OPER - SCHAUSPIEL - TANZ


Schauspiel Hannover On Air

 Schauspiel Hannover bringt seine Online-Aktivitäten auf die digitale Bühne

Unter dem Titel „staatstheater-hannover.digitaler-spielplan“ ist ein Spielplan mit digitalen Angeboten auf der Website des Schauspel Hannover abrufbar. Für die jeweils kommende Woche werden hier alle Streaming-Termine sowie die Veröffentlichung von neuen Podcast- und Video-Formaten angekündigt: schauspielhannover.

Der kostenlose Video-Stream „Antigone. Ein Requiem“ von Thomas Köck in der Regie von Marie Bues als, wurde von ca. 2.500 Personen aufgerufen. Am Samstag, 11.04., ist Philip K. Dicks „Zeit aus den Fugen“ zu sehen, mit dieser Inszenierung hatte Regisseurin Laura Linnenbaum im September 2019 die Spielzeit eröffnet.
Jeden Samstag zur Theaterzeit um 19:30 Uhr sind Inszenierungen aus dem Repertoire zu sehen. Vor jedem Stream führen die Dramaturg*innen des Schauspiel Hannover per Video in das Stück ein.

Viele Ensemblemitglieder erarbeiten Lesungen und Hörspiele: Den Auftakt machen Wolf List und Jana Lissovskaia mit „Ein Gespräch in Briefen... Marina Zwetajewa und Rainer Maria Rilke“ sowie Sebastain Jakob Doppelbauer mit „Spielplatz der Helden“ von Michael Köhlmeier.

Die neue Podcast-Reihe „Titel. Thesen. Träume“ setzt sich mit aktuellen Fragen des Seins auseinander. Auch bekannte Bühnenformate wie die Gesprächsreihe „Senf dazu“ werden als Audio-Format fortgeführt. Ensemblemitglieder sind weiterhin mit der täglichen Video-Reihe „#wieesgewesenwäre“  präsent. Und auch die Jugendclubs verlagern ihre Produktionen auf die digitale Bühne.
Viele weitere Formate sind in Planung: interaktive Formate, bei denen auch das Publikum zur Teilnahme aufgefordert wird, musikalische Projekte, Online-Soaps, Workshops und Speeddatings, Theater-Yoga sowie Interviews, Essays und kleine Reportagen.

Sämtliche Video- und Audio-Produktionen wurden ausschließlich im Homeoffice koordiniert, aufgenommen und produziert. Sonja Anders: "So bitter die aktuelle Lage für uns alle auch ist, so bringt sie doch ein unglaublich kreatives Potenzial hervor. Und ich bin froh, dass sich unser Ensemble mit so viel Energie in die Sphären des Digitalen stürzt."
Und schon jetzt ist geplant, einige der neuen digitalen Formate auch nach dem Corona-Shutdown fortzuführen.

Schauspiel/Sigrid Lappe, HaWo/Ute Micha. PreDiNo

05.04.2020


Schauspiel und Oper berichten

Die Staatstheater hoffen am 3. Mai wieder auf offene Bühnen

Die Staatstheaterleitung beschloss weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des COVID-19 und verlängerte die Aussetzung des Proben- und Vorstellungsbetriebs: Staatsoper und Schauspiel bleiben mindestens bis einschließlich 19. April vollständig geschlossen.

Künstler*innen aus dem Ensemble der Staatsoper, des Staatsballett und des Staatorchesters schicken täglich um 17 Uhr kreative Grüße über Facebook und Instagram.

Infos unter staatsoper-hannover.de.

Informationen zur Stornierung von gekauften Karten sind unter staatstheater-hannover.de abrufbar, für Rückfragen ist der Kartenservice Mo - Fr von 10 - 18 Uhr unter +49 511 9999 1111 sowie per E-Mail an kartenservice@staatstheater-hannover.de erreichbar. Auch die Tageskassen im Opern- und Schauspielhaus bleiben mindestens bis einschließlich 19. April geschlossen.

Von den rund 930 Festangestellten der Staatstheater Hannover bleibt  nur noch eine Handvoll Mitarbeitender, die für Sicherheit, Administration und Kundenservice absolut notwendig sind, im Haus tätig. Viele Bürotätigkeiten werden auf Homeoffice umgestellt.

Wie geht es weiter? Der reguläre Proben- und Arbeitsbetrieb wird nach jetziger Planung am 20. April aufgenommen, ab 3. Mai soll es wieder Vorstellungen und Konzerte geben. Die Spielpläne für Mai und Juni werden dahingehend überarbeitet.

Und schon jetzt ist absehbar, dass die beschlossenen Einschränken auch Auswirkungen auf die kommende, bereits geplante Spielzeit 2020/21 haben werden.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

22.03.2020


Premiere des Musiktheaters "Zählen und Erzählen" auf Facebook zu sehen

Die Staatsoper lässt sich was einfallen!

Bis zum 19. April finden keine Vorstellungen in der Staatsoper Hannover statt. Nun werden neue und ungewohnte Wege beschritten: Die Premiere des Musiktheaters für Unerwachsene "Zählen und Erzählen" von Mauricio Kagel wird von Sonntag auf Montag, 16.,10.30 Uhr, verlegt und live auf Facebook gestreamt.

Das bis dato noch ungesehene Stück wurde von Kindern der Grundschule Haste so einfach erfunden! Und die "Großen" Opernprofis setzten es daraufhin in die Tat um und helfen so mit, dieses sagenhafte Stück dann auch zu erschaffen.

Szenenfoto "Zählen und Erzählen". Foto Clemens Heidrich

Zählen und erzählen bleibt aber was der Untertitel verspricht: Musiktheater für alle Unerwachsenen. Mauricio Kagel als Komponist versteht, eine gewisse Leichtigkeit in die Musik des 20. Jahrhunderts zu bringen, entwickelte die Idee zu diesem Stück 1976. Und was dann aufgeführt wird, entsteht immer wieder neu.

Die teilnehmenden Kinder denken sich eigenständig Geschichten aus, die dann in Musiktheater verwandelt werden.

Hoffentlich wird die zweite Runde, die im Juni geplant ist, live im Ballhof zu sehen sein.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

05.04.2020


„Das ist eine große Ehre“

Stephan Zilias wird neuer Generalmusikdirektor an der Staatsoper Hannover

Mit einem herzlichen Lachen präsentiert Opern-Intendantin Laura Berman den neuen Genralmusikdirektor Stephan Zilias, der von Berlin nach Hannover wechselt. Was für ein Gewinn! Und der neue Generalmusikdirektor Stephan Zilias freut sich offensichtlich über die Berufung an die Staatsoper Hannover. Er wird ab der Saison 2020/2021 für fünf Jahre das musikalische Geschehen in dem traditionsreichen Opernhaus  mitbestimmen.

Nach dem GMD-freien Jahr sei der Wunsch im Orchester auszumachen, nach einer Person, die die Richtung vorgibt und dem Orchester sagt, wo die Reise hingehen soll. Kooperation sei ganz wichtig. "Man muss als Dirigent schon ins Orchester hineinhören. „So wie es andere Dirigenten machen, die ihr ganz persönliches Ding durchziehen, so funktioniere das heute nicht mehr. Man muss auf Kritik und Anregungen reagieren können." Und durch einen künstlerischen Beirat werde das Orchester in die Programmgestaltung einbezogen.

Stephan Zilias © Simon Pauly

Es ist auf jeden Fall gut angelaufen, eine „entspannte, produktive Atmosphäre" hat er in der Zusammenarbeit mit dem Orchester gespürt. „Das hat ein sehr großes Potential." Und das will Zilias für ein weites Repertoire dann auch nutzen, die Namen Bruckner und Schumann fallen, das französische Repertoire und auch die Moderne kommt nicht zu kurz.

„Als Konzertgänger muss man immer das Gefühl bekommen, es ist richtig, dass dieses Stück jetzt hier gespielt wird."

Und was ist mit Wagner? „Es ist ein großes Glück, jetzt an einem Theater mit Orchester, Chor und Ensemble zu arbeiten, die so etwas auf die Beine stellen könnten."

Eine Lieblingsoper hat Stephan Zilias auch: "Wozzeck" von Alban Berg. "Die habe ich rauf und runter gehört, das lief bei uns zu Hause pausenlos." Und plaudert er noch mehr Geheimnisse aus? Ja, er sagt: "Ein Jahr habe er Ballettunterricht gehabt  - aber tanzen kann ich bis heute nicht“.

Warum wurde Stephan Zilias ausgewählt? "Er hat einfach alle unsere Kriterien erfüllt", sagt dann Laura Berman, wie immer mit einem breiten Lachen. Gelernt hat Zilias bei Dirigentenstar Donald Runnicles, der auch mal Kapellmeister an der hannoverschen Staatsoper war.

Auch hat der neue Generalmusikdirektor die jungen Menschen im Blick: „Wir müssen rausgehen, auch an andere Spielorte in Hannover.“ Und die Schulen müssen verstärkt angesprochen werden. Hannover hätte an Kultur so viel zu bieten. „Wir reden hier von einer Stadt, die in dieser Hinsicht richtig groß aufgestellt ist."

staatstheater-hannover/stephan-zilias.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

10.02.2020


Junges Publikum total begeistert - Lettisches Staatsballett in der Staatsoper

Lebensgroße Kaugummikugeln und Geburtstagstorten tanzen über die Bühne

Fünf Tage klassisches Ballett - darauf hatte sich das Publikum richtig gefreut!

Das junge Publikum kam so richtig in Wallung, als lebensgroße Kaugummikugeln und tanzende Geburtstagstorten die Bühne belegten: Astrid Lindgrens „Karlsson vom Dach“ wurde als Ballett aufgeführt und der Nachwuchs  war total begeistert und so kann man sie auch für den Tanz begeistern.

Die Staatsoper Hannover hatte sich vom Lettischen Nationalballett für das Gastspiel nicht nur den Klassiker „Le Corsaire“ mit großem Erfolg schön „altmodisch“ auf die Bühne geholt, sondern auch gerade diese Kinderproduktion, die in ihrer Machart ebenso Erwachsene zu begeistern verstand. Was hier erzählt wurde, war nicht weit vom großen Ballett entfernt - bedingt durch die konventionelle Tanzsprache, auf die sich Choreograf Aivars Leimanis so richtig versteht. In den Choreografien von Leimanis treffen Grazie und technische Perfektion auf Fantasie und einzigartige, getanzte Traum- und Märchenwelten.

Es war aber noch einfallreicher als der große Tanz der Piraten – mit aufwändigen Projektionen, die Karlsson kräftig beim Fliegen unterstützten. Ein reduziertes Bühnenbild brachte eindrucksvoll das Ganze ins rechte Licht.

Und wer sich an seinen Karlsson noch erinnert, konnte sich über etliche Modifikationen so richtig freuen - was allerdings keinen großen Geist störte. Und das dicke aufgeplusterte Wesen mit orangenfarbenem Haar und seinem Propeller auf dem Rücken kam stets freundlich beim Publikum als echter Kumpel rüber. Das Fräulein Bock schien aus dem Käfig voller Narren geschlüpft zu sein. Am Ende war das gesamte Publikum begeistert.

Das Gastspiel war so eine Art Investition für das Publikum der Zukunft!

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche/Fotos: Andris Tone

02.03.2020   


„Das wird man doch mal sagen dürfen!?

Vorläufig abgesagt!

Satirischer Theaterabend mit Musik von und mit der Theaterinitiative Bühnensturm unterwegs in Hannover

„Geht´s dir gut? Hattest du einen schönen Tag?“ – trauen Sie sich das noch zu fragen angesichts der derzeitigen Gesellschaftssituation?

Klimakatastrophe, Terrorgefahr, Rechtsruck, Altersarmut, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Werteverfall, Verrohung der Debattenkultur, Über-Digitalisierung und Tabubrüche allerorten – es ist, als wäre die Büchse der Pandora geöffnet worden. Wie kann man da weiterleben und trotzdem den Humor bewahren? Oder das alles auf eine Bühne bringen, ohne den zeitlichen Rahmen zu sprengen?

In kleinen Szenen, mit Toneinspielungen, Gedichten und viel Musik nähert sich die Theaterinitiative Bühnensturm
den täglichen Katastrophen. Das wird man doch mal sagen dürfen!? - Ungesagtes, Unsagbares und Unsägliches bleibt bei allem Ernst unterhaltsam, erhellend und bestenfalls ermutigend!

Das Ensemble – syrische und deutsche Musiker und Schauspieler – spielt und singt, unterstützt von Piano, Saz und arabischen Percussions. Es sind: Abdulrahim Aljuola, seit vier Jahren und Barzan Hussein, seit drei Jahren in Deutschland. Außerdem der Pianist Uli Schmid, sowie Hanna Legatis, Schauspielerin und Martin-G. Kunze, Schauspieler. Beide haben auch die Texte geschrieben. Regie: Johanna Kunze.

Tickets: ti-buehnensturm@web.de oder per Telefon unter 0175/590 28 37

Termine: vielleicht am 24. April, 19 Uhr, St. Petrigemeinde Döhren, 06. Mai, 19 Uhr, Kulturtreff Bothfeld, 05. Juni, 17 Uhr, Kulturcafé Anna Blume Stöcken und 26. Juni um 19 Uhr, Christuskirche.


Die Bösen sind leicht gefunden. Aber die Guten?

Bohuslav Martinůs Oper „The Greek Passion“ wirft eindringliche und aktuelle Fragen auf

Was braucht es, um ein guter Mensch zu sein? Gibt es eine Identität ohne die Abgrenzung gegen Andere? Bohuslav Martinůs Oper „The Greek Passion“ wirft eindringliche und aktuelle Fragen auf, die am Grundverständnis einer Gemeinschaft und der gesellschaftlichen Rolle jeder*s Einzelnen rühren. Ab dem 21.März wird die Oper in der Neuinszenierung von Barbora Horáková im Opernhaus zu sehen sein.
 
Die Premiere läutet gleichzeitig das Festival: „Passionen“  ein, das Passionsgeschichten und den Umgang mit ihnen aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Genres thematisiert.

 Zum Inhalt: Ein Dorf zur Zeit des Griechisch-Türkischen Krieges 1919–1922. Die Bewohner*innen bereiten sich auf die jährlichen Passionsspiele vor, als eine zweite, ebenfalls griechische Dorfgesellschaft auf der Flucht vor türkischen Truppen um Aufnahme bittet. Sofort folgt die Probe aufs Exempel: Was bedeutet die christliche Heilslehre im Ernstfall?
Bohuslav Martinůs Oper The Greek Passion“  legt den Finger in die Wunde der gesellschaftlichen Verantwortung jeder*s Einzelnen und stellt die Frage, ob eine Gemeinschaft durch Zugezogene in ihrer Sicherheit bedroht wird. Wie akut das Thema heute ist!

Die Inszenierungen von Barbora Horáková kennzeichnet ein psychologisch genauer Blick, der das Hadern der Bühnenfiguren unmittelbar erfahrbar macht.  

Staatsoper/ Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo

05.03.2020 


Best OFF – Festival abgesagt

Theatertreffen der freien Szene vom 23. bis 25. April findet nicht statt

Geplant war: Am 23. April sollte das Festival u.a. mit der Uraufführung des Stückes “Vor dem Sturm“ des letzten Festivalgewinners „krügerXweiss“ eröffnet werden. Insgesamt sechzehn Aufführungen und ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Nachgesprächen, Diskussionen und Talks, Partys und Musik sowie einem Schulprogramm versprachen spannende Festivaltage!

Seit 2011 präsentiert die Stiftung Niedersachsen alle zwei Jahre herausragende Inszenierungen aus Niedersachsen beim Best OFF – Festival Freier Theater. Damit stärkt sie die freie Szene und erhöht deren Sichtbarkeit. Das Festival ist außerdem eine Plattform für aktuelle Debatten, künstlerische Auseinandersetzungen und Vernetzung. Die Stiftung kooperiert im Rahmen des Festivals mit dem Pavillon, dem Landesverband Freier Theater und der Leibniz Universität.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

14.03.2020


Händels "Alcina" ist Verführung pur!

Ein Spektakel für die Sinne

Kein Zeitalter hat sich mit dem Theater tiefer eingelassen als das Barock, keines hat es tiefer verstanden. Das Barock hat das Theater zum vollständigen Abbild und zum vollkommenen Sinnbild der Welt gemacht (Richard Alewyn, das große Welttheater 1959).

Es knistert nur so vor Spannung: Endlich wird "Alcina" wieder in der Staatsoper Hannover gespielt. Spannend, ideenreich und mit viel Esprit hat Regisseurin Lydia Steier die Zauberoper auf die Opernbühne in Hannover gebracht, und - was für eine Diva steht auf dort auf der Bühne! - die hier in Hannover schon lange nicht mehr gesehen und gehört wurde. Einfach fantastisch!
Es ist nicht nur ein Seh- sondern auch ein musikalisches Ereignis: Mit Rubén Dubrovsky steht ein ausgewiesener Experte für Barockmusik am Pult der
Staasoper Hannover. Die Zauberin wird von der Sopranistin Hailey Clark verkörpert, die auch in "La Juive" die Titelpartie und zuletzt die Musetta in "La Boheme" sang.

Was das Wechselbad der Gefühle angeht, steht "Alcina" ganz im Geiste der barocken Komödie, wo zwischen Lachen und Weinen, Glück und Verzweiflung oftmals nur ein winziger Augenblick liegt und ein einziges Stichwort sofort die ganz großen Affekte raus lässt. Doch gleichzeitig ist die Oper aber auch ein "dramma per musica": So schnell sich die Figuren ver- und entlieben mögen, so tragisch ernst ist jeder Schmerz, jeder Verlust und jede Angst - und so tief empfunden Händels Musik. Zu sehen ist aber auch ein guter Schuss Broadway, der durch Haily Clark fantastisch verkörpert wird. Und das Publikum dankt es mit minutenlangem Applaus für Sänger und Musiker.

Regisseurin Steier ist es gelungen, ein knallbuntes Werk auf die Bühne zu bringen, das ist ein Hybrid aus der großen Zeit des Barock und gleichzeitig großer Oper – was Haily Clark ohne wenn und aber rüberbringt. Gänsehaut pur! Denn sie, die die "Alcina" verkörpert, hat das gewisse "Etwas" das "Magische" eine Bühnenpräsenz, die unglaublich ist, das kennt man nur von großen Diven!

Und die Auftritte sind ein Augenschmaus - einmal in weißem Pelz vor sternenglitzerndem, unheimlichem und dunklem Nachthimmel - toll zu erleben. Und die Showtreppe - wie für sie gemacht - mit leuchtenden Bananen, ja und wenn sie das "Ombre Pallide" singt,  da spielt sie ihre prachtvolle Stimme voll aus.

Das Gegengewicht zu Haily Clark ist Vince Yi, der perfekte Countertenor mit seiner samtig-weichen Stimme, das geht durch und durch wenn er "Verdi prati" schmachtend dem Publikum entgegen singt. Das reißt das Publikum schon aus den Opernstühlen.

Es ist eine wundervolle und eingängige Inszenierung mit ausgesprochen vielen und wunderbaren Regieeinfällen von Lydia Steier. Sie führt das Publikum mit leichter Hand  in zwei Welten, einmal in die der "Alcina" - ein Zauberreich mit bunter Mischung, bunt und fantasievoll auch die Kostüme. Die verzauberten Männer zeigen recht viel Haut, die Köpfe aber werden unter Fantasiemasken versteckt.

Grandiosen Beifall gab es dann auch für den steppenden Azteken Orante (Rupert  Charlesworth). Auch wurden von der Regisseurin coole Gags eingearbeitet, wie das heitere Menschenopfer mit herausgenommenen Gummiherzen und meterlangen Gedärmewürsten. Die Drehbühne zeigt ein nie überladenes Bühnenbild, das sich wie alles in der Oper auch, wiederum schnell verändert.

Und die andere Welt: Blitzschnell ist die Gegenwart da, die zum Beispiel die des Ruggiero, in die rückverwandelten Menschen am Ende wieder zurückkehren: Mit grauen Anzügen, grauen Krawatten und Melone, denn auf dieser Seite der Welt geht es förmlich zu. Hier wird in der Welt der Schreibtische gearbeitet und Geld verdient. Und Spaß haben auch die Menschen in Finanzkreisen - die hauen so richtig rein, das zeigt das ausgedehnte Schluss-Tableau mit seiner barocken Betriebsfeier!

Das Orchester (unter anderem auch verstärkt durch herausragende Gäste) war in wunderbarer Hochform, und kam mit den barocken Anforderungen ausnahmslos super klar.

Ruben Dubrovsky macht dann auch Händel so unendlich einfallreich hörbar. Er hält stets den Kontakt zum Bühnengeschehen und lässt den Protagonisten für die großen Auftritte dann auch genügend Raum. Und der wird von den Sänger*innen auch genutzt, wie Veronika Schäfer als frecher Oberto, Mercedes Arcuri als stimmlich verführerische Morgana, Avery Amereau als liebendleidende Bradamante.

Die Produktion der Händel Oper "Alcina" ist eine Übernahme von der Baseler Oper.

Im Opernhaus wurde ein großes Barock-Theater geboten und so macht Händel einfach richtig Spaß!!

Ute Micha, Presse Dienst Nord, Sigrid Lappe, Hannover Woche

10.02.2020


Spannende Ostertanztage 2020 abgesagt

Überraschung auf Überraschung für die Zuschauer - leider Negative1

 Sie finden vom 6. bis 13. April NICHT statt!


Mit einer Intrige wird der Graf schachmatt gesetzt

Figaros Hochzeit begeistert das Publikum im Ballhof Eins

Am Hofe des Grafen Almaviva nahe Sevilla hätte die Klatschpresse von heute ein gefundenes Fressen: Kammerdiener Figaro und Kammerzofe Susanne wollen sich in wenigen Stunden das Ja-Wort geben. Doch Graf Almaviva pocht auf die Privilegien seines Standes: das „Recht auf die erste Nacht“. Figaro schmiedet eine tollkühne Intrige ...

Der ungarische Regisseur András Dömötör inszeniert „Figaros Hochzeit“ von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais politisch, turbulent, pfiffig und humorvoll zugleich. Es ist ein wahrer Spaß und das Publikum ausnahmslos begeistert.

Auch die Bühne (Sigi Colpe) trägt dazu bei: Die stilisierte Krone, in deren Klappen die Schauspieler verschwinden oder daraus auftauchen, verlangt von den Schauspielern halsbrecherische Turnübungen – meisterhaft bewältigt von dem hervorragendem Darstellerteam.

Wie immer unsere Empfehlung: Das informative Programmheft kaufen – zum vorher und nachher Lesen!

Auch der erste Teil der Figaro-Trilogie ist aktuell im Programm der Staatstheater zu erleben: Bei Vorlage einer Eintrittskarte für die Oper „Der Barbier von Sevilla“ (Teil 1) oder für das Schauspiel „Figaros Hochzeit“ (Teil 2) erhalten Besucher an den Kassen 25% Ermäßigung beim Kartenkauf für das jeweils andere Stück!


Die 19. Lange Nacht der Theater fällt flach

Aber nächstes Jahr sind wir wieder dabei!

Die Partner*innen der Langen Nacht, die seit 18 Jahren immer im Mai veranstaltet wurde, haben sich dazu entschlossen, das bisherige Format weiterzuentwickeln und für 2021 neu aufzustellen. Die Lange Nacht der Theater Hannover wird daher in 2020 nicht stattfinden.
Der Schritt wurde notwendig, da sich zum einen die Terminkoordination mit den in Hannover ansässigen Bühnen im Zusammenhang mit dem kulturellen Kalender der Stadt Hannover als zunehmend schwierig herausstellt, zum anderen sich die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren stark rückläufig entwickelt haben. Wurde die Lange Nacht der Theater in den ersten Jahren von bis zu 6.600 Personen besucht, waren es in den letzten Jahren nur noch durchschnittlich 3.500 Besucher*innen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

04.02.2020


Das bringt so richtig Schwung in die Bude: "Märchen im Grand Hotel" im Opernhaus

Gute Beinarbeit, viel Swing und Schwung - da wippten die Beine des Publikums mit

Paul Abrahams Operette "Märchen im Grand Hotel" hatte in der Staatsoper Hannover Premiere - und wenn Märchen und Oper zusammentreffen, wird es einfach nur märchenhaft! Das zeigte sich auch beim minutenlangen Applaus, Getrampel und Gejohle.

Gelungen: mit dem steppenden Zimmerkellner, den wunderbar wirbelnden Zimmermädchen und den ordensgeschmückten Operettenchören wurde ein überaus spielfreudiger Cast sowie Dance-Breaks, die es in sich hatten - ein bisschen gegen die Operetten-Tradition - in die Singstück eingebunden wurden. Alles war fröhlich und bunt (Regie: Stefan Huber) und mit einer mitreißenden Spielfreude auf die Bretter gebracht.

 Obwohl die Geschichte kompliziert ist, stimmt alles. Und das geht so: Kellner, eigentlich Millionär, liebt verarmte Prinzessin. Und was macht der liebende Papa? Er kauft einen Fürstentitel - und wie es kommen muss - Happy End.

Witz und Spielfreude zeigen hier Heiter bis Wolkig und lassen Verwicklungen zu.

Noch-Zimmerkellner Albert schmachtet seine geliebte Prinzessin an.

Da taucht die Tochter  (Valentina Inzko Fink) eines Filmmoguls (Ansgar Schäfer) auf, die Adels-Romanze als Blockbuster verfilmen will, um Daddy zu zeigen, was sie so drauf hat.

Die Technik darf beim Bühnenbild (Timo Dentier, Okarina Peter) so richtig klotzen. Das hat was und übertrifft bei Weitem an Aufwand das Gewohnte. Die dreiteilige Drehbühne mit „Spielfeldern“ dominiert die Szene.

Mal sind wir in der Hotellobby, oder im Badezimmer der Prinzessin, mal im Schlafgemach, mal im Salon oder in der Bar und in Hollywood.  Und jeder Suite hat  dann mittig auch noch eine Drehtür für immer wieder überraschende Auftritte.

Der Schluss der Veranstaltung hat einen leicht melancholischen Twist - auch musikalisch. Sie kommen eigentlich nicht zusammen, weil sie ja adlig ist und er nicht. Und es muss jetzt endlich ein Happy End her. Das wird von Glitzer-Cowboys und Glimmer-Ukulelen dann begleitet.

Und noch ein Happy-End: Der fesche Wiener Großfürst Paul, ein begnadeter Tänzer, bekommt die kesse, energische Produzententochter Marylou.

Den Zimmerkellner Albert, der sich am Ende in den Herzog von Muränien verwandelt und wie im Märchen üblich, doch die Prinzessin heiraten darf,  spielt Alexander von Hugo, der ist musicalerfahren und verfügt über ungemein elastische Beine. Mit seinen Stepp-Einlagen fährt er sich reichlich Szenenapplaus ein. Für die Titelpartie der Infantin braucht man so richtig Opernstimme und die hat Mercedes Arcuri.

Spritzig und gekonnt wieder das Staatsopernorchester, das unter der Leitung von Carlos Vazques kurzum zur Bigband wird und dem samtigen Paul-Abraham-Sound einen kräftigen Schuss Jazz verleiht.

Ein wunderbarer und unterhaltsamer Operettenabend im Opernhaus.

 Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche/Fotos Ralf Mohr


Karten für das zusätzliche 7. NDR Klassik Open Air

Vorverkauf für zweite Aufführung läuft

Es gibt wieder Karten für das 7. NDR Klassik Open Air im Maschpark hinter dem Neuen Rathaus. Karten für die zweite Aufführung von „Carmen“, die am Donnerstag, 16. Juli 2020 stattfindet, sind jetzt im Vorverkauf erhältlich.
Im Juli waren die Tickets für die Aufführung am 18. Juli 2020 bereits in kürzester Zeit vergriffen, die Vorverkaufsstellen wurden von einer riesigen Nachfrage nach Karten für das NDR Klassik Open Air „Carmen“ überrannt. Aufgrund dieser enormen Nachfrage haben sich NDR und Hannover Concerts zu einer weiteren Aufführung entschlossen.

Zum 7. NDR Klassik Open Air kommt mit „Carmen“ die beliebteste Oper der Welt nach Hannover - aufgeführt von der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Dirigent Eivind Gulberg Jensen, der 2014 mit Tosca die „Oper für alle“ mit aus der Taufe hob.

NDR Klassik Open Air am Neuen Rathaus in Hannover (c) NDR, Michael Uphoff 

Und mit international gefeierten Solisten: Bryan Hymel in der Rolle des Don José, Gaëlle Arquez als Carmen, Guanqun Yu als Micaëla und Luca Pisaroni als Escamillo. Ania Vegry (Fraquita), Oleg Tsibulko (Zuniga) und Astrid Nordstad (Mercédès) komplettieren die hochkarätige Besetzung.

Wie auch in den vergangenen Jahren werden die Aufführungen am 16. und 18. Juli 2020 ab 20.30 Uhr live in den Maschpark übertragen.
Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im NDR Ticketshop erhältlich. Veranstalter ist Hannover Concerts.

Eivind Gullberg Jensen (c) Mat Hennek, Bryan Hymel (c) Dario Acosta, Guanqun Yu (c) Jiyang Chen, Luca Pisaroni (c) Jiyang Chen, Gaelle Arquez (c) Julien Benhamou.

NDR/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


La Traviata zum mit nach Hause nehmen

Die gefeierte Opernaufführung jetzt auf DVD

Nach sieben Jahren mit 50 ausverkauften Vorstellungen an der hannoverschen Staatsoper musste das Publikum im Januar 2019 Abschied von Benedikt von Peters „La Traviata“-Inszenierung nehmen.

Doch jetzt gibt es die beliebte und gefeierte Inszenierung mit Nicole Chevalier als Violetta Valerie auf DVD für zu Hause. Ab sofort können Zuschauer*innen und die herzzerreißende Soloshow hautnah und so oft wie sie wollen miterleben. Der Mitschnitt mit fünf Kameras entstand anlässlich der Generalprobe der Wiederaufnahme im Dezember 2018.
 
Die DVD ist für 19,90 Euro an der Kasse im Opernhaus und im Opernshop erhältlich.

Staatsoper/Ute Micha/Sigrid Lappe

Nicole Chevalier als begeisternde Violetta. Foto Thomas Jauck