Soziales Engagement - Medizin - Gesundheit


Jetzt noch gegen Grippe impfen!

Gesundheitsamt Region Hannover rät zur Impfung 

In den vergangenen Tagen sind die registrierten Grippezahlen in der Region  gestiegen. Seit Jahresanfang sind dem Fachbereich Gesundheit der Region  bis Ende der dritten Kalenderwoche 91 labortechnisch bestätigte Grippefälle gemeldet worden (s. Grafik / Stand 17.1.2020). Seitdem gab es bis zum 21. Januar 16 Neuerkrankungen, aktuell sind damit insgesamt 107 Grippefällen erfasst. Da nicht bei jedem Erkrankungsfall ein Labornachweis veranlasst wird, liegen die tatsächlichen Zahlen weit höher.

„Wir empfehlen dringend, sich jetzt noch impfen zu lassen – und damit sich und andere zu schützen“, so Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region. Die Influenza, die sogenannte echte Grippe, kann besonders für ältere und immunschwächere Menschen lebensbedrohlich sein. „Die größte Gefahr dabei sind Komplikationen wie schwere Lungen-, Hirnhaut- oder Herzmuskelentzündungen“, sagt Dr. Yilmaz.

Die Influenza wird durch kleine kugelförmige Viren ausgelöst und verursacht jährlich Grippewellen in Deutschland, die meist von Jahresanfang bis etwa April dauern. Die Zusammensetzung des Impfstoffes wird jährlich aktualisiert. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Vierfachimpfung, die vor den vier häufigsten Influenza-Viren schützt. Einen hundertprozentigen Schutz vor Ansteckung bietet zwar auch der Vierfachimpfstoff nicht, trotzdem ist eine Impfung sinnvoll, denn wenn Geimpfte erkranken, verläuft die Grippe meist milder. „Die Grippewelle läuft derzeit an in der Region Hannover, wir können nicht voraussagen, wie sie sich entwickelt, aber je mehr Menschen gegen Grippe geimpft sind, umso schlechter können sich die Grippeviren ausbreiten!“, so Dr. Yilmaz zusammen.

Typische Hinweise auf eine Influenzavirusinfektion sind: hohes Fieber, Husten und Gliederschmerzen. Empfohlen wird, schon bei den ersten Anzeichen den Hausarzt aufsuchen.

Antworten auf alle wichtigen Fragen rund um die Grippeimpfung gibt es unter Hannover/impfen.

Marburger Bund ruft in Universitätskliniken zum Warnstreik auf

Zentrale Kundgebung am 4. Februar 2020 in Hannover

Der Marburger Bund ruft seine Mitglieder in den tarifgebundenen Universitätskliniken der Länder für den 4. Februar 2020 zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Die Ärztinnen und Ärzte in den betroffenen Unikliniken sollen an diesem Tag nach Hannover kommen, wo vor den erneuten Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) eine zentrale Kundgebung des Marburger Bundes stattfinden wird.
„Der Marburger Bund hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsbedingungen der Ärzteschaft  in den Unikliniken substanziell zu verbessern.

In den beiden bisherigen Verhandlungsrunden haben die Länder jedoch keine Bereitschaft erkennen lassen, konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Ärzte zu vereinbaren. Vielmehr äußerte die TdL die Befürchtung, durch verbindliche Regelungen zur Begrenzung der Dienstbelastung könnten betriebliche Abläufe gestört werden. „Daran zeigt sich, dass die Arbeitgeber den Ernst der Lage noch nicht verstanden haben. Unsere Mitglieder werden darauf eine entsprechend deutliche Antwort geben“, kündigte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, an.
„Ohne eine wirksame Entlastung wird die ärztliche Tätigkeit in der Universitätsmedizin unattraktiv. Spitzenmedizin braucht gute Arbeitsbedingungen und eine faire Vergütung. Das muss endlich auch in die Köpfe der TdL-Vertreter“, bekräftigte Botzlar.
Der Marburger Bund fordert in der Tarifrunde mit der TdL neue Bedingungen für die Verlängerung der täglichen Arbeitszeit durch Bereitschaftsdienst. Zu der angestrebten Reform gehören auch eine generelle Begrenzung der Bereitschaftsdienste, eine verlässliche Dienstplangestaltung. Weiterhin fordert der Marburger Bund sechs Prozent mehr Gehalt bezogen auf ein Jahr und eine Neuregelung des Zusatzurlaubes für Nachtarbeit.

Der Tarifvertrag (TV-Ärzte) gilt für rund 20.000 Ärztinnen und Ärzte in bundesweit 23 Universitätskliniken. Eine Reihe von Unikliniken fallen nicht oder nur sehr eingeschränkt dem Geltungsbereich des TV-Ärzte.
Weitere Informationen zu den Forderungen des Marburger Bundes unter 
tdl-tarifrunde.

Marburger Bund/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

16.01.2020


Integration durch Musik, Kunst und Kultur

Weil und Schröder-Köpf starten Wettbewerb zum Integrationspreis 2020

Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, startet am 6. Januar 2020 gemeinsam mit Ministerpräsident Stephan Weil (Fotomontage) den Wettbewerb um den Niedersächsischen Integrationspreis 2020. Der Preis ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert, es werden vier Preise zu jeweils 6.000 Euro vergeben.

Zusätzlich vergibt das Bündnis „Niedersachsen packt an“ einen Sonderpreis in Höhe von 6.000 Euro. Die Verleihung des Integrationspreises erfolgt bereits zum elften Mal. Das Motto lautet in diesem Jahr „Integration durch Musik, Kunst und Kultur“.

Der Wettbewerb richtet sich an Vereine, Verbände, Institutionen, Initiativen, Stiftungen, Kindergärten und Schulen, die sich in besonderer Weise dafür engagieren, dass Integration gelebt wird und dadurch einen entscheidenden Beitrag zur Teilhabe am Gemeinwesen leisten. Ziel ist es, gute Ideen und Ansätze öffentlich zu machen und gleichzeitig dazu zu ermuntern, derartigen Beispielen zu folgen und neue Ideen und Projekte zu entwickeln. 

Musik, Kunst und Kultur verbindet und bringt die Menschen zusammen. Dadurch ist kulturelle Teilhabe gegeben, da für Zugewanderte in diesen Bereichen die Möglichkeit besteht, sich mit eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten einzubringen, und die jeweiligen Projekte, Institutionen etc. kennenzulernen. Das Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen wird dabei in besonderer Weise gefördert und es werden Brücken gebaut, um nachhaltige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Musik, Kunst und Kultur spielen in unserem Land eine große Rolle für den Zusammenhalt von Menschen mit verschiedenen sprachlichen, ethnischen, religiösen und kulturellen Wurzeln.

Daher ist es für die Niedersächsische Landesregierung ein wichtiges politisches Anliegen, die vielfältigen Potentiale der Musik, Kunst und Kultur zu aktivieren und besonders innovative Ideen mit dem Niedersächsischen Integrationspreis 2020 auszuzeichnen. 

Bewerbungen oder Vorschläge sind per E-Mail an integrationspreis@stk.niedersachsen.de oder per Post an Niedersächsische Staatskanzlei, Stichwort „Niedersächsischer Integrationspreis 2020“, Planckstr. 2, 30169 Hannover zu richten. Bewerbungsschluss ist Freitag, 31.01.2020.

Aus den Bewerbungen und Vorschlägen wählt eine unabhängige, namhaft besetzte Jury unter dem Vorsitz von Doris Schröder-Köpf die Preisträger*innen aus, die am 22.09.2020 in einem Festakt ausgezeichnet werden.

Weitere Informationen unter migrationspreis-Niedersachen


Förderpreis für Inklusion in der Wirtschaft ausgelobt

Bewerbungsfrist für 9. Förderpreis „Inklusion in der hannoverschen Wirtschaft“ läuft

Zum neunten Mal lobt die Landeshauptstadt Hannover den „Förderpreis für Inklusion in der Wirtschaft“ aus. Ausgezeichnet werden Betriebe, Geschäfte und Unternehmen in Hannover, die mit innovativen Konzepten barrierefreie Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen oder erhalten und ihnen so ein selbstbestimmtes Erwerbsleben ermöglichen.

Insgesamt stehen Preisgelder in Höhe von 10.000 Euro zur Verfügung, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. Februar 2020.

Der Bewerbungsbogen kann im Internet unter Hannover heruntergeladen werden und muss ausgefüllt bei der Landeshauptstadt Hannover, Büro der Beauftragten für Menschen mit Behinderung, Andrea Hammann, Trammplatz 2, 30159 Hannover, eingereicht werden.

Die Preisverleihung wird im Frühjahr im Rathaus stattfinden.

Die Auswahl der PreisträgerInnen erfolgt durch die Jury, die von Mitgliedern des Rates, MitarbeiterInnen des Fachbereichs Wirtschaft der Landeshauptstadt Hannover, VertreterInnen von Behindertenorganisationen und der Wirtschaft sowie der städtischen Beauftragten für Menschen mit Behinderung gebildet wird.

wirtschaftsfoerderung-hannover/Inklusionspreis

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Akademische Ausbildung für Hebammen startet später

Erst ab Herbst 2021 sind 35 Plätze an der MHH zu belegen

Im kommenden Wintersemester beginnt die akademischen Ausbildung für Hebammen in Oldenburg, Osnabrück und Göttingen - nur in Hannover dauert es noch ein Jahr länger, bis der neue Studiengang hier an den Start gehen kann. Grund dafür sind geplante Baumaßnahmen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), wie das Wissenschaftsministerium in Hannover mitteilte.

Hebammenstudium: Hannover hinkt hinterher. Foto haz.de

Denn für jeden Standort sind bis zu 35 Plätze für Studienanfänger geplant, sodass insgesamt bis zu 140 Studienplätze entstehen sollen. Im Herbst 2020 sollen die Universität Oldenburg und die Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, die Hochschule Osnabrück sowie die Universitätsmedizin Göttingen und die Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen den Anfang machen.

Nur in Hannover wird der Studiengang dann erst von Herbst  2021 angeboten. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor.

Hintergrund ist ein neues Bundesgesetz. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hatte im Sommer gesagt, Deutschland sei eines der letzten Länder, das beim Hebammenberuf kein akademisches Fachstudium vorschreibt. Bisher werden Hebammen und Entbindungspfleger an Fachschulen ausgebildet.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

22.01.2020


Patienten sollen besser in die passende Versorgung gelotst werden

Bundesgesundheitsminister Spahn will bessere Versorgung und Steuerung der Patienten  

Sein Plan: Bei Notfällen sollen die Patienten künftig noch besser in die passende Versorgung gelotst werden - und dabei seltener in überfüllten Rettungsstellen von Kliniken warten. Darauf sollen Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Foto Wikipedia), der dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt hat, zielen. Es ist zum einen vorgesehen, ein gemeinsames telefonisches Leitsystem für das die Rettungsleitstellen mit der Notrufnunmmer 112 und der ärztliche Bereitschaftsdienst mit der Nummer 116 117 zusammenarbeiten sollen. Des Weiteren sollen in Kliniken zentrale Anlaufstellen je nach Dringleichkeit des Anliegens über die passende Behandlung entscheiden. Auch sieht der Entwurf einige Änderungen im Vergleich zu ersten Plänen aus dem Sommer vor. So sollen die Länder die Zuständigkeit für die Organisation des Rettungsdienstes behalten. Damit soll eine zunächst für die Reform ins Auge gefasste Grundgesetzänderung nicht mehr nötig sein. Zudem sind auch keine gemeinsamen Leitstellen der Nummern 112 und 116 117 vorgesehen - aber eine verbindliche, digital vernetzte Kooperation. Das heißt: Wenn Patienten anrufen, sollen sie künftig sowohl unter der 112 als auch unter der 116 117 eine erste Einschätzung bekommen und in die passende Versorgungsebene geschickt werden. Das heißt: Ins Krankenhaus, eine Bereitschaftspraxis oder auch in eine ganz normale Sprechstunde am nächsten Tag.   

Wenn Patienten ins Krankenhaus gehen, soll es an bestimmten Kliniken "integrierte Notfallzentren" geben - nicht nur als Option, wie schon in manchen Krankenhäusern praktiziert wird. 

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

09.01.2019 


Alamierende Entwicklung bei Diabetes

In Niedersachsen erkranken immer mehr Menschen an „Zuckerkrankheit“ 

Landesweit erkranken immer mehr Menschen an Diabetes. Die Zahl der Betroffenen des häufigsten mellitus Typs 2 der Zuckerkrankheit stieg zwischen 2006 und 2018 um 61,1 Prozent, wie die KKH Kaufmännische Krankenkasse mitteilte.

Der Anteil der Erkrankten lag 2018 bei 11,1 Prozent. "Diese Entwicklung ist alarmierend", sagte die Krankenkasse.

Außerdem verringere die Volkskrankheit die Lebensqualität der Betroffenen. Eine genetische Veranlagung und ein ungesunder Lebensstil durch zuckerhaltige Ernährung und mangelnde Bewegung begünstigten den Ausbruch zu dem. Diabetes Typ 2  entsteht durch eine mangelhafte Wirkung des Hormons Insulin an den Körperzellen. Dadurch kommt nicht genug Zucker aus dem  Blut ins Gewebe.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

06.01.2020 


Hyaluron-Pens: Anwendung durch Kosmetikstudios unzulässig

Das Gesundheitsamt der Region Hannover warnt vor falschen Anbietern

Volle Lippen, glatte Haut – das versprechen Hersteller des sogenannten Hyaluron-Pens. Dieser bringt Hyaluronsäure mittels Luftdruck in die Haut. Daneben gibt es die klassische Faltenunterspritzung der Säure mit Nadeln. Viele Kosmetikstudios bieten Behandlungen mit dem Gerät oder Nadeln an, das jedoch ist verboten: „Kosmetiker*innen dürfen diese Behandlungen nicht anwenden. Das dürfen nur Mediziner*innen mit ärztlicher Approbation oder Heilpraktiker*innen mit einer allgemeinen Heilpraktikererlaubnis“, erklärt Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover. „Viele wissen das nicht, deshalb ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen: Denn sollte es zu Komplikationen kommen, wie das Absterben einzelner Zellen, Entzündungen oder Schwellungen, können nur ausgebildete Fachleute richtig reagieren und somit das Risiko für nachhaltige gesundheitliche Schäden minimieren.“

Das Faltenunterspritzen mit Hyaluronsäure – ob mit oder ohne Nadel – ist der Ausübung von Heilkunde zuzuordnen. Das hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung festgelegt. Die Anwendung des Hyaluron-Pens ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten sowie zugelassenen Heilpraktikerinnen und -praktikern vorbehalten. Der Fachbereich Gesundheit der Region geht gegen unzulässige Anwendungen vor, kontaktiert Anbieter*innen ohne die nötige Zulassung und reagiert auf Informationen. Für Fragen ist das Gesundheitsamt der Region Hannover telefonisch unter (0511) 616-26206 oder per Mail an heilpraktiker@region-hannover.de zu erreichen. 

Region/Ute Micha/Sigrid Lappe. Foto: Region Hannover / A. Liebenthal

06.01.2020


Mehrfachschutz-Mittel schützt nicht nur vor Masern

Masernimpfpflicht führt zu verpflichtenden Impfung gegen weitere Krankheiten

Die große Koalition hat am 14. November den Beschluss umgesetzt, eine Masern- Impfpflicht ab dem 1. März 2020 einzuführen. Das führt in der Praxis zu verpflichtenden Impfungen gegen weitere Krankheiten. "Für eine Impfung gegen Masern stehen in Deutschland derzeit nur Impfstoffe zur Verfügung, die gleichzeitig noch gegen andere Krankheiten wie Mumps, Röteln und zum Teil auch Windpocken immunisieren", erklärte der Pharmaverband VfA auf Anfrage des Redaktions-Netzwerks Deutschland (RND).

Auch der Import eines ausschließlich von Masern schützenden Impfstoffes aus anderen EU-Staaten ist nicht möglich. "Nach unserer Kenntnis wird in allen 28 EU-Ländern offiziell die Mehrfachimpfung empfohlen, sodass keine Monoimpfstoffe mehr verfügbar sind", so der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VfA).

Nach Ansicht des Bundesgesundheitsministeriums wird dadurch aber die Masernimpfpflicht nicht ausgehebelt. "Wer nach dem Gesetzentwurf zu einer der verpflichteten Personengruppen gehört, muss sich auch dann gegen Masern impfen lassen, wenn hierfür nur Kombinationsstoffe zur Verfügung stehen", erklärte das Bundesgesundheitsministerium.

Auch stehen nach dessen Angaben für die Masernimpfung nur Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Der VfA wies zusätzlich darauf hin, dass das zuständige Paul-Eherlich-Institut bei den Kombinationsimpfungen "nicht mehr Risiken und Nebenwirkungen als bei der Monoimpfung" sehe.

Das von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf den Weg gebrachte Gesetz sieht nun vor, dass Kinder ab dem 1. März 2020 nur dann eine Kitabesuchen dürfen, wenn sie geimpft sind. Und bei ungeimpften Schul- oder Kitakindern droht den Eltern ein hohes Bußgeld.

Der Deutsche Städtetag bemängelt, dass es noch zahlreiche offene Fragen gebe. Diese müssten schnellstmöglich geklärt werden, forderte der Präsident des Städtetages, der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (Foto Leipzig.de), gegenüber dem RND. Er nannte ungeklärte Probleme: "Ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz verwirkt, wenn zum Anmeldetermin kein Impfnachweis vorgelegt wird, und soll der Platz an den nächsten auf der Warteliste vergeben werden?" Grundsätzlich begrüßt aber Jung die Impfpflicht. Angesichts von Masernausbrüchen in jüngster Zeit sei es richtig und notwendig, dass die Regierung reagiert habe.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Erster "Mobidok" im Siloah Krankenhaus

Damit ist das Siloah die erste Klinik ohne Papier    

Das ist einfach easy - das Siloah Krankenhaus ist Papierlos. Viel Zeit wurde vor dem "Mobidok" bei den Abfragen verwandt:  Hatte der Patient morgens Fieber, sind die Laborbefunde schon da oder was zeigt das aktuelle Röntgenbild?

Fragen über Fragen, für die viel Zeit draufgegangen ist. Ärgerlich auch, wenn Blutproben-Ergebnisse noch im Labor waren, oder die Röntgenbilder in einer anderen Station lagen, die Werte des Patienten noch nicht eingetragen...

Auch das Personal freut sich über den mobilen "Dok". Foto KRH Siloah 

Das ist jetzt alles anders - im Siloah Krankenhaus an der Stadionbrücke gibt es kein Papier etc. mehr. Jetzt geht alles viel schneller, denn als erste Klinik Hannovers hat das Haus die digitale Patientenakte eingeführt. Seit gut einem halben Jahr - ab März - wurden sukzessive alle Stationen umgestellt. Es gab keine Handakten mehr, keine unleserlichen Anweisungen und unangenehme Nebenerscheinungen. Jetzt ist alles sofort sichtbar - auf PC-Stationen, die Pflegekräften und Ärzten überall zur Verfügung stehen. Für den Leiter der Station B4, Detlef Pfeiffer "ein enormer Zeitgewinn."   

Dem Personal im Siloah stehen 65 Visitewagen, sogenannte "Mobidoks", zur Verfügung. Am Robert-Koch-Krankenhaus in Gehrden sind es 41 Wagen. Auch in Gehrden ist das Krankenhaus bereits digital aufgestellt. Laut Pressesprecher Bernhard Koch: "Eine Investitionvon von mehreren Millionen Euro." Die nächste Anschaffung sollen Geräte u.a. zur Messung von Blutdruck beziehungsweise Puls sein, die direkt an den "Mobidok" angeschlossen sind und die die Daten sofort in die Patientenakte transferieren. Auch ist das System in sich geschlossen. Es ist abgeschirmt und kann nicht gehackt werden. Stationsleiter Pfeiffer: "Außerdem sieht jede Pflegekraft nur die Daten ihrer Patienten und nicht der anderer Stationen. Regelmäßig werden die Kennwörter gewechselt und die Stationen schalten sich bei Nichtgebrauch nach kurzer Zeit aus."   

Es werden rund 28 000 stationäre Patienten allein im Siloah versorgt. Das ist mit der digitalen Patientenakte eine Ersparnis von über 600 000 Papierseiten im Jahr! 

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

05.12.2019 


LIPÖDEME - Fettabsaugen wird Kassenleistung

Das Absaugen soll schwer erkrankten Frauen bald von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.

Dies gilt zunächst befristet bis Ende 2024, wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kassen und Kliniken als oberstes Entscheidungsgremium des Gesundheitswesens beschlossen hat. Bis dahin sollen Ergebnisse einer generellen wissenschaftlichen Studie zu Nutzen und Risiken vorliegen, die dann Basis einer Entscheidung für alle Stadien der betroffenen Erkrankungen sein soll.

Die Entscheidung setze eine Forderung von Bundesgesundheitsminister  Jens Spahn (CDU) um und schaffe eine neue Versorgungsmöglichkeit für Patientinnen mit Lipödem im Stadium drei, erläuterte der G-BA. Dies geschehe "notwendigerweise mit strengen Vorgaben zur Qualitätssicherung".

Die kommende neue Kassenleistung für das Stadium drei dürfte voraussichtlich im Januar 2020 erstmals Anwendung finden können, wie der G-BA erklärte.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

23.11.2019 


Das ist wichtig: App soll HIV-Vorsorge unterstützen

Weg von der Behandlung von infizierten Patienten hin zur Vorsorgebehandlung

Die neue App für die HIV-Vorsorge ist wichtig für viele homo-, bi- und transsexuelle Männer. Denn seit dem 1. September  bezahlen die Krankenkassen das Medikament Präexpositionsprophylaxe, kurz Prep, das Männer präventiv gegen eine HIV-Infektion schützt.

Die neue App „prepared“ ist ein digitaler Begleiter zu dem Medikament, mit dem die Einnahme kontrolliert und protokolliert werden kann. Laut Matthias Stoll, Vorstandmitglied der Aidshilfe in Niedersachsen und leitender Oberarzt der MHH, hat das Medikament viele Vorteile. „Die HIV-Vorbeugung ist mit Prep effektiver als mit einem  Kondom, sagt Stoll.

„Es muss aber richtig  angewendet werden, wobei die App wirklich helfen kann und die regelmäßigen Untersuchungen müssen korrekt eingehalten werden." Das Medikament sei keine Konkurrenz für Ärzte, sonder nur eine Verlagerung der Behandlung. "Wir gehen  dadurch lediglich immer weiter weg von der Behandlung von infizierten HIV- und Aidspatienten und hin zur Vorsorgebehandlung", sagt der Oberarzt der MHH.

Doch bislang gäbe es wenig Fachmediziner in Niedersachsen, die das Medikament verschreiben dürften. „In Hannover ist das kein Problem, aber auf dem Land gibt es kaum welche“, sagt Stoll. „Aus diesem Grund versuchen wir  in ganz Niedersachsen möglichst viele Kollegen zu Prep-Ärzten zu machen.“

Und die neue App für‘s Smartphone erinnert die Nutzer an die tägliche Einnahme der Pille und die verpflichtenden Untersuchungen. Die Anwendung  wurde länderübergreifend vom Schwulen Netzwerk NRW und drei Aidshilfeprojekten entwickelt und hauptsächlich durch die Techniker Krankenkasse finanziert.

Wichtig: Die Aidshilfe Niedersachsen hat außerdem einen Online-Check-up freigeschaltet. Mit der Beantwortung einiger Fragen unter svens-checkup können junge Männer und Frauen einschätzen, wie hoch ihr Risiko ist, sich mit HIV oder anderen Infektionskrankheiten anzustecken.

Die PREP-APP gibt es für iOS und Android!

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

23.11.2019


Projekt ZwischenMenschlichkeit braucht Paten

Zwei Stunden pro Woche für einen guten Zweck

Die Bürgerstiftung sucht für ihr Projekt „ZwischenMenschlichkeit - Paten für Senioren“, ehrenamtliche Helfer. Die Bürgerstiftung möchte Menschen animieren, Bewohner von Senioreneinrichtungen  zu besuchen. Mitmachen können Menschen unabhängig vom Alter. Investiert werden sollten zwei Stunden pro Woche.

Wer sich für Seniorenbesuche entscheidet, wird gebeten, sich unter Telefon (0511) 45 00 07 72 oder per E-Mail unter guthmann@buergerstiftung-hannover.de anmelden.

Die zukünftigen Besuchspaten werden vom Bereich Seniorenarbeit der AWO Region Hannover mit fünf Schulungen am Nachmittag vorbereitet. Die Kosten hiefür übernimmt die Bürgerstiftung.

Weitere Informationen: buergerstiftung-hannover

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche