WISSENSCHAFT - PREISE


Leibniz-Universität unter den Top 10

Über 900 Gäste beim Neujahrsempfang in der Leibniz Universität Hannover

Steigende Studierendenzahlen und Erfolge in der Forschung sind gleichermaßen Grund zur Freude wie auch Herausforderung: Während des Neujahrsempfangs der Leibniz Universität (LUH) am 10. Januar gab Präsident Prof. Dr. Volker Epping den mehr als 900 Gästen Einblicke in die Themen, die die Universität besonders bewegen. Der Einladung gefolgt waren Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft sowie Universitätsangehörige. Unter ihnen Oberbürgermeister Belit Onay, der selbst Absolvent der LUH ist.

Im Anschluss an die Rede des Präsidenten wurden die mit je 5.000 Euro dotierten Preise für exzellente Lehre an verliehen. Seit 2017 vergibt das Präsidium der Leibniz Universität zwei Preise für exzellente Lehre. Eine Auszeichnung ist für eine Professorin oder einen und Professor bestimmt, eine weitere geht an eine Wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. einen Wissenschaftlichen Mitarbeiter.

 Dr. Florian Leydecker (Foto lks.), eigentlich Mathematiker, wurde von Studierenden der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät für den Preis für exzellente Lehre vorgeschlagen. „Seine Begeisterung für das Fach und die Lehre bringt selbst jene mit geringer Begeisterung für den Stoff dazu, sich mit den schwierigen Sachverhalten der Lehrveranstaltung auseinanderzusetzen“, heißt es in dem Nominierungsvorschlag der Studierenden.

Prof. Dr. Veith Mehde (Foto r.), ist seit 2006 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaft an der Juristischen Fakultät der LUH. Der Erfolg von Professor Mehde beruht unter anderem darauf, dass er den Lehrstoff interessant und lebendig präsentiert und die Studierenden auf diese Weise für das Öffentliche Recht begeistert.

Der Universitätspräsident betonte, dass die LUH steigende Studierendenzahlen verzeichnet: Zum ersten Mal seit 1995 sind wieder mehr als 30.000 Studierende eingeschrieben, und von diesen sind 15 Prozent Bildungsausländer. Und die Uni ist stolz, unter den Top Ten Bundesweit zu sein.

Ein Höhepunkt des Jahres 2019 war die Eröffnung des zweiten Bauabschnitts des Campus Maschinenbau in Garbsen, in dem alle Maschinenbauinstitute vereint werden. „Der Maschinenbau ist drittmittel-, innovationsstark und hat einen international hervorragendem Ruf“, so Epping. Der Campus in Garbsen wächst bereits weiter: der neue Forschungsbau SCALE wird zukünftig Wissenschaftler(n)*innen mit effizienteren und nachhaltigeren Fertigungsmethoden für Großbauteile zur Verfügung stehen.

Durch das Wachstum in Lehre und Forschung sowie die enge Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die sich teils neu in Universitätsnähe ansiedeln möchten, sind die Platzkapazitäten erschöpft. Im Zusammenwirken mit der Stadt erschließt die Universität deshalb künftig einen neuen Campus für den Optik-Bereich.

Der Universitätspräsident schloss seine Rede dennoch mit einem optimistischen Blick in die Zukunft: „Ich bin zuversichtlich, dass Niedersachsen sich nicht von den anderen Bundesländern abhängen lässt und den Wert seiner Hochschulen erkennt und auch in auskömmlicher Finanzierung ausdrückt“, so Epping, dessen Amtszeit 2019 vorzeitig für eine weitere Periode – bis Ende 2028 verlängert wurde.

LUH/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche/Fotos G. Lachmann

11.01.2020


Ermutigendes Zeichen in Zeiten des Brexit

Schottische und Niedersächsische Hochschulen vertiefen Zusammenarbeit

Die niedersächsischen und schottischen Hochschulen intensivieren ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Studium und Lehre. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) hat 22 Kooperationsanträge von niedersächsischen Hochschulen mit einem Gesamtvolumen von 110.000 Euro bewilligt. Im kommenden Jahr soll die Förderung fortgesetzt werden.

„Wir füllen die Zusammenarbeit mit diesem Förderprogramm mit Leben und vertiefen sie. Die Vielzahl der Anträge zeigt das große Interesse der Hochschulen und ist ein gutes und ermutigendes Zeichen in Zeiten des Brexit. Denn gerade auf dem Gebiet der Wissenschaft ist der grenzenlose Austausch von Ideen und Wissen Voraussetzung für die Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit“, sagten Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, und sein schottischer Amtskollege Richard Lochhead, Scottish Minister for Further Education, Higher Education and Science.

Sie hatten bei einem Treffen im September in Glasgow eine enge Zusammenarbeit der Hochschulen beider Länder angekündigt. Beide Seiten wollen spezielle Programme für den wissenschaftlichen Nachwuchs und gemeinsame Forschungsprojekte fördern.

Neben der Förderung von Hochschulkooperationen soll im Herbst 2020 an der Leuphana Universität Lüneburg ein schottisch-niedersächsisches Symposium stattfinden, das Wissenschaftler*innen aus allen niedersächsischen Hochschulen mit ihren schottischen Partnern zusammenbringt. Es wird organisiert vom European Centre for Advanced Studies (ECAS), einer gemeinsamen Einrichtung der Universitäten von Glasgow und Lüneburg. Geplant ist außerdem ein Fellowship-Programm, das den Austausch von Wissenschaftler*innen fördert. Insgesamt stellt das MWK für seine Schottland-Initiative zunächst rund 300.000 Euro bereit. Auch die schottische Seite hat eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

03.01.2020


Junge Planer*innen wollen Zukunft auf dem Land gestalten

Hochschulpreis der Niedersächsischen Akademie Ländlicher Raum

Bei der Preisverleihung des diesjährigen Hochschulpreises der Niedersächsischen Akademie Ländlicher Raum (ALR) fanden sich zahlreiche Gäste aus Verwaltung, Wissenschaft und Gesellschaft ein. Jutta Kremer, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, dankte in ihrer Festrede der Akademie für die Auslobung des Preises: „So vielfältig unsere ländlichen Räume sind, so maßgeschneidert müssen auch die Lösungsansätze für die Entwicklung einzelner Regionen sein.

v.l.n.r. ALR-Geschäftsführer Wolfgang Kleine Limberg, Joyce Gosemann (1. Preis), Ann Kathrin Schönmann (1. Preis), Staatssekretärin Jutta Kremer, Dr. Marie Diekmann (3. Preis), Michael Schier (Sparkassenverband Niedersachsen), Juryvorsitzende Dr. Sylvia Herrmann, ALR-Vorsitzender Helmut Weiß. Foto: Viola Maiwald

Mit Ihrem Preis setzen Sie wichtige Impulse für die aktuellen und künftigen Herausforderungen Niedersachsens. Dafür möchte ich Ihnen herzlich danken.“

In ihrer Laudatio ging die Vorsitzende der Auswahljury PD Dr. Herrmann, Leibniz Universität, darauf ein, dass in diesem Jahr bei den Einreichungen eine thematische Umorientierung festzustellen war. Einerseits behandeln die Arbeiten fast ausschließlich aktuelle und drängende Themen wie den Klimawandel und gesellschaftliche Transformationen in ländlichen Räumen sowie Fragen der Beteiligung von Akteuren bei der Lösung dieser Probleme. Andererseits wurde deutlich, dass die Absolvent*innen und Studierenden sich verstärkt mit der interdisziplinären Bearbeitung dieser Themen auseinandersetzen und dadurch auch weitergehende Erkenntnisse erlangen.

Bei der Preisverleihung konnte Dr. Sylvia Herrmann verkünden: aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen gibt es in diesem Jahr zwei erste Preise! Diese gehen an Joyce Gosemann, Leibniz Universität, für ihre Bachelorarbeit zum Thema „Small & Urban – Urbanität in Kleinstädten am Beispiel der Stadt Holzminden“ sowie an Ann Kathrin Schönmann, Leibniz Universität, die sich in ihrer Masterarbeit mit „Küsten der Zukunft – Auf dem Weg zu Meer Land“ beschäftigt hat. Auch der dritte Preis beschäftigt sich mit innovativen Ansätzen für die Entwicklung in ländlichen Räumen. Dr. Marie Diekmann, Georg-August- Universität Göttingen hat sich in ihrer Dissertation mit der Frage „Landwirtschaft und Gesellschaft: Community Supported Agriculture als innovative Nische“ auseinander gesetzt.

Zusätzlich zu den Preisen gab es drei Anerkennungen für Arbeiten, die sich mit nachhaltiger Dorfentwicklung, den Möglichkeiten der Verstetigung projektbezogener Planung sowie dem Umgang mit aktuellen Konflikten zwischen Naturschutz und anderen Landnutzern beschäftigen.

Sigrid Lappe. Hannover Woche/Ute Micha, Presse Dienst Nord

27.11.2019


Völlig losgelöst

Leibniz-Universität testet Einstein-Fahrstuhl

Er ermöglicht Experimente bei Schwerelosigkeit

Und das ist mal wieder Spitzen-Forschung aus Hannover! Denn mit 20 Metern pro Sekunde schießt die graue Kunststoff-Kapsel im Schacht nach oben, um nur Bruchteile später wieder nach unten abzusausen. Und diese Tatsache lässt dann in der Gondel für vier Sekunden die Schwerelosigkeit zu.

Wissenschaftler des Hannover Institute of Technology (HITec) der Leibniz-Universität haben den neuen sogenannten Einstein-Elevator erfolgreich getestet.

Das Weltraumabenteuer beginnt in Hannover. Foto GWLU

Weltweit einzigartig ist dieser Fallturm, in dem die Forscher bis zu 300 Experimente am Tag durchführen können.

Dazu sagte Projektmanager Christoph Lotz: "Wir haben gezeigt, dass wir die Motoren so präzise steuern können, dass sie den Luftwiderstand der Gondel für das Freischweben des Experimentes im Innern kompensieren." Und das heißt: Die Schwerelosigkeit entsteht nur, weil die Bewegungswiderstände der Gondel während des Falls ausgeglichen werden.

Doch wozu ist der Weltraum-Lift denn eigentlich da? Es können Experimente von Wissenschaftlern durchgeführt werden, wie z.B. unter Schwerkraftbedingungen auf Mond und Mars. Und so wird getestet, ob ein 3D-Drucker auch unter diesen Umständen funktioniert. Damit könnten bei Weltraumexpeditionen unterwegs die entsprechenden Werkzeuge gebaut werden.

Professor Ludger Overmeyer, Leiter des Instituts für  Transport- und  Automatisierungstechnik: "Wir wollen am Ende verstehen, wie sich Materie ins Nichts schreiben lässt."

Forschern soll der Einstein-Elevator auf der ganzen Welt zur Verfügung stehen und ab Frühjahr 2020 in den regulären Betrieb gehen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

13.12.2019 


Neuer Supercomputer gestartet

„Lise“ und „Emmy“ rechnen für die Spitzenforschung in ganz Norddeutschland

Der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen hat den Supercomputer HLRN-IV in Betrieb genommen.

Mit einer Viertelmillion Rechenkernen und der Spitzenleistung von 16 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde gehört das 30 Millionen Euro teure System der Firma Atos zu den leistungsstärksten Rechnern der Welt. In Berlin und Göttingen leisten „Lise“ und „Emmy“, benannt nach der Mathematikerin Emmy Noether und der Physikerin Lise Meitner, Berechnungen für die Forschungen an über 120 Hochschulen und 170 Forschungseinrichtungen in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

v.l.n.r. Björn Thümler (Niedersachsen), Dr. Claudia Schilling (Bremen), Steffen Krach (Berlin), Dr. Manja Schüle (Brandenburg), Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas (BMBF), Katharina Fegebank (Hamburg), Bettina Martin (Mecklenburg-Vorpommern). Foto: ITMZ | Universität Rostock.

Die Finanzierung des Supercomputers erfolgt zu jeweils 50 Prozent durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die beteiligten Länder.

Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, erklärt: „Exzellente Forschung braucht exzellente Rahmenbedingungen. Deutschland nimmt im Hochleistungsrechnen eine führende Rolle ein.“ Und weiter: „Wir ermöglichen die Spitzenforschung von morgen.“

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, erklärt: „Vor fast 80 Jahren hat der Computerpionier Konrad Zuse hier in Berlin in seinem Wohnzimmer den Vorläufer des ersten modernen Rechners gebaut. Heute liefert der neue Supercomputer vom Berliner Zuse-Institut aus Spitzenleistung für die Spitzenforschung in ganz Norddeutschland.“

Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, sieht Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Spitzenforschung: „Mit der Inbetriebnahme des Hochleistungsrechners leistet der HLRN-Verbund einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der norddeutschen Spitzenforschung. Die Erfolgsgeschichte des Hochleistungsrechnens in Norddeutschland, speziell am Standort Niedersachsen, wird damit fortgeschrieben.“ Der neue Hochleistungsrechner sei nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Digitalisierung in Niedersachsen, sondern stärkt gleichzeitig das wissenschaftliche Leistungsvermögen, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die Unabhängigkeit Europas.“

 Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

19.12.2019


Minister Thümler verleiht Wissenschaftspreis Niedersachsen 2019

Es wurden neun hochdotierte Preise an Wissenschaftler und Studierende vergeben

Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler hat  am 27. November Wissenschaftler und Studierende aus niedersächsischen Hochschulen mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2019 ausgezeichnet. „Die Preisträgerinnen und Preisträger des Wissenschaftspreises Niedersachsen ehren wir für ihre wissenschaftliche Exzellenz, sowie für ihre herausragenden Verdienste für die Hochschulentwicklung in Niedersachsen“, sagte Thümler.

Ausgezeichnete Wissenschaftler freuen sich über die Anerkennung ihrer Leistungen. Foto S. Lappe 

Der Minister verlieh die Preise für Forschung, Lehre und Studium an drei Professoren, einen Nachwuchswissenschaftler und fünf Studierende, darunter ein Team. Alle Preisträger*innen sind an einer niedersächsischen Hochschule tätig.

Den mit 25.000 Euro dotierten Preis als herausragender Wissenschaftler einer erhielt Prof. Dr. Henrik Mouritsen, seit 2007 Professor am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg. Er gehört zu den weltweit führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Tierorientierung und -navigation. Prof. Mouritsen zeichnet sich zudem durch sein Engagement im Wissenschafts- und Hochschulmanagement, seinen Einsatz für Wissenstransfer in die Gesellschaft, seine beachtliche Lehrleistung und umfangreiche Nachwuchsförderung aus.

Als herausragender Wissenschaftler einer Fachhochschule wird Prof. Dr. Arno Ruckelshausen ausgezeichnet. Er ist seit 1991 Professor für Physik an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik an der Hochschule Osnabrück. Er bearbeitet Themen wie die globalen Herausforderungen zur digitalen Transformation, nachhaltigen Landwirtschaft und Ressourcenschonung. Zudem entwickeln er und sein Team nachhaltige Ansätze in der Agrartechnik. Auch dieser Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Den Preis für Nachwuchswissenschaftler, dotiert mit 20.000 Euro, erhielt Dr. Murat Sivis, der seit 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am IV. Physikalischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen ist. Über die Realisierung eines äußerst anspruchsvollen Experiments hat er gezeigt, dass eine in der wissenschaftlichen Gemeinde bereits weitestgehend akzeptierte Idee zur effizienten Erzeugung hochenergetischer ultravioletter Strahlung in optischen Nanostrukturen fehlerhaft war.

Zum zweiten Mal wurde der Wissenschaftspreis zudem in der Kategorie „Lehre“ vergeben (dotiert mit 25.000 Euro), mit dem Preis Menschen geehrt werden, die sich der Lehre mit großem Engagement widmen. Dieser Preis ging an apl. Prof. Dr. Lorenz Grigull, seit 2003 Oberarzt in der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Lehrverantwortlicher für das Fach Kinderheilkunde und Mitglied der Studienkommission der MHH. Neben dem Einsatz innovativer und digitaler Formate engagiert sich Prof. Grigull auch im Bereich der interprofessionellen Ausbildung.

Für ihre fachlichen Leistungen oder ihr gesellschaftliches Engagement geehrt wurden die Studentinnen und Studenten Monika Clara Bak (Jade Hochschule)

Frederike Hirt und Patrick Glatz für den Hanover Law Review e.V. (Leibniz Universität), Corinna Schäfer (TU Braunschweig) und Avrina Jos Joslin Thambi (Georg-August-Universität Göttingen). Sie erhalten jeweils bzw. im Team ein Preisgeld von 3.500 Euro.

Der Preis wurde zum dreizehnten Mal vergeben.

MWK/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

28.11.2019


Sie haben ein Wildtier gesehen? Bitte mitteilen!

Wie viele wildlebende Säugetiere gibt es in Europa?

Ein internationales Forscherteam möchte mit Hilfe von Bürger*innen erfassen, welche und wie viele wildlebende Säugetiere es in Europa gibt.

Luchse, Rehe, Wildschweine, Iltisse, Biber oder Mufflons – in Europa leben etwa 250 verschiedene Säugetierarten. Welche und wie viele in welchen Regionen leben, ist oftmals unbekannt.

Mit dem Kooperationsprojekt MammalNet möchten acht europäische Forschungsinstitutionen diese Lücke gemeinsam mit Hilfe von Bürger*innen schließen.

Sie sind aufgerufen, die Tiere, die sie auf Wanderungen oder beim Spaziergang sehen, über eine mobile App oder über zwei Internetseiten mitzuteilen: Die App iMammalia läuft auf Android und iOS und kann in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden – und dann ab mit der Meldung!

Für die beiden Internetseiten mammalweb und agouti ist es erforderlich, sich zu registrieren. Sie richten sich eher an fortgeschrittene Naturbeobachter. So laden Forscher*innen auf agouti beispielsweise auch Bilder aus Fotofallen hoch. Nutzen kann die Plattformen aber trotzdem jeder.

Das Projekt läuft über zwei Jahre und startet zunächst in Deutschland, Spanien, Kroatien und Polen. Ab Mai 2020 soll es auf die übrigen Regionen Europas ausgeweitet werden.

Auf deutscher Seite leitet Dr. Oliver Keuling aus dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) das Projekt.

Sigrid Lappe, Hannover Woche/Ute Micha, Presse Dienst Nord

Veröffentlicht 20.12. 2019