung: Zum „Museum des Jahres“ kürte die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) in diesem Jahr das Sprengel Museum Hannover: Besonders im Blick hatte die Jury bei der Auszeichnung die herausragende Sammlung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, die durch gezielte Ankäufe, Schenkungen und Dauerleihgaben – unterstützt durch wichtige Partner und Förderer – kontinuierlich wächst.

Eine wichtige Rolle spielte für den Kritikerverband zudem die Gründung des ersten Foto-Blogs im deutschsprachigen Raum (www.foto-kunst-theorie.de ) . Er bietet eine Plattform, „um unter dem Horizont der Kunst über Fotografie zu diskutieren“. Die Auszeichnung würdigt zudem einen konsequenten Blick auf die zeitgenössische Kunst, der sich das Sprengel Museum Hannover mit abwechslungsreichen Sonderausstellungen widmet.

Die Feiern anlässlich der Preisverleihung zum “Museum des Jahres 2017“ und zur „Ausstellung des Jahres“ („Surreale Sachlichkeit: Werke der 1920er und 1930er Jahre aus der „Nationalgalerie“ in der Sammlung Scharf-Gerstenberg) findet im Januar 2018 im Sprengel Museum in Hannover statt.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe

Ein Museum mit viel Programm

Märchen erzählen zum Bild

Am Donnerstag, 23. November um 12 Uhr erzählt Gisela Gräfin von Arnim 20 Minuten das Märchen „Die Prinzessin im Apfel“ zu dem Bild von Alberto Giacometti "Pommes dans l’atelier, 1953"

Wohin mit den Sorgen?

Am Freitag, 24. November um 15 Uhr behandelt  Das Quartett im Treppenhaus mit „Dein persönliches Notfallkonzert“ die kleinen und größeren Notfälle mit einer individuellen Klassik-Infusion. Eintritt frei

Ein Musiker. Ein Kunstwerk.

Donnerstag, 30. November, 12 Uhr, gibt es ein 20-Minuten-Konzert.

Eine Musikerin oder ein Musiker des Orchester im Treppenhaus präsentiert die persönliche Interpretation eines ausgewählten Bildes mit Katharina Gieling, Geige (Foto). 

KunstGottesdienst - Kirche kommt ins Museum

Am Sonntag, 3. Dezember, 11.15 Uhr, gibt es einen KunstGottesdienst zu Marianne von Werefkin, "Die schwarzen Frauen", um 1910 mit Matthias Surall, dem„Kunst“-Pastor Zwischen Bildender Kunst und Popkultur.

Veranstalter ist das Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Musik: Margit Kern, Akkordeon.

Ein Musiker. Ein Kunstwerk

Am Donnerstag, 7. Dezember, 12 Uhr gibt es ein 20-Minuten-Konzert:

Eine Musikerin oder ein Musiker des Orchester im Treppenhaus präsentiert die persönliche Interpretation eines ausgewählten Bildes mit Maria Pache, Viola (Foto) 


Grafik aus der DDR

„Grafik Ost“ - Kunst aus der DDR

Vor einigen Jahren standen Handzeichnungen von DDR-Künstlern im Fokus des Interesses. 

Nun widmet sich die Ausstellung „Grafik Ost“  der Druckgrafik aus der Zeit des „Kalten Krieges“. Die Grafik, die von der SED-Kulturpolitik keine besondere Beachtung erlebte, galt als Medium der Freiheit, mit dem sich eine künstlerische Sub- und Gegenkultur etablierte.

Die Sammlung wurde in den 1980er-Jahren von dem Diplomaten und späteren Bürgermeister von Leipzig, Dr. Georg Girardet, in Berlin zusammengetragen. Von 1978 bis 1985 war er als Referent in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR in Ost- Berlin tätig, dabei von 1980 bis 1985 als Kulturreferent. In dieser Zeit führte er zahlreiche Kulturveranstaltungen in der Ständigen Vertretung durch, darunter eine Beuys-Ausstellung in Anwesenheit von Joseph Beuys. Seine Funktion ermöglichte ihm auch den engen Kontakt mit den bildenden Künstlern in der DDR.

1988 erwarb das Land Niedersachsen für das Sprengel Museum eine Sammlung von 413 Werken von DDR-Kunst, die bislang noch nie gezeigt wurden. In der Mehrzahl handelt es sich um Druckgrafik, daneben wenige Handzeichnungen und Fotografien. In der Ausstellung Grafik Ost wird eine Auswahl von etwa 100 Druckgrafiken aus diesem Konvolut gezeigt.

Die Ausstellung findet im Rahmen des überregionalen Verbundprojektes „Land der Grafik“ statt, welches sich grafischen Sammlungen mit Kunst aus der DDR widmet. (Bis 7. Januar 2018)

Martin Hoffmann, U-Bahnhof, 1980, Farbige Offset-Lithografie, 48,1 x 32,1 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Herling / Gwose, Sprengel Museum

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


KALIBRIERUNG - Bild und Wirklichkeit

Mit  „Kalibrierung 5“  werden Bild und Wirklichkeit von den Künstlern Margret Eicher und Adi Hoesler ausgelotet

Fragen, die die Ausstellung „Kalibrierung 5“  des Sprengel Museums aufwirft, sind bizarr – eine zweiteilige in mehrfachem Sinn zusammenhängende Präsentation von zwei Künstlern.

So füllt das eine Werk die gesamte Rückwand der Einblickshalle vom Eingang aus links zu sehen, sechs Meter hoch und 15 Meter lang, das andere Werk  hängt mit gut zwölf Quadratmetern auf dem ersten Werk. Das eine ist ein Computerausdruck, das andere ein äußerst kunstvoll gewebter Gobelin. Beide beziehen sich indirekt auf ältere Kunst und die jüngere auf die Mediengeschichte.

