CORONAVIRUS - Meldungen - Beratungen


Präsident des IfW Felbermayr warnt vor Lockdown

Vor einem zweiten Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie warnt der Kieler Wirtschaftsforscher Gabriel Felbermayr (Foto lks.). Wenn es wieder zu einem Herunterfahren des öffentlichen Lebens käme, drohten wirtschaftliche Schäden im gleichen Ausmaß wie im Frühjahr, sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) am Donnerstagabend im Münchner Club Wirtschaftspresse.

Im zweiten Quartal das das Bruttoinlandprodukt (BIP) um knapp zehn Prozent eingebrochen. Felbermayr forderte, Schul- und Grenzschließungen müssten unbedingt vermieden werden.

Er warf der Bundesregierung Versäumnisse im Umgang mit der Pandemie vor: "Die Politik muss besser verstehen: Was hat im Lockdown wirklich was gebracht?" Sie habe aber versäumt, das im Sommer zu evaluieren.

 Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo


Ministerpräsident Stephan Weil warnt vor der "ernsten Situation"

Er will Corona-Regeln streng umsetzen

Innerhalb eines Tages hat Niedersachsen 479 Neuerkrankungen und damit einen neuen Corona-Rekord vorzuweisen - wenn auch einen recht traurigen. Die Zahl der Corona-Fälle insgesamt stieg landesweit auf 24 367. Es sind rund 4 300 Menschen aktuell infiziert.

"Wir haben eine ernste Situation", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). "Es macht keinen Sinn, drumherum zu reden: "Wir stehen am Beginn einer zweiten Welle." Jetzt gehe es nicht um Wochen, sondern um Tage, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Niedersachsen werde deshalb alle Corona-Maßnahmen, auf die sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs am Mittwoch in Berlin geeinigt haben, umsetzen.

Das heißt, dass die Teilnehmerzahl bei Feiern auf 15 in privaten Räumen und auf 25 in der Öffentlichkeit festgesetzt wird, sobald die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 35 Fällen auf 100 000 Einwohner in einer Kommune erreicht. Dann wird auch eine Ausweitung der Maskenpflicht in der Öffentlichkeit empfohlen.

Liegt der Inzidenzwert über 50, dürfen höchstens zehn Personen an einer Feier im öffentlichen Raum und höchstens zehn Personen aus zwei Haushalten im privaten Raum teilnehmen. Für die Gastronomie gilt dann eine Sperrstunde von 23 Uhr. In der Folge können auch strengere Kontaktbeschränkungen gelten.

Auch prüft die Landesregierung, inwieweit die Teilnehmerzahl bei Kultur-oder Sportveranstaltungen (derzeit maximal 500) herabgesetzt wird.

"Das ist kein Shutdown", betont Ministerpräsident Weil. Allerdings seien weitere Maßnahmen notwendig, um das Virus aufzuhalten und eine Stilllegung des gesamten öffentlichen Lebens zu verhindern. "Ab 50 wird scharf geschaltet, und das wird auch spürbar sein."

Wir befinden uns im Stadium einer ernsthaften Gefahrenabwehr. Wer die Hotspots in den Griff bekommt, der bekommt auch die Lage insgesamt in den Griff", betont Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Er verwies noch einmal auf die millionenscheren Hilfsprogramme, die Hotellerie, Gastronomie und Schausteller über die Corona-Krise retten sollen.

Das Beherbungsverbot, das Hotels die Unterbringung von Gästen aus innerdeutschen Risikogebieten untersagt, wurde am Donnerstag vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg gekippt. Einspruch nicht möglich. Zuvor wurde es bereits von Gerichten in Baden-Württemberg und Sachsen gekippt.

 Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo


Corona-Leugner geht auf Video-Künstler los

Er versteht einfach keinen Spass!

Zum Verständnis: Seit rund drei Jahren kickt der fiktive Fußballclub "Borussia Hodenhagen" im Youtube-Fun-Format "Monsters of Kreisklasse" gegen  wen auch immer - der verlieren mag!

Doch jetzt haben die in Hannover vom HD Entertainment produzierten Comic-Kicker mit ihrer neuen Folge total unerwartete "Werbung" bekommen. Und zwar persönlich hat sich der vegane  Corona-Leugner Attila Hildmann den Link zum Video auf seinem Twitterkanal  geholt und veröffentlicht. Man kann allerdings davon ausgehen, dass er  etwas anderes im Sinn hatte...

Hildmann (li.) tobt auch im Kreisklasse-Video, verliert mit seiner „Mannschaft“ aber haushoch. Foto: youtube

Denn in der neuen Folge kämpfen die Fußballer gegen "Corona-Leugner, Querdenker & Reichsbürger" - unterstützt werden die Fußballer vom Virologen Drosten und von Bill Gates. 

Das fand nun Corona-Leugner Hildmann gar nicht witzig und twitterte mit drei Daumen nach unten "Kommentar und die Leute da mal aufklären". Doch fanden viele Fans nur durch diesen Tweet den Weg zum Video-Spiel, kommentierten: "Bin hier, weil Hildmann euch "empfohlen hat..."

Dazu NDR-Redakter Dominique Ziesemer: "Nicht, dass wir damit nicht gerechnet hätten, aber provozieren wollten wir das nicht."

Und Mit-Autor Dennis Bruhn aus Bennigsen formuliert das Kreisklasse-Niveau folgendermaßen: „Als ich gelesen hab, dass Hildmann und Xavier unsere Folge kommentiert haben, ist mir vor Lachen die Soja-Hafer-Milch aus der Nase gekommen. Die kostenlose Werbung nehmen wir natürlich gerne mit. Danke, Atti! Der nächste Tofu-Reichsburger geht auf uns...".

 Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Gesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich "sehr besorgt"

Über die stark gestiegenen Infektionszahlen äußert sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) „sehr besorgt". Es gebe etwa in Berlin teilweise ein „sorgloses, ignorantes Verhalten" von Menschen, weshalb er die neuen Corona-Maßnahmen des Berliner Senats begrüße. Insgesamt sei Deutschland bisher aber im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch gut durch die Pandemie gekommen. „Das Gesundheitssystem kann sehr gut damit umgehen." Deshalb könne man zuversichtlich sein.

 Ute Micha, PreDiNord/Sigrid Lappe, HaWo


Corona-Pandemie stürzt Millionen Menschen in extreme Armut

Die Corona-Rezession stürzt die Weltwirtschaft immer tiefer in die Krise und lässt der Weltbank zufolge die Zahl der Armen erstmals seit 20 Jahren wieder ansteigen. Die Pandemie werde in diesem Jahr 88 bis 115 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen, sagte die Organisation am Mittwoch in ihrem alle zwei Jahre erscheinenden Wohlstandsbericht voraus. Je nach Schwere des wirtschaftlichen Einbruchs könne diese Zahl bis 2021 noch auf bis zu 150 Millionen steigen.

In extremer Armut lebt nach Weltbank-Definition, wer mit weniger als 1,90 Dollar pro Tag auskommen muss. Dies dürfte der Weltbank zufolge in diesem Jahr zwischen 9,1 und 9,4 Prozent der Weltbevölkerung betreffen.

Ohne Pandemie wäre die Armutsrate voraussichtlich auf 7,9 Prozent gesunken, nachdem sie 2017 noch bei 9,2 Prozent gelegen hatte.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

07.10.2020


MHH-Wissenschaftler wollen Corona-Infektion im Herzen stoppen

Bisherige Versuche an Ratten  erfolgreich

An den Langzeitfolgen des Corona-Virus für Betroffene und dessen Belastungen für den Körper forschen Wissenschaftler aus aller Welt. Bisher scheint klar zu sein: Dass auch Jüngere oder nur leicht Erkrankte können nach überstandener Infektion Entzündungen am Herzen aufweisen. Und diesem schwerwiegenden Gesundheitsrisiko können Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) möglicherweise bald vorbeugen.

Denn erste Ergebnisse hat die Forschergruppe um Studienleiter Prof. Dr. Dr. Thomas Thum (Foto) jetzt in einem renommierten Medizin-Journal veröffentlicht.

Fest steht, das Enzym ACEZ ermöglicht es Covid-19,  Herz und Lunge zu befallen. Professor Thum sagt: "Damit ist es gleichzeitig ein potentielles Ziel zur Bekämpfung von Covid-19."  Die Wissenschaftler haben eine Gruppe sogenannter mikroRNA gefunden. Die genetischen Schnipsel namens "miR-200c" regulieren, dabei richtig stimuliert, die Aktivität des Enzyms soweit herunter, dass die Viren nicht mehr so einfach andocken und Schäden im Gewebe anrichten können. Und erste positive Befunde erzielten die Wissenschaftler im Labor an Herzmuskelzellen von Ratten. Jetzt sollen die Forschungsergebnisse im lebenden Organismus überprüft werden.

Mit dem gefundenen Wirkstoff könnte so künftig ein schwerer Verlauf von Corona abgeschwächt werden. Prof. Thum: "Ein wichtiger Baustein, selbst wenn es irgendwann einen Impfstoff gibt."

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


VW und Siemens spenden 5 Millionen Euro für Flüchtlinge in Moria

Die Konzerne übernehmen humanitäre Verantwortung
Die Siemens AG und der Volkswagen Konzern (VW) spenden zusammen 5 Millionen Euro als humanitäre Soforthilfe für geflüchtete Menschen in Moria und Griechenland. Nach dem Großbrand in dem Flüchtlingslager Moria auf Lesbos hat sich die Situation der Menschen dramatisch zugespitzt. Sie sind nur notdürftig auf griechischen Marineschiffen und in provisorischen Zelten untergebracht.  Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) erhält die Mittel, um damit die Hilfsaktionen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung für geflüchtete Menschen in Griechenland zu unterstützen.

Erschütternde Zustände in Moria. Foto Spiegel

Die Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser von Siemens und Dr. Herbert Diess VW erklärten: „Wir alle haben die erschütternden Bilder aus dem Lager Moria und von der Insel Lesbos gesehen. Die Lage der Flüchtlinge ist bedrückend, die meisten haben ihre wenige Habe verloren, es fehlt vielfach an dem Nötigsten. In dieser Situation sehen wir es als unsere humanitäre Verantwortung an, den verzweifelten Menschen, den Erwachsenen und vielen Kindern, schnell und unbürokratisch zu helfen. Erfahrene Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz bieten in dieser Situation die Gewähr, dass unsere Hilfe die Bedürftigen schnell erreicht und die Flüchtlinge angemessen betreut und versorgt werden.“

DRK-Generalsekretär Christian Reuter findet, daß die Spende der beiden deutschen Industriekonzerne ein großartiges Beispiel für Hilfsbereitschaft, Mitmenschlichkeit und praktische Solidarität sei, die zu einer Verbesserung der Flüchtlingssituation in Griechenland beiträgt.

Bereits im April hatte VW eine Million Euro für die Sofort- und Nothilfe für die von der Corona-Pandemie bedrohten Flüchtlinge in Syrien, der Türkei und Griechenland zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus initiiert und koordiniert die Flüchtlingshilfe von VW in Deutschland seit 2015 Integrationsprogramme, die junge Geflüchtete auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorbereiten – und das sind bereits über 5.000 Menschen!

Auch Siemens engagiert sich regelmäßig in der Flüchtlingshilfe und hat bereits 2016 Förderklassen mit jeweils 16 Flüchtlingen eingerichtet, die sechs Monate lang intensiv auf eine technische Ausbildung vorbereitet wurden. Darüber hinaus hat das Unternehmen ca. 400 Praktikumsplätze für Flüchtlinge sowie rund 2 Millionen Euro bereitgestellt.

Unmittelbar nach Ausbruch der Corona-Pandemie hat Siemens einen weltweiten COVID19-Hilfsfonds ins Leben gerufen, der über den gemeinnützigen Siemens Caring Hands e.V. mit Geld- und Sachmittel besonders von der Pandemie betroffenen Menschen nachhaltig unterstützt. Insgesamt wendet Siemens dazu einen Betrag von rund 15 Millionen Euro auf, dabei auch Spenden von Mitarbeiter*innen aus rund 40 Ländern. Zudem unterstützen Siemens und Siemens Healthineers notleidende Regionen mit Medizintechnik und Infrastrukturleistungen, u. a. mit individuell ausgerüsteten Siemens Smart Clinics wie in Jordanien, Columbien, Ägypten und dem Irak.

Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo

11. September 2020


Niedersachsen erhöht Corona-Hilfe für Luftfahrtindustrie

Damit verdoppelt das Land die bereits geplanten Fördermittel

Coronabedingt will das Land Niedersachsen die Finanzhilfen für die Luftfahrtindustrie erhöhen. Mit dem Sonderprogramm Luftfahrtindustrie stehen 20 Millionen Euro bis 2022 für Forschung- und Entwicklungsvorhaben sowie integrierte Technologieprojekte bereit, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Damit verdoppele das Land die für die rund 260 niedersächsischen Luftfahrtunternehmen bereits geplanten Fördermittel auf insgesamt 40 Millionen Euro. Die Luft- und Raumfahrtbranche sei mit 30 000 Beschäftigten in Niedersachsen eine Schlüsseltechnologie mit hohem Innovationspotential und von besonderer strategischer Bedeutung für das Land.

Daher sei es von höchster Wichtigkeit, dass die Luftfahrtindustrie gut durch die Krise komme und den Neustart der niedersächsischen Wirtschaft vorantreibe, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

 Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

13.09.2020


EU will sich bei Biontech 300 Millionen Dosen Impfstoff sichern

Die Brüsseler Behörde ist mit sechs Impfstoffherstellern im Gespräch

Die EU-Kommission hat im Rennen um einen rettenden Impfstoff gegen das Coronavirus bei der Mainzer Firma Biontech das Rennen gemacht: Es wurde die mögliche Lieferung von bis zu 300 Millionen Einheiten vereinbart. Dies teilte die Kommission in Brüssel am Mittwoch mit. Geplant sei zunächst eine Lieferung von 200 Millionen Dosen mit der Option auf 100 Millionen weitere Dosen.

Der Impfstoff ist allerdings noch nicht zugelassen, es laufen noch klinische Tests. Die EU-Kommission schließt mit möglichst vielen Pharmafirmen Vorverträge ab, um bei einem erfolgreichen Impfstoff rasch Zugriff zu haben. Die Brüsseler Behörde hat schon mit sechs Herstellern entsprechende Gespräche geführt.

Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo



Über 80 Prozent der Deutschen stehen hinter Coronamaßnahmen

Manche halten sie sogar für nicht weitgehend genug

Einer Umfrage zufolge steht eine überwiegende Mehrheit der Deutschen hinter den bestehenden Corona-Auflagen. Denn mehr als 80 Prozent der Befragten in einer Forsaerhebung seien mit den geltenden Corona-Maßnahmen zufrieden oder hielten sie sogar für nicht weitgehend genug, teilte das Meinungsforschungsinstitut mit. "Zwar würden immer mehr Bürger seit 2015 angeben, das Land entwickele sich in die "falsche" Richtung.

Dies habe aber nichts mit der Pandemie zu tun. Die Zufriedenheit der Menschen in den meisten Lebensbereichen habe sich nicht  geändert, heißt es in einer Forsa-Studie. Lediglich der Arbeitsmarkt und die öffentlichen Haushalte würden von mehr Menschen als früher pessimistischer eingeschätzt.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Große Gewinner der Corona-Krise sind Fahrradhändler

Ifo-Institut zufolge  gehört die Fahrradbranche zu den größten Gewinnern

Nahezu alle deutschen Fahrradhändler sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden, wie aus der Konjunkturumfrage der Münchner Forscher hervorgeht. Das entsprechende Barometer liegt aktuell bei 95 Punkten, höchstens 100 sind möglich. "Die Fahrradhändler erleben einen regelrechten Boom", sagte der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe.

Viele Deutsche meiden in der Corona-Pandemie den öffentlichen Nahverkehr wegen der möglichen Ansteckungsgefahr und steigen auf das Rad um.

Sigrid Lappe, Hannover Woche/Ute Micha, Presse Dienst Nord


Erfolgreiches Börsendebüt von Biotechunternehmen Curevac

Biotechunternehmen schliesst beschleunigte Impfzulassung nicht aus

Das geht anscheinend schneller als gedacht: Nach seinem erfolgreichen Börsendebüt schließt das Tübinger Biotechunternehmen Curevac  nicht aus, bei der Entwicklung  seines Corona-Impfstoffs mehr Tempo vorlegen zu können. "Eine beschleunigte  Zulassung schließen wir nicht aus, sie kann aber nur in enger Abstimmung mit den entsprechenden Behörden gehen", sagte Firmenchef Franz-Werner Haas dem Finanzportal boerse-online.de. Denn die Ergebnisse der kürzlich gestarteten klinischen Erprobung des Impfstoffkandidaten sollen demnach im Herbst veröffentlicht werden. Nach bisherigen Planungen sei die Zulassung  für die erste Hälfte kommenden Jahres geplant.

Wie das Mainzer Unternehmen Biotech setzen Curevac und der US-Konzern Moderna auf Impfstoffe auf Basis der sogenannten  Boten-RNA (mRNA). Sie soll menschlichen Zellen die Information zr Produktion von Eiweißstoffen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. "Wir registrieren in den USA ein  tieferes und breiteres Verständnis dafür, dass die von uns verwendete  mRNA-Technologie das  Potenzial hat, schnell einen wirksamen und effizienten Impfstoff zu entwickeln", sagte Haas in dem Interview.

Am Freitag hatte Crevac ein fantastisches Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq gefeiert. Die Aktien schlossen an ihrem ersten Handelstag mit einem fulminanten Kurssprung von 249 Prozent. Damit war das Unternehmen an der Börse über sieben Milliarden Euro wert. Curevac - Mehrheitsaktionär ist Dietmar Hopp, Mitbegründer des Softwarekonzerns SAP. Informationen: Biotechunternehmen Curevac

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche/Foto dpa


Kleinere Unternehmen zahlen erste Corona-Hilfen zurück

Bei kleineren Unternehmen läuft es wieder besser

Viele kleinere Unternehmen in Niedersachsen kommen nach den ersten Monaten der Corona-Krise langsam wieder besser zurecht und haben bereits Teile der staatlichen Soforthilfen zurückgezahlt.

Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Krediten zur Überbrückung von Geschäftseinbußen recht hoch, vor allem im Mittelstand. Nach Angaben der  landeseigenen NBank flossen mittlerweile etwa 20 Millionen Euro aus dem Programm zur akuten Unterstützung zurück. Diese Summe verteile sich auf rund 3 500 Betriebe, hieß es.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Mehr als 120 Mitarbeiter*innen beantworten Fragen rund um das Coronavirus

Corona-Hotline auch in den Sommermonaten

Rege genutzt wird die vom Niedersächsischen Innenministerium am 25. März 2020 eingerichteten Corona-Hotline der Landesregierung, Tel. 0511/120 6000. Mehr als 120 Mitarbeiter*innen haben seitdem Fragen rund um das Coronavirus beantwortet, Auskunft zu den Regelungen der Corona-Verordnung gegeben, haben zugehört und beraten. Die Hilfesuchenden wurden auf Angebote wie die Hotlines für Gesundheit, Land-/Ernährungswirtschaft und Verbraucherschutz sowie Wirtschaft und Arbeit aufmerksam gemacht.

Den größten Andrang verzeichnete die Corona-Hotline Anfang Mai 2020, als die geltenden Kontaktbeschränkungen erstmals gelockert wurden. Damals wurden 8.552 Anrufe in einer Woche und bis zu 2.000 Anrufe pro Tag gezählt. Durchschnittlich telefonierten die Mitarbeiter*innen mit den Ratsuchenden etwa fünf Minuten, teilweise dauerten die Gespräche aber auch deutlich länger. Bis heute stehen Fragen zu den Corona-Regelungen im Mittelpunkt.

Zwischenzeitlich hat der Andrang deutlich abgenommen. Zuletzt verzeichnete das Innenministerium noch 2.676 Anrufe pro Woche, das mit Abstand niedrigste Niveau seit Beginn der Pandemie. Vor diesem Hintergrund und wegen der Ferienzeit wird die Erreichbarkeiten der Hotline leicht reduziert: Sie ist montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 15 Uhr erreichbar. 

Die Landesregierung hat eine Internetseite mit Informationen und zahlreichen FAQs eingerichtet. Diese Seite enthält sowohl allgemeine Informationen für alle Bürger*innen, aber auch spezifische Hinweise für Eltern und Kinder, für Beschäftigte und Unternehmen, für Rettungsdienste und Krankenhäuser sowie einige weitere Gruppierungen. Abzurufen unter: niedersachsen/Coronavirus. Seit dem 1. März wurden auf den Corona-Seiten im Niedersachsen-Portal bereits mehr als 23 Millionen Besuche verzeichnet.

Zu diesen Themen sind spezifische Hotlines zu den Folgen des Coronavirus geschaltet: 

Gesundheit: +49 (0) 511 4505555 (Mo.- Fr. 9 - 18 Uhr) 

Land- und Ernährungswirtschaft: +49 (0) 511 120 2000 (Mo. - Fr. 9 - 17 Uhr)

Wirtschaft und Arbeit: +49 (0) 511 120 5757 (Mo. - Fr.  8 – 20 Uhr)

Sofern akute Beschwerden und Symptome bestehen, verweist die Landesregierung auch auf die rund um die Uhr erreichbare zentrale Nummer des kassenärztlichen Notdienstes unter 116 117.

MI/Sigrid Lappe, HaWo/Ute Micha,PreDiNo


Corona: Region Hannover informiert

Immer wieder Leichtsinn oder Verweigerung

Hinsichtlich der steigenden Infektionszahlen weist die Region darauf hin, dass es sich derzeit um keinen einzelnen relevanten Infektionsherd handelt. Vielmehr resultieren die Zahlen überwiegend aus familiären Kontexten, gelegentlich auch im Zusammenhang mit einzelnen Reiserückkehrern.

Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes handelt es sich darüber hinaus um eine zunehmende Vernachlässigung der Abstands- und Hygieneregeln im privaten Bereich. Trotz gelockerter Gruppengrößen in der Öffentlichkeit oder bei der Anzahl von Gästen bei privaten Feiern, sollten diese Kontakte nach Empfehlung des Gesundheitsamtes weiterhin überschaubar bleiben, Abstands- und Hygieneregeln sollten auch dort so weit wie möglich eingehalten werden.

Region/S. Lappe/U. Micha


Schnüffelnd zur Coronadiagnose

Hunde können zwischen Proben Infizierter und Kontrollproben unterscheiden

Ein Forscherteam unter der Leitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) veröffentlichte in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, der Medizinischen Hochschule Hannover(MHH) und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im Fachmagazin BMC Infectious Diseases eine Studie über Hunde, die mit dem SARS-CoV-2-Virus infizierte Menschen erschnüffeln können.

Beteiligt an der Corona-Schnüffelhund-Aktion: Dr. Friederike Twele, Dr. Sebastian Meller, Hund Otto, Professor Holger Volk, PhD. Foto: Dr. Sebastian Meller

Die Hunde mussten lediglich eine Woche trainiert werden, um zwischen Proben von SARS-CoV-2-infizierten Patienten und nicht infizierten Kontrollen zu unterscheiden. Die Methode könnte auf Flughäfen, bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder bei Massenveranstaltungen als Ergänzung zu Laboruntersuchungen eingesetzt werden.

Die Studie wurde mit acht Spürhunden der Bundeswehr durchgeführt, die nach dem Training von 1.012 Speichel oder Tracheobronchialsekretproben 94 Prozent korrekt identifizierten: Sie konnten zwischen Proben infizierter (positiver) und nicht infizierter (negativer) Individuen mit einer durchschnittlichen Sensitivität von 83 und einer Spezifität von 96 Prozent unterscheiden.

Dr. Esther Schalke, Verhaltensforscherin und Hundetrainerin arbeitet an der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr in Ulmen und begleitete das Projekt auf Seiten der Bundeswehr. Sie sagt: „Die Geruchserkennung von Hunden ist weit besser, als sich die breite Öffentlichkeit vorstellen kann. Trotzdem waren wir erstaunt, wie schnell unsere Hunde trainiert werden konnten, um Proben von SARS-CoV-2-infizierten Personen zu erkennen".

Video: youtu.be/WGYDmN-2m1M


Angebot „Gutzureden“

Allein zu Hause – und niemand der sich meldet?

Die Einschränkungen in der Corona-Krise stellen besonders Menschen, die allein leben, vor psychische Herausforderungen. Der tägliche „SmallTalk“, das kurze zwischenmenschliche Gespräch beim Einkaufen, auf der Straße, im Treppenhaus birgt eine Ansteckungsgefahr und muss vermieden werden. Das Diakonische Werk Hannover hat daher die Aktion „gutzureden“ ins Leben gerufen.

Beteiligte aus der #nachbarschaftschallenge, ebenfalls ein Projekt des Diakonischen Werkes, haben sich bereit erklärt mit „Nachbarn“, die aus ganz Hannover kommen können, sich auszutauschen und auch einmal einander gut zuzureden. Mögliche Gesprächspartner werden über die Hotline des Diakonischen Werkes unter der Rufnummer 0511 3687-108 vermittelt.

In der #nachbarschaftschallenge können Einkäufe für Nachbarn mitgebracht und benötigte Rezepte vom Arzt oder Medikamente aus der Apotheke geholt werden. Ehrenamtliche und Mitarbeitende im Diakonischen Werk und in vielen Kirchengemeinden Hannovers können bei Bedarf notwendige Botendienste übernehmen.

Auch die TelefonSeelsorge Hannover, bietet Bürger*innen der Region in schwierigen Zeiten die Möglichkeit, mit einfühlsamen und kompetenten Gesprächspartnern, unter den Rufnummern 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 zu sprechen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Frankfurter Buchmesse trotz Corona - aber anders

Frankfurter Buchmesse findet ohne Aussteller statt 

Aufgrund der wieder zunehmenden Corona-Beschränkungen müsse man auf Stände in den Hallen verzichten, erklärt der Veranstalter.

Eigentlich sollte die Messe vom 14. bis 18. Oktober in eingeschränkter Form auch auf dem Frankfurter Messegelände stattfinden. "Jetzt liegt der Fokus auf unserem virtuellen Angebot und den Veranstaltungen in der Festhalle und in der Stadt", sagt Buchmesse-Chef Juergen Boos. Normalerweise zieht die Frankfurter Buchmesse rund 30 000 Besucher und über  7 500 Aussteller aus mehr als 100 Ländern an. Sie gilt als weltgrößte Buchmesse.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Leipziger Buchmesse verschiebt Termin

Buchmesse mit großem Lesefestival "Leipzig liest"

Die Leipziger Buchmesse verschiebt erneut ihren Termin im nächsten Jahr. Sie soll vom 27. bis 30. Mai 2021 stattfinden. Denn das neue Datum in der wärmeren Jahreszeit gebe den Messemachern in Zeiten der Corona-Pandemie mehr Flexibilität, erklärte Direktor OliverZille. Und es könne dann auch der Außenbereich des Messegeländes genutzt werden, und es gebe mehr Möglichkeiten für das große begleitende Lesefestival "Leipzig liest" und die dazugehörige Comicmesse Manga-Comic-Con.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

10.09.2020

Die Manga-Comic-Helden geben sich ein Stelldichein


Weltweit größte Corona-Studie

Auch MHH ist beteiligt

Welche Folgen und Auswirkungen auf Körper und Seele hat die Corona-Pandemie auf die Menschen? An der Beantwortung dieser Frage arbeitet auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) mit - einer weltweit größten Studie dieser Art, an der rund 200 Wissenschaftler aus mehr als 40 Ländern auf sechs Kontinenten mitarbeiten.

„In Hannover liegt der Schwerpunkt der Studie auf den Auswirkungen, die die Corona-Krise auf psychisch labile Menschen hat", erklärt Professor Kai Kahl, geschäftsführender Oberarzt an der psychiatrischen MHH-Klinik. Verstärken sich die Leiden der betroffenen Menschen durch Quarantäne und Kontaktsperre? "Sollte sich das bestätigen, brauchen wir  dringend effektive Präventionsmaßnahmen" für die Zukunft sagte Kahl. Er denke etwa an mehr Telemedizin.

„Mit der Studie haben wir ein Instrument, um repräsentative Daten aus der Bevölkerung vieler Länder zu erhalten", sagte der geschäftsführende Oberarzt. Die Studie basiert auf einer Online-Befragung an der Erwachsene und - mit Einverständnis der Eltern - auch Minderjährige teilnehmen können. Die Daten sollen während der Pandemie, sowie drei und sechs Monate danach erhoben werden. Erste Ergebnisse soll es in vier Monaten geben.

Hier können Sie an der Studie teilnehmen: coh-fit.com/

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Viele Verbraucher wollen wegen Corona ihr Verhalten ändern

Angst vor Ansteckungsgefahr steckt Vielen in den Knochen

Viele Verbraucher wollen ihr Verhalten im Alltag aufgrund der Corona-Krise ändern: Sie wollen auch nach Abflauen der Pandemie weniger ins Kino oder in Konzerte gehen, seltener Reisen und sogar einen Bogen um öffentliche Verkehrsmittel machen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens McKinsey hervor.

Denn solange kein Impfstoff gegen das Corona-Virus zur Verfügung steht, wollen rund 40 Prozent der Umfrage zufolge seltener öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, Züge oder Flugzeuge nutzen. Stattdessen wollen sie häufiger zu Fuß gehen, oder auf das Fahrrad oder das eigene Auto zurückgreifen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


In der Corona-Krise nimmt Antisemitismus zu

Diskriminierung wird in der Öffentlichkeit getragen

Durch die Corona-Krise erhalten antisemitische Verschwörungstheorien und Stereotype nach Einschätzung einer Meldestelle zunehmend Auftrieb. Das berichtet die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) am Mittwoch über Beobachtungen aus den vergangenen Wochen.

So würden Vorurteile und Anfeindungen inzwischen nicht nur im Internet verbreitet, sondern sichtbar in der Öffentlichkeit etwa bei Anti-Corona-Demonstrationen verkündet.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche