OPER - SCHAUSPIEL - TANZ


Das Boot ist voll! Im Theater in der List / 1. November

Theaterstück von Antonio Umberto Riccò mit Willi Schlüter als Vito Fiorino.

Ganz normale Menschen werden plötzlich mit der Rettung und dem Tod von Flüchtlingen konfrontiert. Diese unfreiwillig übernommene Rolle verändert ihr Leben und, zumindest teilweise, ihre Ansichten. Nichts wird mehr so sein, wie es vorher war.

Am Beispiel von Vito, der eine kleine Eisdiele auf Lampedusa betreibt, erlebt das Publikum die Auseinandersetzung mit der Katastrophe und ihre noch nach Jahren spürbaren Folgen. Mitleid und Empathie, Zorn und Ohnmacht, aber auch Hoffnung und Menschlichkeit prägen „Das Boot ist voll!“.

Das Stück lehnt sich thematisch und inhaltlich an die erfolgreiche szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ an, die der Autor mit einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe aus Hannover seit 2014 bundesweit präsentiert hat. „Vitos Monolog“ geht jedoch über die Grenzen der dokumentarischen Beschreibung der Fakten hinaus, die die Lesung prägen, und eröffnet eine gänzlich neue Perspektive auf die Folgen der Flüchtlingsbewegung in unserer Gesellschaft. Aus nüchternen Zahlen und aus Schlagzeilen der Medien wird mit Vito ein Mensch auf der Bühne lebendig mit Gefühlen, Widersprüchen und ehrlichen Fragen.

WIlli Schlüter (c) Sabina Bredemeier

Termine: 1. November, 10.30 (für Schulklassen nur nach Voranmeldung) und um 20 Uhr, Eintritt 12,-, erm. 9,- Euro, freier Eintritt mit Hannover Aktiv Pass

Das Theaterstück wird auch als Schulprojekt angeboten, Informationen über info@theater-in-der-list.de oder Tel. 0511 89 711 946, Mo. bis Fr. von 9 bis 12 Uhr.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 21.10.2019


Ich bin nicht süß, ich hab' bloß Zucker / 2. und 3. November

Online-Omi Renate Bergmann live im Theater in der List

Das Buch von Renate Bergmann, alias Torsten Rhode, kommt mit Anke Siefken auf die Bühne.

Siefken spielt das von Torsten Rohde erfundene Kölsche Mädel. Die Online-Omi Bergmann ist drahtig, hinter den Sätzen voll scheinbarer Naivität blitzt viel Lebensschläue durch. Die Figur gewinnt durch die Ein-Personen-Inszenierung, ebenso durch die Lieder von Markus Munzer-Dorn, die mit großem Witz ins Ohr gehen.

Ich bin nicht süß...Renate Bergmann (c) AnkeSiefken 

Am 2. November, um 20 Uhr  und am 3. November, um 16 Uhr, Theater in der List, Spichernstr. 13. Eintritt 18.-, erm. 12.-, Schüler*innen 8,-, Aktiv-Pass frei.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 21.10.2019


„Ein Volksfeind“ zu Gast im THEATER in der LIST.

Vom 7. bis 9. November spielt das Moa Theater im THEATER in der LIST

Badearzt Thomas Stockmann hat seinem kleinen Heimatstädtchen mit der Gründung eines Kurbades überregionale Bekanntheit und Wohlstand beschert. Touristen und Kurpatienten strömen in den Ort an der Küste. Das Bad scheint für die Stadt eine Goldgrube zu werden. Doch kurz vor der nächsten Badesaison macht Stockmann eine schwerwiegende Entdeckung: Eine Analyse hat ergeben, dass das Wasser voller Krankheitserreger ist und die Gesundheit von Gästen und Einheimischen gefährdet.

Szenenfoto "Volksfeind". Foto Alizadeh

Stockmann möchte mit den Daten an die Öffentlichkeit gehen und den Missstand beheben. Doch der Bürgermeister, sein Bruder Peter, will die Probleme mit Blick auf den guten Ruf des Badeorts und die hohen Sanierungskosten lieber vertuschen.

Zwischen den Brüdern entbrennt ein erbitterter Machtkampf, in dem jedes Mittel der Manipulation recht ist. Und schon bald muss sich jeder im Ort entscheiden, auf wessen Seite er steht….

Das Moa Theater präsentiert Henrik Ibsens Klassiker von 1882 in aktualisierter Textfassung. Die bittere Gesellschaftskritik des Dramas, das die Themen Wahrheit, Vertuschung, Loyalität, Korruption, Kapitalismus, Wankelmütigkeit der Masse und die Rolle der Presse aufgreift, scheint in Zeiten von Fake-News-Debatten und dem Aufkommen neuer Populisten, in denen freie Meinungsäußerung in Frage gestellt und Politiker mit dem Tod bedroht werden, aktueller denn je.

Eintritt 9,-, erm. 6,-, Schüler/Innen 8,- €, freier Eintritt mit dem Hannover Aktiv Pass

Sigrid Lappe, Hannover Woche/Ute Micha, Presse Dienst Nord

Veröffentlicht 02.11.2019


Dauerbrenner "Tosca" wrid zum Streitfall in Hannovers Oper

Russischer Regisseur Vasily Barkhatov sorgt für einen umstrittenen Premieren-Abend.

Bravo-Rufe überwiegen - Buhs waren nicht zu überhören.

Endlich ist der Bösewicht Scarpia mal Hauptperson in das entsprechende Licht wurde seine Rolle gerückt. Seth Carico singt und spielt den geilen und zügellosen Kirchenmann mit einer ausdrucksstarken Bühnenpräsenz.

Die Oper "Tosca" kassierte in der Staatsoper Hannover teils heftigste Buhs - für eine Puccini Oper absolut ungewöhnlich. Doch dieser Abend sollte etwas anders verlaufen, als erwartet: Es gab so richtig grelle Chorszenen, eine super tolle Musik und fantastische Partien für die Sänger.

Eine große, niemals erfüllbare Sehnsucht nach der vollkommenen Liebe: Szene aus der neuen „Tosca“ an der Staatsoper Hannover. Quelle: Monika Forster

Das liegt an der Inszenierung – der junge russische Regisseur Vasily Barkhatov stellt ungewöhnlich grell den Schurken Scarpia knallhart in den Mittelpunkt des Geschehens. Das ist eine interessante Interpretation!                                                                             

Hier wird die Geschichte eines Kindes (Scarpia) erzählt, dass über Jahre von einem Priester missbraucht wurde. Die erfahrene frühkindliche Gewalt macht aus einem Kind hier letztendlich einen sexbessenen und bösen Menschen. Bei Scarpia zählt nicht der Mensch, hier zählt nur der Trieb - er vergewaltigt und erniedrigt.

Und er will aus dem Leben scheiden, mit einem für ihn typischen bösartigen Suizid. Er bringt Tosca durch eine raffinierte Intrige dazu, ihn zu erdolchen. Das erzählt er ihr später über eine DVD.  Passt gut: Missbrauch in der Kirche, #Me Too und ganz viel Psychokram.

Das alles zu erklären, geht nur mit einigen ungewöhnlichen Wegen. Es werden vom Regisseur stumme Texte neben die Musik projiziert, in denen Scarpia dann auch seine Untaten erklärt.

Vasily Barkhatov ist auch einiges gelungen - im ersten Akt zum Beispiel – in dem Cavaradossi kein Maler sondern ein Herrgottsschnitzer darstellt. In keiner Inszenierung hat man die Rolle des Cacaradossi  so gesehen.

Leider dreht es dann einfach ab, weil die Schere zwischen  der Erzählung des Regisseurs und der eigentlichen  Opernhandlung weit auseinander klaffen. Und wenn statt des eigentlich erschossenen  Cavaradossi Scarpia auf dem Opernboden liegt, Tosca ihn aber als Mario Caravadossi ansingt - und einfach nicht stirbt, und wie Caravadossi auch nicht stirbt, denn der sitzt im letzten Bild traurig auf der Bühne und betrachtet seine Gottesschnitzereien.

Der Opernabend lohnt, und das ist genau das, was ihn letztendlich auch so fragwürdig macht.

Scarpia steht im Zentrum - den der Bariton Seth Carico mit einer wunderbaren und wilden Hingebung singt. Das ist Verführung pur! Hier und da kann der Betrachter nachvollziehen, warum das weibliche Geschlecht Scarpia verfallen, vielleicht sogar auch ohne Gewaltanwendung.

Die Stimmen sind in der Oper Tosca richtig große Klasse und stammen aus dem Geist der Musik. Caravadossi (gesungen von Rodrigo Porras Garulo) hat es von der Anlage seiner Rolle schon schwerer. Es ist kaum vorstellbar, (auch stimmlich), warum Tosca ausgerechnet ihn liebt. Und die "Vittoria"-Rufe sowie die "glitzernden Sterne" erscheinen eher zuverlässig.

Liene Kinca als Tosca spielt ihre Rolle leicht überschritten. Unangestrengt,  berührend aber nicht so wirklich und das soll es auch nicht, das passt einfach in die Inszenierung. An diesem Abend hat sich das Opern-Orchester unter der Leitung von Kevin John Edusei richtig übertroffen und war ein großer Aktivposten an diesem wundervollen Opernabend. Und die Begleitung der Sänger ist durchweg positiv überlegen.

Wenn man sich dennoch gut auf den Abend vorbereitet hat, kann dieser äußerst spannend sein. Das war einfach Puccini-Power: Musikalisch einfach toll. Der Opernabend lohnt sich.

Weitere Aufführungen: 3., 7., 9., 17. und 29. November. Und weiter geht es am 3. und 18. Dezember sowie am 27. März und 10. Mai 2020.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 21.10.2019


Punk-Lady Nina Hagen im Theatermuseum zu bewundern

Sie ist und bleibt die Punk-Lady der ersten Stunde: Nina Hagen, eine Kämpferin und überzeugte Christin. Deutschlands schrillste Künstlerin hat es in das Theatermuseum in Hannover geschafft.

Dr. Carsten Niemann (57) vom Theatermuseum Hannover hat nach Pop-Punker Falco die nächste coole Künstlerpersöhnlichkeit ins Museum geholt.

Und bis 12. Januar 2020 gibt es jede Menge Nina Hagen – zu verdanken ist es dem Sammler Optikermeister Arne Buhrdorf aus Berlin. Es gibt Shirts, Sticker, Käppis und sogar ein Nina-Hagen-Kissen zu bewundern. Dazu Museums-Chef Niemann: „Wir wollen anhand der Exponate ihre Geschichte erzählen. Die Zeit in der DDR, das erste Album, ihr Glaube, ihr politisches Engagement."

Rund 300 Exponate, Schallplatten und Fotos zeigen den Kosmos Nina Hagen. Die Punk-Lady hat für den TV-Spot zur Expo 2000 Lehárs „Die Welt ist schön“ gesungen. Erinnern Sie sich noch daran? Und dass sie schon lange vor Madonna irre Gaultier-Outfits trug? Den Titel der „Vogue“ zierte und Werbung für Ahoi Brause machte? Und 1980 war Nina Hagen auch auf dem Satiremagazin Mad. Gewusst?

Die Leidenschaft von Arne Buhrdof (52) begann 1980. Denn zur Konfirmation bekam er die Platte „Unbehagen“ geschenkt. Seitdem sammelt er, was er über Nina Hagen in die Finger bekommt, inzwischen sind es über 1000 Exponate. Der Sammler aus Leidenschaft: „Sie ist emotional, laut, aber immer authentisch. Ihre Musik macht Spaß und inspiriert. Ich weiß nicht, ob ich Brecht gehört hätte ohne sie.“

Mit Brecht-Liedern war Nina Hagen am 3. Oktober auch im ausverkauften Schauspielhaus zu Gast. Neben Brecht gab es auch Selbstvertontes mit Texten von Else Lasker-Schüler und Goethe, Originale von Dylan, Cohen, Cash, Biermann und Jim Morrison, aber auch von Nina Hagen ins Deutsche übertragene Gospel, Blues und Friedensfetzer. Kurz: ein knallbunter Friedensliebeslieder-Abend mit Nina Hagen und Band.

Die Schau im Theatermuseum ist bis zum 12. Januar 2020 zu sehen. Geöffnet: Dienstag bis Freitag und Sonntag von 14  bis 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt 3 Euro.

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Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 18.10.2019


Vom Feinsten

Ein fantastischer Auftakt der Ballettsaison im Opernhaus Hannover

Dreiteiliger Ballettabend „Beginning“ reißt die Besucher der Staatsoper aus ihren Sitzen.

Das war schon ein furioser Auftakt des  Ballettabends "Beginning" mit "Prélude", das Phänomene der Zeit erklärt.

Der französische Choreograph Mehdi Walerski präsentiert ein großes Ensemble auf seiner subtilen Reise durch verschiedene Aggregatzustände. Zur leichten und auch fulminanten Interpretation der Musik von Lera Auerbach bestachen die Wechselbeziehungen zwischen Individuum und Gruppe. Die wechselnden raffinierten Lichtstimmungen definierten die gesamte Bühnensituation immer wieder neu. Der Tanz blieb im Rahmen dessen, was als ästhetisch empfunden wird. Und das facettenreiche Pas de deux von Verónica Segovia Torres und Adam Russel-Jones bildete den Höhepunkt.

Ein Element des dreiteiligen Ballettabends ist die Choreographie "Prélude" des Franzosen Medhi Walerski. © Andreas J. Etter

Dann ging es so richtig zur Sache: Die Power-Fraktion war jetzt am Zug. Der Grieche Andonis Foniadakis hat sich in seinem Stück „Kosmos“ Gedanken zu Forderungen im modernen Leben gemacht. Die hier mittanzen, dürfen nicht zart besaitet sein. So schnell konnte man gar nicht folgen, wie die Gliedmaßen, die Haare, flogen und die Mittänzer wurden schon mal über die wunderbar ausgeleuchtete Bühne geschleift.

Bestechend war die Präzision in den Gruppenszenen. Wunderschön auch der poetische Schluss, der dann auch einen dringend benötigten Bruch in das Geschehen brachte. Das Ensemble entrückte zu einem Glitzerwesen.

Natürlich durfte eine Choreografie des neuen Ballett-Chefs nicht fehlen. Marco Goeckes „Thin Skin“ wurde mit all diesen merkwürdigen Eigenarten beendet. Die Figuren bei Goecke wirken wie getrieben, als würden sie getanzt. „Thin Skin“  war sehr solistisch betont. Es gab wenig Berührungen. Goecke setzte elegante und verspielte Momente  und auf interessante Kontraste.

Das Publikum war von dem Dreiteiligen-Ballettabend begeistert. Zehnminütige Ovationen waren der Lohn. Und die Erwartung und Vorfreude auf den nächsten Goecke-Ballettabend „Nijinski“ mit der Musik u.a. von Frédéric Chopin, Claude Debussy. Mit diesem abendfüllenden Ballett fand Goecke national und international viel Beachtung (Premiere 13.12.2019).

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Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 23.09.2019


Das fetzt - das ist wirklich ganz große Oper „La Juive“

Opulent, raffiniert in Szene gesetzt - einfach fantastisch!

Spannend vom ersten Augenblick an - ein Neustart nach Maß. Das Publikum belohnte mit Riesenbeifall die durchdachte Regie, die einfach perfekten Solisten und ein grandioses Orchester. Das hat was!

Wie viel Offenheit erträgt eine Gesellschaft in politisch aufgeladenen Zeiten? Fromental Halèvy zeigt in seiner 1835 in Paris uraufgeführten Oper die Reibung zwischen Menschen, die den Anderen in seiner Fremdheit nicht mehr gelten lassen können. Die Demokratie bildet auf der Bühne ihre eigene Toleranz ab, das Theater beweist seine Fähigkeit, Ort des politischen Diskurs zu sein.

„La Juive“ (die Jüdin) wurde für das hannoversche Publikum ausgewählt. Ein Goldhändchen war im Spiel, denn die „Grand Opéra“ von Halévy ist perfekt und lässt das ganze Haus nur so erstrahlen: der Chor, das Ensemble, die Solisten, die Bühne, der gesamte Bühnenbetrieb und das Orchester.

Ja und alles wird gebraucht für einen faszinierenden und packenden Opernabend, für den die Regisseurin Lydia Steier den wirklich passenden Rahmen erschafft. Denn diese Oper ist eine detailreiche Zeitreise zurück in die Vergangenheit und erzählt mit dem ersten Akt in einer amerikanischen Kleinstadt der 50er Jahre wie es über viele Stationen weitergeht: Von der Weimarer Republik zum Barock, zur Inquisition, um beim großen Kirchenkonzil in Konstanz zu stranden - bei dem laut Libretto die Oper ja auch spielt und beginnt.

In jeder Phase wird der unter- und überschwellige Antisemitismus klar heraus kristallisiert - es tauchen SA-Leute auf, die dem Hass freien Lauf lassen, NS-Filmkarikaturen gehen über die Bühne wie zum Beispiel „Jud Süß“.

So richtig Spirit bekommt die Zeitreise durch das  Bühnenbild vom Momme Hinrichs, der eine Art Beton-Klagemauer aus sage und schreibe 420 Quadern bühnenhoch aufgebaut hat - die aber auch als Projektionsfläche für Videos (wie Feuer und fliegende Engel) und auch für den entsprechenden Humor herhält - wenn der Kardinal (ungemein stimmgewaltig: Shalvleg Armasi) als singende Monstranz auf der Bühne erscheint.

Die Oper und damit auch die Regie arbeitet mit Tableaus, den ganz großen Auftritten - das hat dann auch einen perfekten Effekt, wenn eine Parade der Grausamkeiten über die Bühne fährt oder am Fürstenhof eine opulente Tafel aufgefahren wird, Puder-und Perücken-Party sich die Waage halten, fantastisch auch die Kostüme von Alfred  Meyerhofer.

Die Drehbühne erlaubt diese und jene kleine Wunder, wie zum Beispiel das Ausklappen einer jüdischen Wohnstube, die aus der Betonwand kommt.

Zeitgemäß sind im Ablauf das Einstehen gegen Ausgrenzung, für die Überwindung zwischen menschlichen Grenzen sowie den Glauben an die Größe der unendlichen Liebe. Und natürlich an die Kraft der Musik. Das zeigten die Sänger: allen voran Zoran Todorovich als verbitterter Jude Éléazar, der mächtig und stimmgewaltig war, und flehend bravourös in der Arie „Rachel, quand du Seigneur“. Dann die amerikanische Sopranistin Hailey Clark (als Rachel) mit einer dramatisch gestählten Stimme, steht dem kaum nach. Sie füllt das Opernhaus aus! Auch die Rolle der anhnungslosen Gegenspielerin Prinzessin Eudoxia ist mit Mercedes Arcuri hervorragend besetzt und der umworbene, wankelmütige Leopold überzeugt in seiner Rolle.

Auch Chor und Extrachor unter Lorenzo Da Rio wanderten mit Bravour durch die Jahrhunderte und Welten.

Dirigent Constantin Trinks hält sein Orchester in Bestform. Damit steht er in der Ersten Reihe der Kandidaten für den Posten des noch zu findenden Generalmusikdirektors.

Jedenfalls feierte das Publikum den Chor, die Sänger - einfach alles, was sich auf der Bühne bewegte, eine Viertelstunde. Das soll was heißen in Hannover!

Szenenfotos Sandra Then 

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 16.09.2019


Schauspiel Hannover-Eröffnungspremieren

Das Schauspiel legt richtig los

Mit „Zeit aus den Fugen“ hatte am 13. September, eine Uraufführung von Science Fiction-Autor Philip K. Dick Premiere. Es geht um Realitätsflucht in Anbetracht politischer Unruhen. Laura Linnenbaum inszeniert den Science Fiction-Klassiker von Autor Philip K. Dick („Minority Report“, „Blade Runner“, „Total Recall“). Die Premierengäste wurden von Dr. Sabine Johannsen, Niedersächsische Staatssekretärin für Wissenschaft und Kultur, sowie Schauspielintendantin Sonja Anders begrüßt.

Anschließend tanzte das begeisterte Premierenpublikum eine rauschende Party mit Jacky-Oh Weinhaus und Jade Pearl Baker in der Cumberlandschen Galerie.

Die neueröffnete Kantine (Zugang über die Cumberlandsche Galerie) bietet nicht nur vor und nach den Vorstellungen eine abwechslungsreiche Speisekarte. vielmehr ist sie auch mittags für Jedermann geöffnet. 

Zwei Tage später gab es die Premiere von „Platonowa“ nach „Platonow“ von Anton Tschechow. „Gefühle zeigen Tschechows Figuren, sie gehen in den Seelendschungel und in Gefühlsnahkämpfe, beschreibt Regisseur Stephan Kimming das Geschehen bei der morbiden Hochzeitsfeier. Ein Fest, bei dem bestehende Gewissheiten ins Wanken geraten – mit fatalen Folgen für alle Gäste. Kimmig zeigt eine Bearbeitung von „Platonow“, in der eine Frau als Titelgeberin im Zentrum steht.

Ministerpräsident Stephan Weil begrüßte die Gäste, anschließend auch hier Premierenparty mit Jacky-Oh Weinhaus und Jade Pearl Baker in der Cumberlandschen Galerie.

Mit den „Universen“ wurde am 14. März die neue künstlerische Workshopreihe auf Cumberland eröffnet. Die ganze Spielzeit über erkundet und unterrichtet das Schauspiel-Team in sieben Workshops filmisch, tänzerisch, schreibend und aktivistisch "Hannoveraner Universen". Julis Wissert und Hannes Oppermann informieren über Idee und Programm.


Tanzprojekt-Ausschreibung der Compagnie Fredeweß

Compagnie Fredeweß sucht Jugendliche ab 14 Jahren, die Lust haben zu tanzen.

Für gemeinsame Proben und eine Aufführung sucht die freie Tanzgruppe Compagnie Fredeweß Jugendliche ab 14 Jahren, die Lust haben zu tanzen.

Die Proben finden im Zeitraum Oktober bis Dezember 2019 im Tanzhaus im AhrbergViertel statt. Die Tänzer*innen der Compagnie Fredeweß erarbeiten mit den Teilnehmer*innen einen zeitgenössischen Tanz, der im Dezember im Kulturzentrum Pavillon Premiere haben wird.

Informationen und Anmeldung unter 0511/4500 1082 oder compagnie-fredewess

Die Compagnie Fredeweß besteht seit 1998 als professionelles, freies Tanztheater-Ensemble in Hannover Linden mit der eigenen Spielstätte Tanzhaus im AhrbergViertel. Seit 2005 widmet sie sich auf Basis ihrer professionellen künstlerischen Arbeit in der Initiative MOTS – Moderner Tanz für Schulen der Vermittlung des zeitgenössischen Tanzes an Kinder und Jugendliche. Die Besonderheit der Arbeit ist die direkte Verknüpfung des professionellen Bühnentanzes auf Grundlage des Movement Research. Auf dieser Grundlage können sie auch komplexere Bewegungen so strukturieren und vereinfachen, dass sie für Laien umsetzbar und erlebbar werden. So ist es möglich, auch jene Kinder, Jugendliche und Erwachsene an den modern-zeitgenössischen Tanz heranzuführen, die bisher wenig bis keine Erfahrungen damit haben.


Hafen 1 ist ein sicherer Hafen

Movimentos hat mit tollen Ballettinszenierungen überzeugt

Die ersten Movimentos Festwochen in der neuen Eventlocation „Hafen 1“ sind am 24. und 25. August mit zwei Aufführungen der Movimentos Akademie erfolgreich zu Ende gegangen. Vom 19. Juli bis 25. August begeisterten insgesamt fünf internationale Tanzcompanys die Besucher mit einer Uraufführung, einer Europapremiere und sechs Deutschlandpremieren. Trotz des ungewohnten Festivalzeitraums im Sommer liegt die Auslastung der 17. Ausgabe von Movimentos mit 93 Prozent auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

 

Die Konzentration auf die Ballettsparte kam beim Festvial-Publikum offensichtlich gut an, hatte doch die Autostadt auf das doch recht umfangreiche Beiprogramm der Movimentos der letzten Jahre verzichtet.

Furioser Auftakt: Die Sao Paulo Company. Foto: Matthias Leitzke 

Roland Clement, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autostadt: „‚Hafen 1‘ hat die Feuertaufe mit Bravour bestanden. Unsere neue Eventlocation ist mit der Terrasse direkt am Mittellandkanal ein idealer Veranstaltungsort mit annähernd mediterranem Flair. Nach den Movimentos Premieren in den vergangenen Wochen freuen wir uns jetzt auf die Weltpremiere des Golf VIII im Oktober.“

Bernd Kauffmann, Künstlerischer Leiter der Movimentos Festwochen: „Es ist schon ein fast ‚unheiliges Wunder‘, wie problemlos, zielgenau und zeitgerecht die Movimentos in ihrem neuen Zuhause Wurzeln schlagen konnten.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus der Region haben in den beiden Movimentos Akademie Tanzprojekten insgesamt vier verschiedene Choreografien erarbeitet.

Ich bin glücklich, dass das Publikum den Festwochen ungebrochen die Treue gehalten hat und durch seinen Beifall sicht- und hörbar zum Erfolg dieser Movimentos beigetragen hat. Der Autostadt gilt mein großer Dank, dass sie all dies so störungsfrei ermöglicht hat. Ihr gilt ebenso mein großer Respekt, dass sie in ‚unruhigen Zeiten‘ dem zeitgenössischen Tanz weiterhin Raum und Gewicht einräumt und damit dem ‚wortlosen Dialog‘ der Kulturen ein markantes Ausrufezeichen setzt.“

Dem können wir uns nur anschließen – das Publikum war wie wir begeistert von der hohen Qualität aller Darbietungen – weiter so!

Movimentos/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 25.08.2019


Chor soll verstärkt werden

Theaterbegeisterte Hannoveraner*innen gesucht!

Für „Antigone. Ein Requiem", eine der Eröffnungsinszenierungen der neuen Intendanz von Sonja Anders, gründet das Schauspiel Hannover einen Bürger*innenchor. Dafür werden noch theaterbegeisterte Hannoveraner*innen jeden Alters und jeglicher Herkunft gesucht - Chorerfahrung ist nicht erforderlich!
Die Chorleitung übernimmt der Schauspieler Stefan Kolosko (Foto), der schon mit Einar Schleef und Christoph Schlingensief zusammengearbeitet und zuletzt auf Kampnagel in Hamburg und am Berliner Maxim Gorki Theater große Chöre aufgebaut hat. „Eine mit unglaublicher Genauigkeit, Präzision und Originalität entwickelte Sprachmusik“, beschreibt der Theaterwissenschaftler Prof. Müller-Schöll seine Arbeit mit Sprechchören. Termine  unter
enderkolosko.

La Traviata zum mit nach Hause nehmen

Die gefeierte Opernaufführung jetzt auf DVD

Nach sieben Jahren mit 50 ausverkauften Vorstellungen an der hannoverschen Staatsoper musste das Publikum im Januar 2019 Abschied von Benedikt von Peters „La Traviata“-Inszenierung nehmen.

Doch jetzt gibt es die beliebte und gefeierte Inszenierung mit Nicole Chevalier als Violetta Valerie auf DVD für zu Hause. Ab sofort können Zuschauer*innen und die herzzerreißende Soloshow hautnah und so oft wie sie wollen miterleben. Der Mitschnitt mit fünf Kameras entstand anlässlich der Generalprobe der Wiederaufnahme im Dezember 2018.
 
Die DVD ist für 19,90 Euro an der Kasse im Opernhaus und im Opernshop erhältlich.

Staatsoper/Ute Micha/Sigrid Lappe

Nicole Chevalier als begeisternde Violetta. Foto Thomas Jauck

Veröffentlicht 24.06.2019


Die Näh- und Singegruppe

Das Kultduo Die Bösen Schwestern singen ihre liederlichen Chansons

Die Näh- und Singegruppe ist in der Marlene (Prinzen-/Ecke Alexanderstraße) immer wieder die zu Gast.

Magda „Matitschku" Anderson ist ihrem Pastor Engel katholisch ergeben, Anita Palmerova kippt lieber ein paar Likörchen und singt liederliche Chansons. Wenn nur Bruder Benedickt endlich käme, dessen frommen Vortrag die beiden Weiber von der Näh- und Singegruppe „Nähen für den Hunger" künstlerisch begleiten sollen. Aber der wartet am Flughafen auf sein Gepäck. 

Mit frommen Liedern, viel Eierlikör und Sahnekuchen, erbaulichen Gesprächen und fliegenden Teekannen warten Magda und Anita auf Pastor Engel, den falschen Bruder und das jüngste Gerücht....

Buch, Regie und die musikalischen Arrangements stammen aus der Feder des Hannoveraners Adrian Anders, der sich auf der Bühne in Magda verwandelt. Ihm zur Seite steht wie immer Chris Palmer, der in die Rolle der „Exil-Chansonette" Anita Palmerova schlüpft. Als Kult-Duo Die Bösen Schwestern ziehen Anders und Palmer einen Lacher nach dem anderen für das Publikum aus dem Hut.

Infos und weitere Termine: boeseschwestern.

Veröffentlicht 26.05.2019