Diese Ausstellung verspricht das Verhältnis von „Bild und Wirklichkeit“ zu durchleuchten. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftswerk von Margret Eicher und Adi Hoesle unter dem Titel „Kalibrierung 5“. 

Das Kalibrieren, ist die Untersuchung von Messabweichungen. Sie dient normalerweise dazu, verlässlich auftretende Fehler, wie zum Beispiel bei der Reproduktion  eines Objektes, verlässlich zu korrigieren.

Die Künstler vor ihrem Werk. Foto U. Micha

Margret Eichers Vorlage ist immerhin eine sehr aufwändige, figurative und sinnstiftende Tapisserie. Sie wurde in einer traditionsreichen belgischen Weberei angefertigt.

Adi Hoesle greift in seine Messung ein, dass kleine Fehler dann großflächig auch Fehlermachen – und das computergenerierte Ergebnis dann zwischen Bildzerstörung und einem Himmelsritt liegt.

„Kalibrierung 5. Bild und Wirklichkeit“ ist bis zum 18. Februar im Sprengel Museum, zu sehen.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Romantik pur - Der Nachlass von Sascha Weidner

Es ist einfach ergreifend, mit wie viel Feingefühl der Fotograf Sascha Weidner die Abendstimmung eingefangen hat.

Dem Betrachter bietet sich ein blattloser Baum im herbstlich goldenen Gegenlicht. Das ist einfach nur Romantik pur, besser geht es nicht!

Der Künstler hat seine Bilder weder  gezeichnet noch gemalt – für ihn war die Kamera Pinsel, Farbe und Leinwand zugleich. Mit der Ausstellung im Sprengel Museum wird deutlich, über welche enorme Bandbreite Weidner verfügte. Überraschend erlag der Fotograf 2015 mit nur 41 Jahren einem Herzinfarkt. Die überzeugende und großzügige Hängung, in dessen Fotosälen die Werke zu besichtigen sind, beeindrucken und hier und da bekommt der Besucher eine leise Gänsehaut. Die Ausstellung trägt den Untertitel „Nachlasssichtung I“.

120 seiner Werke wurden von der Fotokuratorin Inka Schube ausgewählt, die zeigen, dass auch in dieser Fotografie alles miteinander zusammenpasst. Weil die Fotokunst von Sascha Weidner durch eine radikale Subjektivität einen kleinsten gemeinsamen Nenner hat.

Sein Nachlass, insgesamt neun Kubikmeter in Kisten und Kasten verpackt, harrt der Dinge, die da kommen sollen. Erst 200 seiner Fotografien sind bisher dokumentiert.

Sascha Weidner Caché II 2010 Digital Fine Art Print 110 × 110 cm, Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung / Sprengel Museum Hannover © The Estate of Artist Sascha Weidner

Weidner nannte sich selbst einen “rastlos suchenden Romantiker“. Seine Bilder zeigen verrätselte Selbstporträts in unverkennbaren Landschaften oder auf dem Boden liegend mit einem Reh. So gibt es Nahaufnahmen, eines von blauen Adern durchzogenen Hauses („Amazonas“). Weidners Blick geht bis ins Unterholz niedersächsischer Wälder und dann hoch oben über das nächtliche Los Angeles

Doch eine seiner schönsten Arbeiten ist ein riesiges Motiv namens „Hanami“ (Kirschblüte), das aus 25 Exemplaren des Künstlerbuches gleichen Titels besteht. Von Japan war Weidner fasziniert, hier entstanden auch wirklich sehr, sehr eindrucksvolle Fotos, so auch in einem „Selbstmordwald“ am Fuße des Fuji. „Für Sascha Weidner war alles intensiv erlebte Emotion“, sagt Inka Schube, die bereits vor mehr als zehn Jahren auf den Fotokünstler aufmerksam wurde. Da hatte Weidner gerade sein Kunststudium an der HBK Braunschweig als Meisterschüler von Dörte Eißfeldt abgeschlossen. Eißfeldt ist dafür bekannt, dass ihr der authentische  Ausdruck subjektiver Innenwelten wichtiger ist als die Abbildung wie auch immer geartet objektiver Außenwelten.

Für Sprengel-Direktor Reinhard Spieler ist der Nachlass „ein herausragendes Werk, das auch zeigt, dass wir als Haus für Fotografen interessant sind“. Allerdings sei die Annahme des Weidner-Nachlasses eine „absolute Ausnahme“, so Inka Schube, die allein in der besonderen Qualität der Objekte begründet liegt.

So hat der Künstler bestimmte Motive in einem Kunststoff eingegossen, dessen Zusammensetzung völlig unbekannt ist – was man aber wissen muss, um mit den Werken konservatorisch korrekt umgehen zu können. Hier arbeitet das Sprengel Museum mit einem Schweizer Institut zusammen.

Die Ausstellung ist bis zum 19. November zu sehen.

Anläßlich der Ausstellung ist das  Weidner-Buch „The Far Flowered Shore“ erschienen.

Sascha Weidner Reh II 2013 Digital Fine Art Print 53 x 45 cm, Sprengel Museum Hannover, Schenkung Ole A. H. Truderung  © The Estate of Artist Sascha Weidner

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Die nächste Fotoausstellung zeigt Jochen Lempert. Honeyguides

Der Biologe und Fotograf setzt seine Berufe in einen verblüffenden Bildkosmos.

(29. November bis 18. Februar 2018)


Theoretische Auseinandersetzung im Foto-Blog

Der neue Sprengel FOTO-Blog FOTO \ KUNST \ THEORIE bietet eine theoretische Auseinandersetzung im Spannungsbereich von Fotografie und Kunst - und das ist im deutschsprachigen Raum einmalig (www.foto-kunst-theorie)

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe