Kestner Gesellschaft - Bis auf Weiteres geschlossen


Zwei Ausstellungen werden vom 6. März bis 17. Mai gezeigt.

Kupferplatten von der Hochhauskuppel und das Leben der Vögel

Aus den originalen Kupferplatten des Anzeiger-Hochhauses hat die Künstlerin Katinka Bock die spektakuläre, neun Meter große Skulptur »Rauschen« (Foto lks.) geschaffen, die im Oberlichtsaal des Kestner Gesellschaft gezeigt wird.

Parallel dazu wird die Ausstellung »Herbst im Paradies« von Jean-Luc Mylayne gezeigt. Der Fotokünstler hat sich zeit seines Lebens mit einem Motiv beschäftigt: Vögeln.

Mit über 40 großformatigen Fotografien präsentiert die Kestner Gesellschaft die erste institutionelle Einzelausstellung von Mylayne in Deutschland und sie ist zugleich ein Rückblick auf sein Werk in vier Jahrzehnten.

Eröffnet werden die Ausstellungen am Donnerstag, 5. März, 18.30 Uhr. Im Anschluss gibt es elektronische Musik mit DJ Felice (ThisKO/Turnland) sowie Food and Drinks von And M.E. Events (Bronco’s, Der Schenker, Apartment), Eintritt frei.

Mit der Ausstellung »Rauschen« erkundet die Künstlerin Katinka Bock (*1976 in Frankfurt am Main, lebt und arbeitet in Paris) Übergänge und Grenzbereiche von materiellen, historischen, sozialen und politischen Räumen. Neben 11 Skulpturen und Installationen aus natürlichen Materialien wie Keramik, Bronze oder Holz, greift sie mit dem zentralen Werk der Ausstellung, der monumentalen gleichnamigen Skulptur, den historischen Ort des angrenzenden Anzeiger-Hochhauses auf und formt daraus einen neuen skulpturalen Raum: die Außenhaut der amorphen neun Meter großen Skulptur »Rauschen« (2019) besteht aus den originalen Kupferplatten, die von 1928 bis 2019 die Kuppel des Wahrzeichens von Hannover bedeckten. Die Zeitung wird zum Hauptmotiv der Ausstellung, in dem die Künstlerin auch das Anzeiger-Hochhaus und die Zeitung selbst zum Ausstellungsraum macht. Das Ausstellungsprojekt wurde in Kooperation mit der Stiftung Lafayette Anticipations, Paris realisiert, war dort auch zu sehen, und kehrt nun zurück an ihren Ursprungsort. 

Die Form der Skulptur »Rauschen« ist das Ergebnis einer Technik, die Katinka Bock immer wieder anwendet: Sie wickelt Objekte in Keramikplatten ein, die dann im Ofen gebrannt werden. Das Objekt verbrennt, so dass ein Hohlraum entsteht, dessen Volumen nur durch die Keramik sichtbar bleibt. »Rauschen« ist die Vergrößerung einer auf dieser Art entstandenen Skulptur. Die historischen Kupferplatten legen sich wie eine Haut um einen Körper, der nicht mehr existiert und bilden einen neuen Raum. 

Katinka Bock wurde 2019 für den renommierten Prix Marcel Duchamp nominiert. Ihre Arbeiten werden in zahlreichen internationalen und nationalen Institutionen ausgestellt.

Die Ausstellung wird von der Stiftung Niedersachsen und vom Förderkreis der Kestner Gesellschaft sowie dem Bureau des arts plastiques des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur unterstützt.

Von Jean-Luc Mylayne (*1946, Frankreich) wird die Ausstellung „Herbst im Paradies“ als erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland gezeigt.

Mit einer großen Tournée in Frankreich, der Schweiz, China, Deutschland und den Niederlanden wird das Gesamtwerk von Jean-Luc Mylayne erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt. Mylayne konzentriert sich seit über 40 Jahren auf die Begegnung mit Vögeln, die er mit analogen Kamerasystemen, einer Hasselblad-Mittelformatkamera und einer Sinar-Fachkamera, und mit verschiedenartig geschnittenen und geschliffenen Linsen aufnimmt. Für jede Aufnahme investiert er meist mehrere Monate auf die Suche nach der richtigen Komposition. Die Ausstellung präsentiert rund 40 großformatige Fotografien, entstanden im Zeitraum von 1979 bis 2008.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau und künstlerischer Partnerin Mylène Mylayne reiste der Fotograf den Vögeln vom ländlichen Südfrankreich bis in die Steppen der südwestlichen USA hinterher. Mylaynes Fotografien bewegen sich an den Übergängen zwischen unberührter Natur und ruraler Landschaft. Neben der dominierenden Natur erscheinen Häuser, Straßen, Zäune und Mauern in der Ferne oder am Bildrand als Spuren menschlicher Zivilisation. 

Was wie eine ornithologische Studie anmutet, offenbart sich als poetische und mit einem malerischen Auge konstruierte Fotografie. Sie ist das Resultat einer monatelangen, manchmal jahrelangen Vorbereitung.

Mylayne schuf ein künstlerisches OEuvre, dass gleichermaßen radikal wie poetisch ist. Selbst der Titel der Ausstellung »Herbst im Paradies« basiert auf einem Gedicht des Künstlers. Seine Werke waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten.



Nach "Amtsantritt" vor der Kestner Gesellschaft zieht "Bonhomme" durch die Stadt

Treffen Sie den Schneemann

Er steht seit der großen Ausstellung "Made in Germany III" vor zwei Jahren an der Goseriede. Das Kunstwerk "Bonhomme", übersetzt „für Gefährte“.

Die Stadtverwaltung kauft die Skulptur für 40 000 Euro, und läßt sie dann durch die Stadt ziehen. Mal steht sie hier, mal steht sie dort!

„Bonhomme", von Künstler Daniel Knorr geschaffen, ist ein Schneemann aus Stein und hat statt eines Besens einen Palmenwedel im Arm.

Von Daniel Knorr stehen ähnliche Schneemänner in Budapest, am Strand von Florida oder in Basel.

Das Kunstwerk im Mittelpunkt, drumherum (v.l.): Frithjof Peters (Kulturbüro), Christina Végh (Direktorin Kestner Gesellschaft), Anne Prenzler (stellv. Leitung Kulturbüro), Künstler Daniel Knorr und Mairi Kroll (Geschäftsführung Kestner Gesellschaft) © LHH

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche